Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Radar-Sicherungssystem schützt Windparks

06.05.2009
Rechtzeitige Detektion soll Vogelsterben verhindern

Der Penascal-Windpark in Texas ist als weltweit erste Windkraftanlage mit einem Radar-Sicherungssystem ausgestattet worden. Vorbeiziehende Vogelschwärme sollen rechtzeitig entdeckt und durch Außerbetriebnahme der Anlage geschützt werden.

Das spanische Unternehmen Iberdrola Renewables greift als Betreiber auf eine Technologie zurück, die ursprünglich für die NASA entwickelt wurde. Windfarmen töten in den USA jährlich 7.000 Zugvögel. Einzelstudien ließen eine noch höhere Dunkelziffer vermuten, heißt es im Guardian. So sollen allein in Altamont, Kalifornien, jährlich 1.300 Vögel und Fledermäuse in die mächtigen Rotorblätter geraten.

"Das Problem tritt je nach Region in unterschiedlichem Maße auf. In Europa können das Gebiet um Gibraltar und der Ärmelkanal zu den klassischen Vogelzugsgebieten gezählt werden", sagt Carlo Reeker vom Bundesverband für Windenergie gegenüber pressetext. In Deutschland sei das Problem weniger gravierend. Der Einsatz von Radartechnologie werde daher eher allgemein, etwa im Hinblick auf die Radarsteuerung von Befeuerungssystemen, diskutiert.

Die deutsche Firma Volkswind treibt jedoch in Kooperation mit dem holländischen Unternehmen TNO ein vergleichbares Pilotprojekt voran. Auch hier sollen Vögel und Fledermäuse durch den Einsatz von Radartechnologie erfasst und vor Zusammenstößen geschützt werden. Theoretisch können sogar Insekten in vier Kilometer Entfernung aufgespürt werden. Nach Detektion müssen die Wetterbedingungen analysiert werden, um die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenpralls berechnen zu können. Im Anlassfall kann entweder die Drehzahl der Rotorblätter verringert oder die Anlage kurzfristig außer Betrieb genommen werden. "Der von uns entwickelte Prototyp wurde bereits ausgiebig getestet. Nun muss das System in einem Windpark installiert werden und in der Praxis bestehen", berichtet Oliver Patent, Projektentwickler von Volkswind, im Gespräch mit pressetext.

Finanzierungsfragen sind vorab zu klären, da die Kosten stark von der Größe der jeweiligen Windparks und der Anzahl potenzieller Kollisionen abhängen. "Wenn Windkraftwerke aufgrund von herannahenden Vogelschwärmen jeden Tag abgeschaltet werden müssen, sind die damit verbundenen Kosten nicht mehr zu vertreten", so Patent weiter. Windparks dürften in so einem Fall erst gar nicht errichtet werden. Das Radar-Sicherungssystem von Volkswind sei konzipiert worden, um Worst-Case-Szenarien vorzubeugen. Wenn Vogelschwärme an Windkraftanlagen vorbeifliegen, solle darauf schnell und flexibel reagiert werden können.

Auch im Zuge des Alpha Ventus-Projekts - 43 km nördlich von Borkum wird in der Nordsee ein Offshore-Windpark errichtet - wird laut Forwind entsprechende Umweltbegleitforschung betrieben. Der Windpark soll letztlich zwölf Windkraftanlagen der 5-Megawatt-Kategorie umfassen. Das Projekt hat ein Investitionsvolumen von 180 Mio. Euro und wird vom deutschen Umweltministerium (BMU) gefördert. Das BMU unterstützt dabei eine Reihe von Forschungsprojekten, die in der RAVE-Initiative (Research at Alpha Ventus) zusammengefasst sind.

Nikolaus Summer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.wind-energie.de
http://www.volkswind.de
http://www.forwind.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Sauerstoffkrisen in der Adria sind nicht nur vom Menschen verursacht
28.03.2017 | Universität Wien

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit