Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Erkenntnisse bestätigen begrenzte genetische Vielfalt beim ausgestorbenen Tasmanischen Tiger

19.04.2012
Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und internationale Kollegen haben herausgefunden, dass der ausgestorbene Tasmanische Tiger, auch als Tasmanischer Wolf oder Beutelwolf bekannt, eine begrenzte genetische Variabilität besaß. Die Ursache dafür könnte in der geographischen Isolation der Insel Tasmanien vom Festland Australien vor Zehn- bis Dreizehntausend Jahren liegen.
Der Tasmanische Tiger, der vom Aussehen her sehr große Ähnlichkeiten mit einem Wolf hat, ist die einzige Tierart, von der man das genaue Datum und wahrscheinlich auch die exakte Uhrzeit seines Aussterbens kennt. Trotz intensiver Suche und zahlreicher unbestätigter Sichtungen hat man seit dem Tod des letzten Exemplars im tasmanischen „Beaumaris Private Zoo“ in Hobart, Australien, am 7. September 1936, kein weiteres Tier gefunden.

Der Tasmanische Tiger wurde auf Tasmanien im Auftrag der Regierung zwischen 1888 und 1909 bis zum Aussterben gejagt; zum Schutze der Schafzüchter. Eine Frage, die Biologen seit je her interessierte ist, wie hoch die genetische Vielfalt des Tasmanischen Tigers vor seinem Aussterben war. Eine hohe genetische Vielfalt ist für Populationen von Vorteil, denn sie ermöglicht es, sich an Veränderungen, verursacht durch äußere Einflüsse, optimal anzupassen, wie beispielsweise bei der Bekämpfung von neuen Krankheiten.

Mit Hilfe von traditionellen Methoden der DNA-Sequenzierung kombiniert mit der „Next Generation Sequencing“-Technologie, hat ein Team von internationalen Wissenschaftlern unter der Leitung von Dr. Brandon Menzies vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin und Professor Andrew Pask von der University of Connecticut in den USA demonstriert, dass die DNA-Variabilität zwischen den einzelnen untersuchten Proben der Tasmanischen Tiger nur sehr gering waren. Diese Forschungsergebnisse, von Wissenschaftlern aus Deutschland, den USA und Australien, wurden heute in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht. Die Wissenschaftler verglichen mitochondriale DNA, die sie aus 102 bis 159 Jahre alten Museumsexemplaren extrahierten. Die Proben der Tasmanischen Tiger waren mehr als 99,5 Prozent übereinstimmend. Untersucht wurden DNA-Abschnitte, die normalerweise zwischen verschiedenen Individuen eine hohe Variabilität aufweisen. Beim Vergleich von Fragmenten des gesamten mitochondrialen Genoms waren die Sequenzen sogar mehr als 99,9 Prozent identisch.

Die kürzlich publizierten Erkenntnisse zur begrenzten genetischen Vielfalt der Population des Tasmanischen Teufels (Sarcophilus harrisii), einem lebenden engen Verwandten des Tasmanischen Tigers sowie die neuen Erkenntnisse zum Tasmanischen Tiger deuten darauf hin, das die geringe genetische Variabilität der beiden Tierarten durch die geografische Isolation Tasmaniens vom australischen Festland vor etwa Zehn- bis Dreizehntausend Jahren verursacht wurde.
Zukünftige Untersuchungen sollten die genetische Vielfalt der tasmanischen Fauna mit den Populationen auf dem Festland vergleichen, um die gewonnenen Erkenntnisse für einen wissenschaftsbasierten Artenschutz einzusetzen.

Die Forschung wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung (Postdoc-Stipendium an Dr. Brandon Menzies) unterstützt.

PLoS ONE Webseite:
http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0035433

Steven Seet | Forschungsverbund Berlin e.V.
Weitere Informationen:
http://www.izw-berlin.de/
http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0035433

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie