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Neue qualifizierende Zertifizierungsprogramme für Diagnostik und Operation von Brustkrebs

11.07.2002


Verbindliches neues Prüfverfahren für alle abrechnenden mammographieren-den Ärzte in Deutschland soeben angelaufen. Europäisches Programm für die Zertifizierung von Brustspezialisten und Óeinrichtungen wird aufgebaut. Letzte-res beschlossen einstimmig mehr als 70 Brustkrebsexperten sämtlicher Mit-gliedsstaaten der Europäischen Union anlässlich des Jahrestreffens des Euro-päischen Brustkrebs-Netzwerkes (EBCN) vom 27. bis 29. Juni auf Schloss Reinhartshausen

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Neue Maßstäbe bei der Zertifizierung von Ärzten und Einrich-tungen der Brustkrebsversorgung werden durch die Arbeit des EBCN gesetzt: Mit Unterstützung des EBCN schufen die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Spitzenverbände der Krankenkassen ein erstmals in Europa für alle abrechnenden mammographierenden Ärzte verbindliches Prüfverfahren, das eine Rezertifizierung in der diagnostischen Mammographie beinhaltet. Werden in der Prüfung Mängel aufgedeckt, so ist der Besuch einer anerkannten Fortbildung mit wiederum anschlie-ßender Prüfung erforderlich. In das Prüfverfahren ist auch die technische Qualität mit einbezogen. Nur bei Bestehen darf weiter abgerechnet werden.

Im Rahmen einer Arbeitsgruppe wurden ferner die Kriterien für eine neue spezielle Qualifizierung von Ärzten, die Operationen an der Brust durchführen, festgelegt. Da-zu dient ein spezielles Trainings-Programm für Allgemeinchirurgen, operierende Gy-näkologen oder plastische Chirurgen mit Gastaufenthalten an international anerkannten Brustzentren in Europa.


Drittens wurde beschlossen, ein Programm zur Zertifizierung von Brustzentren zu entwickeln und zu erproben. Das Zertifikat, das freiwillig erworben werden kann, wird die europäische Non-Profit-Organisation EUREF in Zusammenarbeit mit EUSOMA (European Society of Mastology) und den zuständigen Stellen in den jeweiligen EU-Ländern erteilen. Bekannt wurde EUREF durch die von ihr entwickelten, inzwischen weithin anerkannten Europäischen Leitlinien für die Qualitätssicherung von Mammo-graphie-Screening-Programmen. Diese werden gegenwärtig in drei deutschen Mo-dellprojekten in Bremen, Wiesbaden und in ausgewählten Gemeinden des Regie-rungsbezirks Weser-Ems umgesetzt.

Der vierte Beschluss bezieht sich auf den Einsatz der digitalen Mammographie: Aus dem Kreis der europäischen Experten wird hierzu eine Leitlinie erarbeitet, die vor-aussichtlich ab Mitte nächsten Jahres den Einsatz der digitalen Technik auf höchs-tem Qualitätsniveau unterstützen wird.

Das Europäische Netzwerktreffen stand unter der Schirmherrschaft von Gesund-heitsministerin Ulla Schmidt. Die Eröffnung der mit international anerkannten Brust-krebsexperten besetzten Konferenz übernahm die Europaabgeordnete Karin Jöns, zugleich Präsidentin der deutschen Sektion von Europa Donna. Gastgeberin der Netzwerk-Konferenz war Dr. Margrit Reichel aus Wiesbaden. Die Koordination des EBCN liegt derzeit in deutscher Hand und wird durch Dr. Lawrence von Karsa von der Planungsstelle Mammographie-Screening wahrgenommen.

Die Ergebnisse des diesjährigen EBCN-Treffens waren weitere erfolgreiche Schritte bei den Bemühungen, die Voraussetzungen für ein flächendeckendes Screening nach den europäischen Leitlinien hierzulande zu schaffen.


Kontakt:

Ute Wülfing
(Planungsstelle
Mammographie-Screening)
Dr. med. Friedrich Hansen
(Pressekoordination)
Tel. 0221 4005 130
Fax: 0221 4005 71 44

Dr. Friedrich Hansen | idw

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