Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auftakt-Treffen im Rahmen der „DFG-Afrika-Initiative“

18.06.2010
Afrikanische und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffen sich in Berlin zum Thema Infektionskrankheiten

Vom 20. bis zum 22. Juni treffen sich rund 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu einer ersten Konferenz im Rahmen der sogenannten „Afrika-Initiative“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Berlin.

Die „Afrika-Initiative“ bringt afrikanische und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Thema „Vernachlässigte Krankheiten“ zusammen – zu gleichen Anteilen sollten sie sich in Kooperationsprojekten drängenden infektionsbiologischen Fragestellungen widmen. Mit der Förderung dieser Projekte will die DFG die Bekämpfung von Infektionskrankheiten voranbringen – die Beteiligung von Forschenden aus den betroffenen Ländern und die Unterstützung beim Aufbau einheimischer Forschungskapazitäten, auch „capacity building“ genannt, ist dabei zentrales Anliegen.

Die Forscherinnen und Forscher der Kooperationsprojekte kommen bei der Konferenz erstmals in projektübergreifender Runde zusammen und stellen exemplarisch ihre wissenschaftliche Arbeit vor – wie zum Beispiel ein Projekt zur menschlichen Schlafkrankheit. Neben diesen Anstößen zur fachlichen Vernetzung erhält die internationale Gruppe vor allem auch die Möglichkeit zum persönlichen Erfahrungsaustausch.

Erstmals wurde das „Afrika-Initiative“ genannte Programm „German-African Cooperation Projects in Infectology“ von der DFG im April 2007 ausgeschrieben; eine zweite Ausschreibungsrunde folgte im November 2008. Derzeit werden in dem Kooperationsprogramm zu Infektionskrankheiten 25 internationale Projekte gefördert. In der ersten Ausschreibungsrunde gingen 36 Vollanträge ein, von denen 16 bewilligt wurden – in der zweiten Runde waren es neun bewilligte Anträge (von 19 eingegangenen). Rund 20 Millionen Euro stehen insgesamt für die Projektförderung zur Verfügung.

Die „Afrika-Initiative“ verfolgt mehrere Ziele:

- Die Entwicklung von neuen medizinischen Therapieformen für Armutskrankheiten. So sollen im Mittelpunkt vor allem solche Krankheiten stehen, deren Erforschung bislang – zumeist aus wirtschaftlichen Gründen – vernachlässigt wurde. Die Projekte sollen den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Forschungsmöglichkeiten erschließen, die ein Partner für sich allein nicht hätte.

- Unter dem Stichwort „capacity building“ sollen mit der Etablierung hervorragender wissenschaftlicher Infrastruktur die akademischen Bedingungen in Afrika gestärkt werden.

- Erklärtes Programmziel ist es, den jungen afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einer hochwertigen Ausbildung eine langfristige Perspektive im Heimatland zu ermöglichen. Besonderes Augenmerk wurde bei der Bewilligung der Kooperationsprojekte daher auf die wissenschaftliche Nachwuchsförderung gelegt. In Kombination mit der verbesserten Infrastruktur soll damit dem „brain drain“-Effekt entgegengetreten werden.

- Nicht nur der Austausch innerhalb einer Projektgemeinschaft soll gefördert werden: Von Bedeutung ist die umfassende Vernetzung aller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die an deutsch-afrikanischen Kooperationen beteiligt sind.

Insbesondere vor dem Hintergrund des Austauschs ist nun das Auftakt-Treffen in Berlin initiiert und gestaltet worden. Neben den Fachvorträgen gehört auch ein Besuch der gemeinsam von DFG und Robert Koch-Institut entwickelten Ausstellung „MenschMikrobe – Das Erbe Robert Kochs und die moderne Infektionsforschung“ zum Programm – im Anschluss daran findet am Dienstag, 22. Juni 2010, um 18 Uhr im Thaer-Saal der Humboldt-Universität, Invalidenstraße 42, 10115 Berlin, eine Podiumsdiskussion in englischer Sprache zum Thema „Armutskrankheiten in Afrika“ statt.

Die afrikanischen Kooperationspartner sind in Äthiopien, der Demokratischen Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kamerun, Kenia, Mosambik, Namibia, Nigeria, Sambia, Sudan, Südafrika, Tansania, Tunesien und Uganda angesiedelt. Die Laufzeit der Projekte soll bis zu acht Jahren betragen – mit zwei Zwischenbegutachtungen nach jeweils drei Jahren.

Weiterführende Informationen

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Strecker
Andreas.Strecker@dfg.de
Tel. 0228 885-2530
Journalisten sind zur Podiumsdiskussion herzlich eingeladen.
Um Anmeldung bei Michael Hönscheid wird gebeten:
Michael.Hoenscheid@dfg.de
Tel. 0228 885-2109

Marco Finetti | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise