Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

2. Logistics Innovation Day

11.07.2017

Experten diskutierten neue Ansätze in der Logistikbranche

Digitalisierung mit dem Ziel, das eigene Kerngeschäft radikal zu hinterfragen und umzustrukturieren

Das Institut für angewandte Logistik der Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS) und das Unternehmen pakadoo luden Experten aus Wissenschaft und Praxis zum 2. Logistics Innovation Day ein. In kaum einem anderen Bereich entstünden aktuell mehr neue Ideen und Möglichkeiten als in der Logistikbranche. Neueste Trends bei Service und Technik wurden diskutiert in Waghäusel bei Karlsruhe, zu dem sich rund 60 Teilnehmer angemeldet hatten.


Die Teilnehmer sowie Referenten des 2. Logistics Innovation Day

(Foto IAL)


Professor Dr. Müller-Steinfahrt sowie Markus Ziegler, Geschäftsbereichsleiter von pakadoo und Mitglied der Geschäftsleitung der LGI Logistics Group International GmbH

(Foto IAL)

Professor Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt ging in seinem einführenden Vortrag „Innovationen in der Logistik – mit Plan zum Erfolg?“ ein auf die Bedeutung von Neuerungen: Die Zeit müsse reif sein für sie - ohne marktseitige Anwendungen blieben sie auf dem Status, „nur“ eine Erfindung zu sein. Hier sei noch sehr viel Raum für Entwicklungen:

Im Transportgewerbe würden lediglich 2,2 Prozent des Umsatzes für Innovationsprojekte ausgegeben, nur 10 Prozent des Umsatzes würden mit Produktneuheiten erwirtschaftet. Ein Großteil der Logistik-Dienstleister, Industrie und Handelsunternehmen gäben weniger als 2,5 Prozent für Innovationsaktivitäten aus. 94 Prozent der Unternehmen im Transportgewerbe hätten im Jahr 2015 keine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten durchgeführt, verschwindende 2 Prozent der Firmen betrieben Forschung und Entwicklung kontinuierlich.

Im Vortrag „Logistikinnovationen in der Intralogistik – Enabler für die `Digitale Logistik`“ sah Benedikt Gräter von der LGI Logistics Group International GmbH die Innovationsabteilung im Unternehmen als zentrale Anlaufstelle für eine optimale Zusammenarbeit mit Partnern, Kunden und internen Abteilungen. Neue Ideen, digitale Geschäftsmodelle, Angebote sowie Technologien seien gefragt, um den Innovationsgedanken via LGI University in der Community sowie in der Nachwuchsausbildung zu integrieren.

Dominic Decker von der SEW-Eurodrive GmbH & Co KG, zeigte in der „Sm@rt Factory – Das SEW-Konzept zu Industrie“ für das Jahrzehnt von 2010 bis 2020 neue Richtungen auf: Es würden sich Cyber Physical Systems in einer Sm@rt Factory durchsetzen mit vernetzter Produktion und autonomen Systemen.

Intelligente Fabriken würden sich auszeichnen mit einer Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz und Ergonomie sowie der Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozessen. Zu den Hard facts zählten hierbei die Reduzierung von Vorgabe- und Gesamtdurchlaufzeiten, von Kapazitätserweiterungen sowie Flächenreduktionen, während sich im Bereich der Soft facts das One Piece Flow Prinzip sowie das Best Point Prinzip durchsetze, eine flexible Mitarbeitereinplanung möglich sei und stabile Prozesse trotz zunehmender Variantenvielfalt gewährleistet werden könnten.

Alena Breitschneider und Ashley Gibbons, beide Masterstudenten an der FHWS, gab einen Einblick ins Innovationsmanagement der Logistik-Dienstleistungsunternehmen – Status Quo und `Best Practices`“. Der Trend der Zeit liege in einer Steigerung des Volumens im Onlineshopping. Die Herausforderungen: Fast die Hälfte aller Privatpakete könnten beim ersten Zustellversuch nicht zugestellt werden, rund 60 Prozent der Arbeitnehmer wünschten sich daher die Möglichkeit einer privaten Paketzustellung ins Büro.

Risiken bei der künftigen Digitalisierung der Transport- und Logistikbranche sieht sie u.a. in den hohen Investitionskosten, Kompetenzmängeln im eigenen Haus, komplizierten Entscheidungswegen und starren Hierarchien sowie der fehlenden Akzeptanz seitens der Kunden. Notwendig sei für die Logistik der Zukunft beispielsweise die Datenaufbereitung für Echtzeitplanung, die Big-Data-Auswertung, die Zusicherung eines umweltfreundlichen Transportes, die effiziente Datenauswertung in allen Prozessen des Unternehmens sowie eine optimale Anpassung an individuelle Kundenbedürfnisse.

Der Referent Kris Van Lancker, pakadoo, LGI Logistics Group International, Herrenberg, stellte in seinem Vortrag „Dienstleistungsinnovationen in der Logistik – pakadoo, der neue Weg auf der Last Mile“ die App-basierte Zustellmöglichkeit für private Sendungen ins Büro von Arbeitnehmer vor. Das Konzept der individuell zugeschnittenen Zustellung halte eine effiziente Bündelung von Lieferungen bereit, die bis zur letzten Zustellmeile durchdacht sei, den Verkehr reduziere und die Umwelt schone.

Die Masterstudierenden Alena Bretschneider und Manuel Kochendörfer vom Studiengang „Innovation im Mittelstand“ an der FHWS zeigten „Innovationen der StartUp-Szene in der Logistik – wie Innovationen entwickelt, umgesetzt und eingeführt werden“ auf. Eine wesentliche Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Investition in Startups sei die grundsätzliche Bereitschaft, das eigene Kerngeschäft radikal zu hinterfragen und zu digitalisieren. Junge Unternehmen verstünden es, die für die Abwicklung einer logistischen Dienstleistung häufig aufwendigen Prozesse von der Anbahnung bis zur Buchung deutlich zu vereinfachen.

Roland Bigler, Geschäftsführer der CodX Software AG, referierte zum Thema „Cargo sous Terrain – eine disruptive Innovation für die Innenstädte der Zukunft: der „lange“ Atem zum Erfolg“. Das vom Unternehmen entwickelte Transportkonzept, bei dem sich aus Platzgründen Menschen oberirdisch, Güter unterirdisch bewegten (Cargo Sous Terrain), verlaufe automatisiert. Dieses System könne das Straßen- und Schienennetz sinnvoll ergänzen und an kritischen Punkten entlasten, so Bigler – eine erste Teilstrecke soll bis 2030 in der Schweiz fertiggestellt werden. Die neue Transportoption biete vielfältige Vorteile mit Kunden- und Umweltnutzen.

Abschließend stellte Professor Dr. Müller-Steinfahrt in seinem Résumée fest, dass es faszinierende Ideen und Ansätze im Bereich der Logistik gebe. Mit der Digitalisierung werde sich ein tiefgreifender Wandel in der Logistik vollziehen und die Dynamik für neue Geschäftsmodelle und Startups noch weiter anhalten. Im April 2018 wird der 3. Logistics Innovation Day stattfinden mit neuen Innovationen.

Weitere Informationen:

http://www.fhws.de

Katja Klein M.A. | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Cargo Digitalisierung FHWS Innovation Logistik Transportgewerbe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Posterblitz und neue Planeten
25.09.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus
25.09.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

“Lasers in Composites Symposium” in Aachen – from Science to Application

19.09.2017 | Event News

I-ESA 2018 – Call for Papers

12.09.2017 | Event News

EMBO at Basel Life, a new conference on current and emerging life science research

06.09.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Verbesserte Kohlendioxid-Fixierung dank Mikrokompartiment

25.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Internationales Forscherteam entdeckt kohärenten Lichtverstärkungsprozess in Laser-angeregtem Glas

25.09.2017 | Physik Astronomie

LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

25.09.2017 | Messenachrichten