Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

1. Internationaler Tag der Radiologie unter dem Motto "Bilder helfen heilen"

31.10.2012
Moderne Medizin ist ohne Bildgebung nicht mehr vorstellbar. Auch in der Tumorbehandlung ist sie unverzichtbar.

Wie groß der Beitrag der Radiologen und Strahlentherapeuten zu Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen ist, wissen viele Menschen nicht. Um die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Radiologie, der Radioonkologie und speziell der Onkologischen Bildgebung aufmerksam zu machen, begehen die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) und die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) am 8. November 2012 den 1. Internationalen Tag der Radiologie.

In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 490 000 Menschen neu an Krebs. Mithilfe bildgebender Verfahren wie der Computertomografie (CT), der Magnetresonanztomografie (MR) oder der Szintigrafie können die behandelnden Ärzte eine klare Diagnose stellen und ein punktgenaues therapeutisches Vorgehen planen. Die Radioonkologie, auch Strahlentherapie genannt, ist zusammen mit Operation und Chemotherapie eine tragende Säule der Krebsbehandlung.

„Die Strahlentherapie ist eine nicht-invasive Behandlung“, erklärt Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Präsident der DEGRO und Direktor der Klinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum in Lübeck. Der Patient erhält keine Narkose, er wird nicht operiert und hat keine Schmerzen. Die Strahlen bremsen das Wachstum des Tumors. Sie verändern das Erbgut der Krebszellen dahingehend, dass diese sich nicht mehr teilen können und absterben. „Mithilfe der bildgebenden Verfahren können wir den Tumor ganz gezielt bestrahlen und das umliegende Gewebe schonen“, ergänzt Professor Dunst.

Doch auch eine Bestrahlung kann Nebenwirkungen haben. „Diese hängen unter anderem von der Dosis und der Größe des Bestrahlungsfeldes ab und sind meistens vorübergehend“, weiß der Experte aus Lübeck. Einige Patienten berichten von Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen. Die bestrahlte Haut reagiert manchmal wie bei einem Sonnenbrand, erholt sich aber meistens schnell.

Inzwischen werden mehr als 50 Prozent der Krebspatienten geheilt. Von den geheilten Personen haben etwa 50 bis 60 Prozent im Rahmen der primären, auf Heilung abzielenden Behandlung eine Strahlentherapie erhalten. In einer gemeinsam von DRG und DEGRO in Auftrag gegebenen Umfrage im Jahre 2010 wurde eine hohe Akzeptanz der Strahlentherapie in der Bevölkerung festgestellt. Professor Dr. med. Michael Forsting, Präsident der DRG und Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Essen: „Drei Viertel der Befragten halten die Strahlentherapie für eine wichtige und unverzichtbare Behandlungsoption bei Krebserkrankungen. Allerdings bestanden bei gut einem Drittel der Befragten auch Bedenken hinsichtlich des Einsatzes der Strahlentherapie. Diese Vorbehalte wollen wir ausräumen.“

Die Onkologische Bildgebung ist sowohl für die Primärdiagnostik, für die genaue Bestimmung der Größe und Ausbreitung des Tumors – auch Staging genannt – als auch für die Verlaufskontrolle onkologischer Erkrankungen wichtig. Große Fortschritte sind bei der Kernspintomografie zu erwarten, so Professor Forsting. Mit diesem non-invasiven Verfahren werde es in Zukunft möglich sein, auf zellulärer Ebene den Tumor zu analysieren und zu klassifizieren. „Die molekulare Bildgebung "in vivo" – also direkt am Patienten und nicht im Labor – wird durch die Kernspintomografie ganz essenziell vorangetrieben werden.“ Mithilfe der Onkologischen Bildgebung haben Radiologen die Therapie bösartiger Erkrankungen massiv verbessert. „Wir lokalisieren die Tumoren genauer und können sie dadurch auch besser bekämpfen“, resümiert Professor Dunst.

Um mehr Wissen über die Bedeutung der Radiologie und Strahlentherapie zu vermitteln, haben internationale radiologische Fachgesellschaften den Aktionstag ins Leben gerufen. Der 8. November ist ein geschichtsträchtiges Datum: An diesem Tag entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen 1895 eine „neue Art von Strahlen“, die später nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Der 1. Internationale Tag der Radiologie nimmt das Thema „Onkologische Bildgebung“ in den Blick und steht unter dem Motto „Bilder helfen heilen“.

Weitere Informationen: http://www.medizin-mit-durchblick.de

Medienservice zum 1. Internationalen Tag der Radiologie:
Was macht eigentlich ein Radioonkologe? Wie funktioniert Tumortherapie mittels radiologischer Methoden? Welche neuesten bildgebenden Verfahren stehen zur Verfügung? Wie erleben Krebspatienten die Strahlentherapie? Fünf große Radioonkologische Kliniken (Berlin, Hamburg, Mannheim, Marburg/Gießen und München) haben sich auf den Aktionstag vorbereitet und stehen für Fernseh- und Hörfunk-Reportagen ebenso bereit wie für telefonische Interviews und Hintergrundgespräche. Bitte wenden Sie sich bei Interesse an die Pressestellen der DEGRO oder der DRG
Kontakt für Journalisten:
Dagmar Arnold
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e. V.
Pressestelle
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-380
Fax: 0711 8931-984
E-Mail: arnold@medizinkommunikation.org

Medizin - Kommunikation | idw
Weitere Informationen:
http://www.degro.org
http://www.medizin-mit-durchblick.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie