Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraschall gegen Algenblüte

19.05.2009
Britische Forscher rücken mit Wunderwaffe gegen Rote Flut an

Die plötzliche und massive Vermehrung von Algen in Gewässern, die auch Algenblüte genannt werden, ist ein immer öfter auftretendes Umweltproblem.

Nun wollen Forscher der University of Hull ein Rezept gegen diese Blüte gefunden haben. Mit Ultraschall wollen sie die Algen vernichten. In ersten Versuchen ist das auch bereits gelungen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Algenblüten entstehen zumeist bei einer Überdüngung der Gewässer mit Phosphat.

Bisher führte Ultraschall bei der Algenbekämpfung nur zu mäßigem Erfolg. "Das war wohl deshalb so, weil wir die Wirkweise nicht richtig verstanden haben", so Studienleiter Michiel Postema. Der Wissenschaftler nimmt an, dass der Schall die Zellen, die für das Gleichgewicht der Algen verantwortlich sind - die sogenannten Heterocysten - beeinträchtigt. In diesen Zellen sorgt eine kleine Stickstoffblase für den Auftrieb der Algen. Der Ultraschall sorgt nun dafür, dass das Gas in der Zelle mitschwingt und bei stärkerer Intensität die Zelle zerstört. "Die Algen sterben ohne Einwirkung der Sonne ab", so der Forscher.

Das Forscherteam hat drei verschiedene Frequenzen für verschiedene Algenspezies - darunter auch das Cyanobakterium Anabaena sphaerica - untersucht. Dieses Bakterium kann zu Atemwegserkrankungen und zu Leberkrebs führen, wenn Menschen damit in Kontakt kommen. Obwohl alle drei Frequenzen zu Ergebnissen führten, war der größte Erfolg bei einem Megahertz zu erzielen. Diese hohen Frequenzen werden im Wasser relativ schnell absorbiert. Der Radius beträgt weniger als 20 Meter, was auch deutlich macht, dass man damit eher Algen in stehenden Gewässern wie etwa Seen oder Teichen bekämpfen kann und nicht jene, die auf hunderten Quadratkilometern Meeresfläche auftreten.

"Wenn wir uns beim Resonanzmechanismus nicht geirrt haben, sind das gute Nachrichten, denn eine Algenbekämpfung, die möglichst wenig Schaden in Gewässern anrichten kann, ist gefragt", zeigt sich der Forscher überzeugt. "Man muss auf Nummer sicher gehen, um mit den Methoden keine anderen Lebewesen zu treffen", meint die Ökologin Deborah Long von der Umweltgruppe Plantlife Scotland http://www.plantlife.org.uk . Der Ultraschall könnte so gesteuert werden, dass damit spezielle Algenarten getroffen werden, denn die Resonanz-Frequenz der Heterocysten variiert von Spezies zu Spezies je nach ihrer Größe. "Wichtig ist, dass keine Wasserpflanzen durch die Schallwellen zerstört werden", betont Long.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hull.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikro-U-Boote für den Magen

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Echoortung - Lernen, den Raum zu hören

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

RWI/ISL-Containerumschlag-Index beendet das Jahr 2016 mit Rekordwert

24.01.2017 | Wirtschaft Finanzen