Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

11. DGP-Kongress 7. - 10.9. in Leipzig: Palliative Versorgung findet nicht erst am Lebensende statt

04.07.2016

Zu ihrem 11. Kongress zum Thema „Qualität braucht Miteinander, Mut und Kompetenz“ lädt die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin vom 7. bis zum 10. September nach Leipzig ein. „Das neue Hospiz- und Palliativgesetz wird dann zu einer weiteren Verbesserung der Versorgung führen, wenn es uns gelingt, miteinander gute Qualität zu definieren, Kompetenz einzubringen und auch mutige Schritte in neue Aufgabenfelder zu gehen.“ fasst Andreas Müller, Dresden, als einer der drei Verantwortlichen die Leitgedanken der Tagung zusammen.

Dringend notwendig ist ein Umdenken: „Palliative Versorgung findet nicht erst am Lebensende statt, sondern wird integraler Bestandteil einer guten medizinischen Betreuung in fortgeschrittenen Erkrankungssituationen.“ so skizziert Kongresspräsident PD Dr. Ulrich Wedding, Jena, einen wesentlichen Schwerpunkt der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) im September.

Dies erfordert ein frühzeitiges Miteinander mit benachbarten Disziplinen und Professionen: In Anbetracht schwerwiegender Tumorerkrankungen ist insbesondere die Integration von Onkologie und Palliativmedizin essentiell. Warum, wie und wann das wichtig ist, dies erläutert Prof. Dr. Florian Lordick aus Leipzig im Rahmen einer Plenarveranstaltung.

Außerdem haben Kongressteilnehmer die Möglichkeit, einen ganztägigen Workshop „Onkologie für Palliativtätige“ zu besuchen. Fachübergreifend thematisiert der Kongress: Wie kann die Palliativversorgung von hämatologischen, pulmologischen, neurologischen, kardiologischen, geriatrischen und multimorbiden Patientinnen und Patienten gewährleistet und verbessert werden?

Grundsätzlich geht es darum, die Qualität der Versorgung abzusichern, wie Prof. Dr. Winfried Meißner, Jena, als dritter Kongresspräsident ausführt. Was Versorgungsgerechtigkeit am Beispiel von Menschen mit Beeinträchtigungen bedeuten kann, erläutert Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust, Berlin, auch in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V..

Unumgänglich ist es außerdem, die hospizliche Versorgung in die Betreuung von Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen zu integrieren. Zukunftsträchtig in diesem Zusammenhang ist das Konzept „Advance Care Planning“, welches im Sinne der „Vorausplanung einer Behandlung“ das Ziel verfolgt, mögliche künftige medizinische Entscheidungen so vorauszuplanen, dass Patientinnen und Patienten auch dann zuverlässig nach ihren individuellen Wertvorstellungen und Wünschen behandelt werden, wenn sie diese krankheitsbedingt nicht mehr selbst äußern können.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin freut sich besonders auf den Festvortrag von Nobelpreisträger Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Stefan Hell, Göttingen: „Was heißt es, Wissenschaftler zu sein?“ zum Auftakt des Eröffnungsplenums am 8. September. Schließlich möchte der Kongress den interprofessionellen Austausch nicht nur in den großen Plenarveranstaltungen zu den Leitgedanken „Integration“, „Qualität“ und „Gesellschaft“ fördern, sondern diesen auch in mehr als 30 Parallelsitzungen, einer breiten Auswahl an praxisrelevanten Workshops, diversen „Meet the experts“, Fallbesprechungen in kleiner Runde sowie in der kollegialen Begegnung ermöglichen - nicht zuletzt während der Abendveranstaltung am 9. September im historischen Stadtbad Leipzig.

Umrahmt wird der Kongress durch ein begleitendes Rahmenprogramm des Landesverbandes für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e.V., das über den Monat September vor allem Bürgern die Gelegenheit bietet, sich in Leipzig in sehr unterschiedlichen Formaten mit den Themen Sterben, Tod und Trauer auseinanderzusetzen. Den Auftakt zum Kongress bildet das Bürgerforum „Die vergessene Generation“ am 7. September.

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP): Deren 5.200 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich für eine umfassende multiprofessionelle Palliativ- und Hospizversorgung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.

Im Zentrum steht die bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Behandlung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen. Gemeinsames Ziel ist es, für weitgehende Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität zu sorgen - in welchem Umfeld auch immer Betroffene dies wünschen. www.palliativmedizin.de

Der Kongress der DGP wird unterstützt durch die Deutsche Krebshilfe, welche den Weg für die Entwicklung der Palliativmedizin in Deutschland von Anfang an geebnet und schon die erste Palliativstation in Köln geför-dert hat. Bis heute hat die Organisation insgesamt mehr als 70 Millionen Euro in den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen, Stiftungsprofessuren, in Forschungsprojekte mit palliativmedizinischen Inhalten sowie in Akademien für die palliativmedizinische Aus- und Weiterbildung investiert. Inzwischen ist die Palliativmedizin ein unverzichtbarer Bestandteil der Krankenversorgung und Lehrfach in der medizinisch-universitären Ausbildung. www.krebshilfe.de

Weitere Informationen:

http://www.dgp2016.de
http://www.palliativmedizin.de

Karin Dlubis-Mertens | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis
21.04.2017 | Gesellschaft für Informatik e.V.

nachricht Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte
21.04.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten