Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2. Weltkongress für Regenerative Medizin im Mai 2005 in Leipzig

29.09.2004


"Die Medizin wird endlich heilen können"

In Leipzig findet vom 18. bis 20. Mai 2005 der 2. Weltkongress für Regenerative Medizin statt. In den nächsten Jahren wird der Kongress mit einer Kooperation zwischen den Städten Boston, Peking und Leipzig weiter ausgebaut. "Der erste Kongress im Herbst 2003 hat eine sehr positive Resonanz hervorgerufen. 2005 werden wir dieses internationale Treffen noch innovativer, internationaler und interdisziplinärer ausrichten", so Tagungspräsident Prof. Dr. Augustinus Bader. Zum Kongress werden circa 1.000 Wissenschaftler aus über 30 Ländern erwartet. "Die Regenerative Medizin wird unser Leben stark verändern. Wir werden heilen, also den Körper wieder so herstellen, wie er vor der Erkrankung war. Das ist deutlich mehr als die Beendigung von Krankheiten und Bekämpfung ihrer Folgen, wie wir sie heute praktizieren." Diese neue biomedizinische Disziplin nutzt die Selbstheilungskräfte von Stammzellen für die Regeneration von Organen und Geweben. Prof. Bader ist Sprecher der wissenschaftlichen Beirates der Internationalen Stiftung Regenerative Medizin (gGmbH) und Initiator des Kongresses. Seine Professur am Biotechnologisch-Biomedizinischen Zentrum (BBZ) der Universität Leipzig wurde im Rahmen der sächsischen Biotech-Offensive neu geschaffen.

Organersatz aus eigenen Zellen, beschleunigte Selbstheilung und individuelle Wachstumsfaktoren

Die Themenschwerpunkte umfassen die Regeneration nach der Organ- und Gewebetransplantation sowie die Regeneration des Skeletts und der Muskulatur. Die Bildung eines nationalen und europäischen Clusters für Regenerative Medizin wurde in Leipzig beschlossen. Drei wesentliche Strategien werden aktuell in der Regenerativen Medizin erforscht: Der Aufbau von Ersatzorganen aus Stammzellen des jeweiligen Patienten; die Verlagerung von Körperfunktionen in Bioreaktoren mit entsprechenden Stammzell-Pools, um durch Entlastung den jeweiligen Organen Kraft zur Selbstheilung zu geben sowie die Gewinnung und der Einsatz spezieller Wachstumsfaktoren zur Stimulierung der Selbstheilung. Geschädigte Gewebe und Organe, etwa Herzklappen oder Leber, sollen schnell und originär geheilt werden und zu Kosteneinsparungen im Sozialsystem führen. Verwendet werden adulte Stammzellen, die in allen Organen Erwachsener zu finden sind. Damit stellt die Regenerative Medizin eine ethisch unbedenkliche Alternative zur Nutzung embryonaler Stammzellen dar. Angewendet werden diese Methoden bei der Wiederherstellung von Knochen und Knorpeln, Haut und - in der klinischen Erprobung - von einzelnen inneren Organen. Die Behandlung ist jeweils so aufgebaut, dass sie vollständig vom zuständigen Arzt durchgeführt wird.

Ein realistisches Szenario behandelt die alternative zur Xeno-Transplantation etwa einer Spender-Leber nach schwerer Schädigung. So ließen sich Leberstammzellen gewinnen und vermehren. In einem Bioreaktor übernehmen sie die Funktion der Leber. Durch diese Entlastung des Organs und mit Hilfe von Stammzellen sowie Wachstumsfaktoren wird die Selbstheilung der körpereigenen Leber stimuliert. Die therapeutischen Möglichkeiten sind vielfältig. Von besonderem Interesse sind aber auch die Potenziale zur Kosteneinsparung im Medizinbereich, wenn etwa lebenslange Behandlungen entfallen.

Über den 2. Weltkongress für Regenerative Medizin

Das wissenschaftliche Programm der Tagung spiegelt das breite Spektrum der wissenschaftlichen Ansätze in der Regenerativen Medizin wider. Die Themenschwerpunkte reichen von technischen Fragen - wie der Entwicklung in Bioreaktoren für Gewebezüchtung über Regeneration von verschiedenen Gewebetypen und die Kommunikation der Zellen - bis zur Zukunft der Regenerativen Medizin. Ethische und rechtliche Fragen werden in die Tagung ebenfalls einbezogen. Für die Integration von Medizin und Biotechnologie in der Regenerativen Medizin ist das Zusammenspiel von Medizintechnik, Zellbiologie und Pharmazie sowie das Verstehen der Mechanismen der Geweberegeneration unverzichtbar. Teilnehmer werden deshalb Vertreter aller relevanten Bereiche sein: der Medizin, der Technik, der Biotechnologie und der Pharmaindustrie. Veranstaltet wird er von der Internationalen Stiftung für Regenerative Medizin gGmbH, die ihren Sitz bei Leipzig hat.

Über biosaxony

Die Biotechnologie-Offensive biosaxony - im Sommer 2000 von der Sächsischen Staatsregierung mit über 200 Mio. Euro ausgestattet - fördert die nachhaltige Entwicklung einer wettbewerbsfähigen Biotechnologie im Freistaat Sachsen. Die Mittel fließen in den Ausbau der Infrastruktur, in zwölf neue Professuren an den Universitäten Dresden und Leipzig und in anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Über 50 Kernunternehmen und ca. 100 weitere Branchen-Unternehmen sind in Sachsen zu Hause. Der Fokus der Unternehmen, Forschungseinrichtungen und -institute liegt auf den medizinischen Anwendungen der Biotechnologie. Die sächsische Biotech-Branche ist seit 2000 kontinuierlich gewachsen, biosaxony ist eine der Top-10-Regionen in Deutschland.

Dr. Ann De Beuckelaer | biosaxony
Weitere Informationen:
http://www.regmed.org
http://www.uni-leipzig.de/bbz
http://www.biosaxony.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise