Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Screening positiv - was nun?

04.06.2008
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für das Neugeborenen-Screening

Auf Einladung der Universitätskinderklinik Magdeburg findet am 6. und 7. Juni 2008 in der Elbestadt die diesjährige Tagung der Deutschen Gesellschaft für das Neugeborenen-Screening (DGNS) statt. Die 15. DGNS-Jahrestagung, für die sich bereits etwa 60 Teilnehmer angemeldet haben, widmet sich dem Thema "Screening positiv - was nun?".

Nicht immer ist auf den ersten Blick zu sehen, ob ein Neugeborenes gesund ist. Gewissheit kann hier eine Blutuntersuchung unmittelbar nach der Geburt schaffen. Seit etwa 15 Jahren wird im Stoffwechselzentrum der Uni-Kinderklinik Magdeburg ein solcher Bluttest für alle in Sachsen-Anhalt geborenen Babys angeboten. Durch die Diagnostik ist es möglich, frühzeitig 14 Hormon- und Stoffwechselerkrankungen zu erkennen. Alle diese Krankheiten können, wenn sie nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden, die weitere Entwicklung des Kindes behindern und zu schwersten Schäden - insbesondere in der Hirnentwicklung - führen.

Mit einem kleinen Piks in die Ferse der drei Tage alten Babys zapfen Ärzte und Hebammen im ganzen Land den Neugeborenen wenige Blutstropfen ab. Im Labor des Stoffwechselzentrums der Magdeburger Uni-Kinderklinik werden sie analysiert. Ein auffälliger Befund wird sofort an die Entbindungsklinik übermittelt und die Kontrolluntersuchung zur Bestätigung der Diagnose veranlasst.

Nur mit einer flächendeckenden Durchführung des Neugeborenen-Screenings ist es möglich, zum Beispiel die primäre Hypothyreose (angeborene Unterfunktion der Schilddrüse), die Phenylketonurie (Eiweißabbaustörung) sowie weitere lebensbedrohliche Störungen des Fettsäure- und Eiweißstoffwechsels rechtzeitig zu erfassen und zu behandeln, betonen die Organisatoren der Tagung. Mit einem geringen Aufwand kann damit vielen Kindern das Schicksal einer geistigen oder körperlichen Behinderung erspart bleiben.

Ein positiver Befund im Neugeborenenscreening stellt vorerst einen Verdacht auf das Vorliegen einer angeborenen Erkrankung dar. Er ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer lebenslang begleitenden Krankheit. Was geschieht, wenn der Screeningtest falsch positiv war? Was durchleben die Eltern bis zur Klärung der Screeningbefunde? Welche ethischen Probleme ergeben sich daraus? Dies sind einige der Fragen, mit denen sich die Experten in ihren Vorträgen auseinandersetzen und ihre neuesten Arbeitsergebnisse vorstellen werden.

Die 15. DGNS-Jahrestagung findet im Elbauenpark, Garage 1, statt und wird am 6. Juni 2008 um 9.30 Uhr offiziell eröffnet.

Ansprechpartner für Redaktionen: Universitätskinderklinik Magdeburg, Dipl.-Biochem. Irmgard Starke, Tel. 0391-67 14179 oder -13986; PD Dr. Klaus Mohnike Tel. 0391-24031

Kornelia Suske | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-magdeburg.de/

Weitere Berichte zu: Neugeborenen-Screening Neugeborenes Screening

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017
28.04.2017 | Deutsche Gesellschaft für Immunologie

nachricht Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru
28.04.2017 | InfectoGnostics - Forschungscampus Jena e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie