Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Axionen, WIMPs und WISPs: Kandidaten für die Dunkle Materie

21.06.2013
Tagung und Workshop an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz befassen sich mit der Suche nach der Dunklen Materie / Hypothetische Elementarteilchen im Fokus

Dunkle Materie macht ungefähr 23 Prozent des Universums aus, sichtbare Materie hingegen nur knapp 5 Prozent. Obgleich der Anteil Dunkler Materie relativ groß ist, so ist sie doch schwer nachzuweisen. Dass Dunkle Materie existiert, wurde erst in den 1930er Jahren aufgrund astronomischer Beobachtungen postuliert.

Bis heute wurden noch keine Dunkle-Materie-Teilchen gefunden, aber weltweit wird danach gesucht. Beteiligt an der Suche sind auch renommierte theoretische und experimentelle Physiker, die vom 24. bis 28. Juni 2013 zu einer internationalen Tagung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) zusammenkommen. Rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zu der Konferenz „9th Patras Workshop on Axions, WIMPs, and WISPs” im Schloss Waldthausen nahe Mainz erwartet.

Die Patras-Meetings finden jährlich statt, zuletzt in Chicago. „Die Reihe zeichnet sich durch ihre Vielfalt und Innovationskraft aus. Es werden sehr verschiedene Ideen über Dunkle Materie und andere exotische Teilchen sowie Methoden der experimentellen Überprüfung ausgetauscht“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Uwe Oberlack vom Institut für Physik der JGU, Organisator der Veranstaltung. „Es gibt gewöhnlich auch sehr lebhafte Diskussionen“, fügt er hinzu.

In diesem Jahr werden sich die Diskussionen primär um hypothetische Elementarteilchen wie Axionen und WIMPs drehen. Axionen sind leichte Dunkle-Materie-Teilchen, WIMPs gehören der Gruppe der schweren und schwach wechselwirkenden Teilchen der Dunklen Materie an. Darüber hinaus werden auch axion-ähnliche Teilchen (ALPs) und andere leichte schwach wechselwirkende Teilchen (WISPs) diskutiert. „Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Veranstaltung widmet sich sogenannter dunkler Strahlung“, erklärt Oberlack. „Dunkle Strahlung besteht aus hypothetischen 'dunklen' Photonen. Diese könnten Vermittler einer neuen, bisher unentdeckten Kraft sein.

Direkt im Anschluss an die Patras-Tagung lädt das Mainz Institute for Theoretical Physics (MITP) zu einer weiteren Veranstaltung zur Dunklen Materie ein. Beim Workshop „Cosmic-Rays and Photons from Dark Matter Annihilation: Theoretical Issues“ möchte das Institut Wissenschaftler zusammenbringen, die sich mit der Physik und Astrophysik der Vernichtung bzw. Annihilation von Dunkler Materie in Dunklen Halos befassen. Der indirekte Nachweis von Dunkler Materie durch galaktische kosmische Strahlung und Photon-Emission ist aktuell wieder in das Blickfeld der Wissenschaft gerückt, nachdem neue Beobachtungen wie beispielsweise ein Positronenüberschuss und möglicherweise Gammastrahlen-Linien Hinweise auf Dunkle Materie brachten.

Beide Veranstaltungen behandeln wesentliche Forschungsschwerpunkte des Exzellenzclusters „Precision Physics, Fundamental Interactions and Structure of Matter“ (PRISMA), das im Jahr 2012 im Rahmen der bundesweiten Exzellenzinitiative an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gegründet wurde. Dunkle Materie und neue Kräfte sind zentrale Themen des Clusters. PRISMA-Wissenschaftler sind an einigen der bedeutendsten internationalen Experimente zur Suche nach WIMPs und Axionen beteiligt, darunter das XENON-Experiment im italienischen Gran Sasso-Untergrundlabor, das IceCube-Experiment in der Antarktis oder das ATLAS-Experiment am weltbekannten LHC-Beschleuniger am Schweizer CERN. Als einer der Pfeiler von PRISMA wurde 2012 auch das Theorie-Institut MITP gegründet. Es bietet Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Forschungsgebieten der theoretischen Physik hervorragende Möglichkeiten zum interdisziplinären Austausch. Hierzu organisiert das MITP unter Einbindung externer Forscherinnen und Forscher wissenschaftliche Programme, Workshops und Konferenzen.
Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Uwe Gerd Oberlack
Experimentelle Teilchen- und Astroteilchenphysik (ETAP)
Institut für Physik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-25167
Fax +49 6131 39-25169
E-Mail: oberlack@uni-mainz.de
http://www.etap.physik.uni-mainz.de/477_DEU_HTML.php

Univ.-Prof. Dr. Matthias Neubert
Gründungsdirektor des MITP und Sprecher des Exzellenzclusters PRISMA
Institut für Physik: Theoretische Hochenergie-Physik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-23681
Fax +49 6131 39-24611
E-Mail: neubertm@uni-mainz.de
http://wwwthep.physik.uni-mainz.de/site/people/neubert/
Weitere Informationen:
http://axion-wimp.desy.de/
http://www.prisma.uni-mainz.de/
http://www.mitp.uni-mainz.de/

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise