Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Norwegen gibt eine Mrd. Dollar für Amazonasschutz

22.09.2008
Internationaler Fonds soll Regenwald retten

Norwegen wird sich am Amazonasschutz-Fonds mit einer Mrd. Dollar (645 Mio. Euro) beteiligen. Dies gab Ministerpräsident Jens Stoltenberg bei einem Besuch in Brasilien bekannt.

Sein Land plane, noch in diesem Jahr 21 Mio. Euro in den Fonds einzuzahlen. Bis zum Jahr 2015 sollen dann die übrigen Mio. in mehreren Runden fließen. Doch stellte der Sozialdemokrat auch Forderungen für die Weiterausschüttung des Geldes auf. So müsse Brasilien erst einmal selbst dazu beitragen, dass das Abroden des Regenwaldes gestoppt werde.

Erst Anfang August hatte der brasilianische Präsident Luis Inacio Lula da Silva den internationalen Fonds gegründet (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080804033). Aus diesem sollen nach Vorstellungen von da Silva Projekte finanziert werden, die den Bewohnern des Amazonas Alternativen zum flächendeckenden Roden aufzeigen. "Dieser Fonds hat aufgrund seiner internationalen Verankerung auch sehr gute Chancen ein Meilenstein im Schutz des Amazonas zu werden", sagt Bernhard Obermayr, Waldexperte bei Greenpeace, gegenüber pressetext. Denn im Gegensatz zu Vorgängerprojekten stehe hier die brasilianische Regierung nicht alleine mit ihrer Idee, sondern habe bereits zahlreiche internationale Hilfszusagen erhalten.

"Wichtig ist, dass dieses Mal auch NGOs und lokale Gruppen vor Ort in die Planung mit einbezogen wurden. Denn diese wissen am besten, was für die Region gut ist", so Obermayr weiter. Zudem wird das Geld von der nationalen Entwicklungsbank (BNDES) verwaltet, in deren Gremien neben Regierungsmitgliedern auch einheimische Bürger sitzen.

Bis 2021 soll der Fonds über insgesamt 21 Mrd. Dollar (14,5 Mrd. Euro) verfügen, mit denen nachhaltige und umweltschützende Projekte realisiert werden. Dabei steht für Greenpeace an vorderster Stelle, dass nicht noch mehr Infrastrukturadern durch den Regenwald gezogen werden. "Wenn erst einmal eine Straße da ist, dann dauert es nicht lange, bis Plantagen-Mogule Gebiete rechts und links dieser roden, um dort Soja und Co. anzubauen", führt Obermayr aus. Nur wenn skrupellose Geschäftsleute nicht mehr den Regenwald ausbeuten, sei eine Symbiose zwischen Mensch und Wald wieder möglich. Dabei betonte Obermayr, dass der Wald durchaus ein Lebensraum für den Menschen war, ist und auch bleiben sollte. Denn bei ökologischer und nachhaltiger Nutzung könnten sowohl Wald als auch der Mensch sehr gut nebeneinander auskommen.

"Anstrengungen gegen die Abholzung könnten für die größten, schnellsten und billigsten Reduktionen beim Ausstoß von Treibhausgasen sorgen", sagte Stoltenberg. Dabei ist der Amazonas im doppeltem Sinne wichtig für das Weltklima. Denn zum einen bindet seine gigantische Pflanzenwelt das ausgestoßene Kohlendioxid und zum anderen sorgt das großflächige Abholzen des Waldes für 75 bis 80 Prozent der brasilianischen Kohlendioxid-Emissionen. Geschätzte 400 Mio. Tonnen Treibhausgase kommen so jährlich zusammen.

Auch Deutschland kündigte bereits an, dass man sich zukünftig intensiver mit dem Thema Urwaldschutz auseinandersetzen werde. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, dass ihr Land dafür bis 2012 gut 500 Mio. Euro zur Verfügung stellen wird. Danach sollen es jährlich 500 Mio. sein. Wofür das Geld genau eingesetzt wird, sei jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Erik Staschöfsky | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie