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Praktische Anwendungen für Mikro- und Nanostrukturen

16.06.2003


Internationale Tagung des Forschungszentrums caesar in Bonn



Heute (16.06.2003) beginnt in Bonn die dreitägige internationale Tagung „caesarium“ zum Thema „Functional Micro- and Nanosystems“. Renommierte Wissenschaftler aus aller Welt werden über aktuelle Trends in der Nanotechnologie-Forschung berichten. Im Zentrum des caesariums steht dabei die Diskussion über die praktischen Anwendungsmöglichkeiten von Mikro- und Nanostrukturen, z. B. in der Automobilindustrie oder der Bio- und Informationstechnologie. Das caesarium wird vom internationalen Forschungszentrum caesar jährlich zu wechselnden Themen veranstaltet und findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt.



In der Biotechnologie können Mikro- und Nanosysteme unter anderem für die Entwicklung von Biosensoren verwendet werden. Dies sind technische Systeme, die von ihrer Funktion her Sinnesorganen ähnlich sind. Man kann mit ihrer Hilfe z.B. kleinste Mengen bestimmter Stoffe in biologischen Proben nachweisen. An einem Projekt aus diesem Bereich wird bei caesar gearbeitet, ebenso wie an einem Reifensensor, der die Haftung des Reifens mehrere Male pro Sekunde misst und der ein Beispiel für die Anwendung von Nanostrukturen in der Automobilindustrie liefert. Gefährliche Straßenzustände können mit Hilfe des Sensors, dessen Signal drahtlos ausgelesen wird, frühzeitig erkannt werden.

Ein spannendes Beispiel für die Verwendung von Nanostrukturen in der Informationstechnologie ist das „Millipede“-Projekt, das Peter Vettiger aus dem IBM-Forschungszentrum in Rüschlikon auf dem caesarium vorstellt. Die Forscher rund um Vettiger arbeiten an einem Speichermedium, das auf der Größe einer Briefmarke bis zu einer Billion Bits an Informationen unterbringen kann – dies entspricht ca. 25 Millionen Buchseiten. Der Chip arbeitet mit über 1.000 Nadeln (Millipede = Tausendfüssler), deren Spitzen nur wenige Millisekunden lang auf 400 Grad Celsius erhitzt werden, wodurch sie winzige Vertiefungen in einem Polymerfilm hinterlassen. Ausgelesen wird das auf diese Weise im Film erzeugte Muster – also die Daten – dann ebenfalls mit Hilfe der Nadeln. Durch erneutes Erhitzen des Polymerfilms kann der Chip immer wiederverwendet werden. Aufgrund seiner geringen Größe, der hohen Speicherkapazität und des geringen Energieverbrauchs wird er insbesondere für den Einsatz in mobilen Kommunikationsgeräten interessant sein.

Der Bereich Materialwissenschaften/Nanotechnologie gehört zu den drei großen Themenfeldern des internationalen Forschungszentrums caesar (center of advanced european studies and research), das 1999 die Arbeit aufgenommen hat. Die inzwischen 160 Mitarbeiter forschen außerdem in den Gebieten Biotechnologie und Kommunikationsergonomie/ Computerunterstützte Chirurgie. Ziel der interdisziplinär ausgerichteten Teams ist die Entwicklung innovativer und industriell verwertbarer Produkte und Verfahren.


Weitere Pressemitteilungen und Fotos zum Downloaden finden Sie auch im Internet unter www.caesar.de/pressroom.

Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an:
Forschungszentrum caesar, Frau Francis Hugenroth
Ludwig-Erhard-Allee 2, 53175 Bonn
Telefon: 0228 / 96 56-135
Fax: 0228 / 96 56-111
E-Mail: hugenroth@caesar.de

Francis Hugenroth | Forschungszentrum caesar
Weitere Informationen:
http://www.caesar.de/pressroom
http://www.caesar.de

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