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Ganzkörperzähler weist radioaktive Stoffe im Körper nach

20.02.2001


MHH ist amtliche Messstelle für Niedersachsen

Vor kurzem hat das Niedersächsische Umweltministerium den Ganzkörperzähler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) als amtliche Inkorporationsmessstelle bestimmt. Dafür wurde das Messgerät umfangreich modernisiert und umgebaut: Die Detektoren und die Auswertungssoftware entsprechen nun höchsten Anforderungen. Es lassen sich geringste Anteile radioaktiver Stoffe nachweisen, die im menschlichen Körper aufgenommen (inkorporiert) wurden. Genutzt wird der Ganzkörperzähler der MHH vorrangig zur Überwachung von strahlenexponierten Beschäftigten in der Medizin und Kerntechnik. Er kann auch eingesetzt werden bei Personen, die an der Entsorgung radioaktiver Abfälle beteiligt sind.

Zum Thema "Inkorporationsmessungen" findet ab morgen ein wissenschaftliches Symposium statt: Am Mittwoch, den 21. Februar und Donnerstag, den 22. Februar werden Experten im Hörsaal M über die Grundlagen von Ganzkörpermessungen sprechen sowie über die Anwendungsmöglichkeiten. Veranstalter ist Professor Dr. Wolfram H. Knapp, Leiter der Klinik für Nuklearmedizin der Hochschule.

In der MHH wird bei einer derartigen Messung der Körper an Vorder- und Rückseite mit je zwei Sonden 30 Minuten lang gescannt. Mit dieser Anordnung kann sehr empfindlich ermittelt werden, wie die radioaktiven Stoffe verteilt sind. Der Ganzkörperzähler der MHH weist natürliche und künstliche radioaktive Stoffe nach. Durch Inhalation und "Herunterschlucken" geraten natürliche radioaktive Stoffe in den Körper, davon ist etwa die Hälfte radioaktives Kalium-40. Durch die Anwendung künstlicher radioaktiver Stoffe - beispielsweise in der Therapie und Diagnostik von bösartigen Erkrankungen oder durch die Kerntechnik - kann es zu weiteren Inkorporationen kommen. Voraussetzung für die Messung ist, dass die Strahlung eines radioaktiven Stoffes den Körper durchdringt und mit externen Detektoren erfasst werden kann. Andernfalls geben Stuhl- oder Urinproben indirekt Aufschluss über eine etwaige Aufnahme.

Fragen beantwortet gern Dr. Gabriele Hampel, Klinik für Nuklearmedizin der MHH, Telefon: (0511) 532-3087, E-Mail: hampel.gabriele@mh-hannover.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Arnd Schweitzer | idw

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