Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

150 Experten aus aller Welt treffen sich zur Großmotoren-Tagung in Rostock

14.09.2016

Universität Rostock macht sich mit Forschung zur Schadstoffsenkung international einen Namen

Welche innovativen Technologien zur Schadstoffsenkung von Großmotoren, z. B. für Schiffsantriebe und Blockheizkraftwerke, sind nötig, um künftig die hoch gesteckten und strengeren Emissionsgesetze einzuhalten?


Dieses Foto zeigt den Motorprüfstand mit dem neuen großen mittelschnelllaufenden 1-Zylinder Forschungsmotor der Universität Rostock

(Fotos: Universität Rostock)

Darüber beraten ab morgen (22.09.2016) bis Freitag in Rostock 150 Experten aus Deutschland und der ganzen Welt. Selbst aus Japan sind sechs Spezialisten zur vierten Rostocker Großmotorentagung angereist. Diese Tagung, die 2010 erstmals und seitdem alle zwei Jahre stattfindet, hat sich in der internationalen Fachwelt schnell ganz fest etabliert. Die Zukunft der Großmotoren wird im Spannungsfeld von Emissionen, Kraftstoffen und Kosten diskutiert.

Ausrichter der hochkarätigen Veranstaltung ist der Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren der Universität Rostock unter Leitung von Professor Horst Harndorf. Er hat die Großmotorentagung vor sechs Jahren ins Leben gerufen.

Die Universität Rostock hat sich als unabhängiges Kompetenzzentrum für Forschung im Großmotorenbau weit über Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Auf dem Prüfstand der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik steht der größte 1-Zylinder Forschungsmotor einer europäischen Universität.

Das Senken der Methan -, Stickoxid- und Kohlendioxidemissionen bei gleichzeitiger Steigerung der Leistungsdichte gegenüber den bisherigen Dual-Fuel Schiffsdieselmotoren lautet das Ziel des Forschungsprojektes. Das Anliegen der maritimen Spitzenforschung formuliert Professor Harndorf so: „Wir wollen erreichen, dass die Umweltbelastungen durch Großmotoren auf den Weltmeeren und die verschärften Abgasnormen im Schiffsverkehr künftig eingehalten werden können“.

In 21 wissenschaftlichen Vorträgen werden Referenten auf der Großmotorentagung aus dem In-und Ausland neueste Forschungsergebnisse und innovative Entwicklungen präsentieren. Dass die Universität zwei Tage Gastgeber für Forscher und Entwickler von Motorenherstellern, Zulieferern , Reeder, Vertreter der Mineralölwirtschaft und Klassifikationsgesellschaften ist, „ist ein Ritterschlag„, sagt Dr. Christian Fink, Teamleiter am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren. Bereits seit 1955 forscht die Uni Rostock an Verbrennungsmotoren, hat sich seit 1962 auch mit Sonderkraftstoffen beschäftigt.

Schon in diesem Jahr soll die Stickoxid-Emission bei Großdieselmotoren drastisch reduziert werden. Das gilt vorerst aber nur für Emissions-Kontrollgebiete, zu denen aktuell nur die Küstengewässer um Nordamerika zählen. Hingegen gilt für die Ostsee, Nordsee und dem Ärmelkanal bereits seit 2015 ein stark reduzierter Schwefeldioxidausstoß, der einem Kraftstoffschwefelanteil von 0,1 Prozent entspricht.

An der Universität Rostock werden deshalb Brennverfahren für zukünftige Dual-Fuel-Motoren wissenschaftlich untersucht und weiter entwickelt. Dual-Fuel-Motoren können sowohl mit Diesel als auch mit Gas betrieben werden. Der neue 1-Zylinder-Forschungsmotor basiert auf dem Know-how der Motorenbauer von Caterpillar, die bereits Erfahrungen mit Gas-und Dual-Fuel-Motoren für Schiffs-und Landanwendungen haben.

„Im Gasbetrieb wäre ein Dual Fuel Motor für aktuelle Emissionsanforderungen gewappnet, sagt Dr. Fink. Sein Team hat Computermodelle für den neuen Forschungsmotor entwickelt, die einen detaillierten Einblick in die ablaufenden Prozesse ermöglichen und damit Optimierungspotenziale im Brennverfahren aufzeigen. Ein Thema, mit dem die Gastgeber bei der Großmotorentagung punkten können. Text: Wolfgang Thiel

Kontakt:
Universität Rostock
Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Prof. Dr.-Ing. H. Harndorf
Lehrstuhl für Kolbenmaschinen
und Verbrennungsmotoren
Tel. 0381/498-9150
http://www.lkv.uni-rostock.de

Ingrid Rieck | Universität Rostock

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie