Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnee von Gestern? Zivilisationskritik und Überlebensperspektiven in Zeiten des Klimawandels

16.07.2008
Symposium im Deutschen Hygiene-Museum Dresden am 8. und 9. September 2008 anlässlich der Ausstellung "2° Das Wetter, der Mensch und sein Klima" (11. Juli 2008 bis 19. April 2009). Veranstaltet vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hygiene-Museum und Weiterdenken - Heinrich Böll Stiftung Sachsen.

Der Klimawandel bildet nicht nur eine naturwissenschaftliche und technische, sondern auch eine soziale und kulturelle Herausforderung. Die Liste offener Fragen ist lang. Eine davon ist, welche Lehren es aus vergangenen Krisenerfahrungen zu ziehen gibt. Drei Entwicklungsphasen scheinen besonders wichtig: Der anthropogene Klimawandel ist ein Resultat der Industrialisierung, die schon in der Romantik auf zahlreiche Gegenstimmen stieß, die der bedrohten Symbiose von Mensch, Natur und Kultur eine neue Gestalt zu geben versuchten.

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bildete sich mit den Lebensreform-, Heimat- und Jugendbewegungen ein breiter Strom der Zivilisationskritik heraus, der teils reaktionäre, teils progressive Vorstellungen eines Lebens jenseits der technisch-wissenschaftlichen "Vernutzung" wertvoller Ressourcen hervorbrachte. Schließlich entsteht ab den 1970er Jahren eine Umweltbewegung, die durch die Suche nach alternativen Lebensformen und den Ausstieg aus der modernen Wachstumsdynamik gekennzeichnet ist.

In Verbindung mit der Ausstellung "2° Das Wetter, der Mensch und sein Klima" im Deutschen Hygiene-Museum widmet sich das Symposium den kulturhistorischen Ursachen des Klimawandels und bezieht diese auf wetter- und klimageschichtliche Entwicklungen.

Zielsetzung des Symposiums ist die Einordnung der gegenwärtigen Klimadiskussion in ihren kultur- und naturhistorischen Kontext. Welche zivilisationskritischen Topoi laufen durch die Moderne hindurch, welche sind zeitspezifisch, was haben sie mit den jeweiligen "Wetterlagen" zu tun? Und welche politischen Lehren lassen sich aus der Vergangenheit für die gesellschaftliche Verortung heutiger Klimabetrachtungen ziehen?

Tagungsleitung: Prof. Dr. Claus Leggewie, Prof. Dr. Harald Welzer, PD Dr. Ludger Heidbrink, Projektleiter des Forschungsschwerpunkts "KlimaKultur" am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Tagungsprogramm: s.h. unten.

Veranstaltungsort: Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
Datum: 8. September (ab 17:30 Uhr) und 9. September 2008 (9:00 bis 17:00 Uhr)
Die Veranstaltung ist öffentlich, die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro (inkl. Kaffee und Imbiss)
Um Anmeldung bis zum 31. August 2008 wird gebeten bei
Stiftung Deutsches Hygiene-Museum, Tel. 0351 4846-313, Fax 0351 4846-312, tagungszentrum@dhmd.de.
Fragen zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bitte an
Christoph Wingender, Pressesprecher, Stiftung Deutsches Hygiene-Museum,
Tel. 0351 4846-120, Christoph.Wingender@dhmd.de oder
Magdalena Schaeffer, Pressesprecherin, Kulturwissenschaftliches Institut (KWI),
Tel. 0201 7204 -152, magdalena.schaeffer@kwi-nrw.de.
Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter
http://www.dhmd.de/neu/index.php?id=1346 und
http://www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-142.html.
Verkehrsanbindungen
Fußweg: Ab Zentrum/Frauenkirche ca. 10 Minuten
Straßenbahnen: Linien 1, 2, 4 und 12 bis Haltestelle "Deutsches Hygiene-Museum";
Linien 10 und 13 bis Haltestelle "Großer Garten/Deutsches Hygiene-Museum".
Die Tagungsräume und das Museum sind für Rollstuhlfahrer zugänglich.
Tagungsprogramm:
Montag, 8. September 2008
17:30 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung für die Teilnehmer des Symposiums
19:00 Uhr
Begrüßung:
Prof. Klaus Vogel, Direktor des Deutschen Hygiene-Museums, Dresden
KlimaKultur - Zu einer Kulturgeschichte des Klimas
Prof. Dr. Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen
Eröffnungsvortrag:
Klima und historisches Gedächtnis
Prof. Dr. Wolfgang Behringer, Historisches Institut, Universität des Saarlandes, Saarbrücken

Dienstag, 9. September 2008

9:00 bis 11:00 Uhr
Krise der Natur und ästhetische Revolte um 1800
Impulsreferat:
Prof. Dr. Ludwig Trepl, Department für Ökologie und Ökosystemmanagement, Wissenschaftszentrum Weihenstephan, Technische Universität München
Kommentare:
Dr. Elisabeth von Thadden, Literaturwissenschaftlerin, Redaktion DIE ZEIT, Hamburg

Dr. Andreas Weber, Autor und Journalist, Berlin

Moderation:
PD Dr. Ludger Heidbrink, Direktor des Center for Responsibility Research am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen
11:15 - 13:00 Uhr
Umweltzerstörung und Zivilisationskritik um die Jahrhundertwende
Impulsreferat:
Prof. Dr. Georg Bollenbeck, Fachbereich Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften, Universität Siegen
Kommentare:
Prof. Dr. Michael Großheim, Institut für Philosophie, Universität Rostock
Prof. Dr. Dirk van Laak, Historisches Institut, Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Helmut Lethen, Direktor des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften, Wien
Moderation:
Prof. Dr. Harald Welzer, Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen
14:00 - 16:00 Uhr
Klimawandel und alternative Lebensformen nach 1970
Impulsreferat:
PD Dr. Otto Kallscheuer, Philosoph, Politikwissenschaftler und freier Autor, Berlin/Sassari
Kommentare:
Prof. Dr. Ludwig Fischer, Institut für Germanistik II, Universität Hamburg
Dr. Sabine Höhler, Deutsches Historisches Institut, Washington D.C., USA
Prof. Dr. Nico Stehr, Karl Mannheim-Lehrstuhl für Kulturwissenschaften, Zeppelin University Friedrichshafen
Moderation:
Prof. Dr. Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen
16:15 - 17:00 Uhr
Abschlussvortrag:
Was beweist die Klimageschichte? Denkversuche im Wirbel des Klimaalarms
Prof. Dr. Joachim Radkau, Fakultät für Geschichtswissenschaft und Philosophie, Universität Bielefeld

Magdalena Schaeffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.kulturwissenschaften.de

Weitere Berichte zu: Klimawandel Kulturwissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern
08.12.2017 | Swiss Tropical and Public Health Institute

nachricht Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter
07.12.2017 | Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik