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Nachhaltiges Landmanagement ist ein wichtiges Fundament für Reduktion und Anpassung

05.12.2011
Lösungsstrategien für ein nachhaltiges Landmanagement müssen auf der regionalen Ebene erarbeitet werden, denn rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen werden durch Landnutzungseffekte verursacht.

Darauf haben das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) auf der UN-Klimakonferenz in Durban hingewiesen. Beide haben am 2. Dezember 2012 ein Side Event unter dem Motto „Adapting NRM in Africa“ im Rahmen der COP17-Verhandlungen zur Klimakonvention der UNFCCC veranstaltet.

Side Events dienen dazu, beteiligte Akteure der Verhandlungen über aktuelle Ergebnisse und Entwicklungen aus Wissenschaft und Praxis zu unterrichten. Bei diesem gut besuchten Side-Event konnte die Relevanz von integrierten Analysen und die Möglichkeiten des Landmanagements für Klima, Mitigation und Adaption deutlich gemacht werden.

In der Präsentation des vom UFZ koordinierten Verbundforschungsvorhaben zur globalen Analyse und Synthese von Landmanagement auf ökosystemare Dienstleitungen und Treibhausgasemissionen wurden von Prof. Dr. Ralf Seppelt drei Punkte deutlich gemacht: Nachhaltiges Landmanagement ist ein wichtiges Fundament für Reduktion (Mitigation) und Anpassung (Adaptation) an den Klimawandel: Ca. 30% der Treibhausgasemissionen werden durch Landnutzungseffekte verursacht. Der KIimawandel beeinflußt Ökosysteme und Landschaften und deren ökologische Prozesse in vielfältiger Weise, z.B. bzgl. Artzusammensetzung, Ökosystemfunktion und –dienstleistung. Dies fordert Anpassungsprozesse. Am Beispiel wichtiger ökologischer Funktionen wie Bestäubung konnte zweitens deutlich gemacht werden, wie relevant ökologische Dienstleistungen z.B. in Agrar- und Waldökosystemen sind. Die integrative Sichtweise wurde von weiteren Vortragenden aus dem Site Event aufgegriffen. Zum dritten wurde deutlich, dass Lösungsstrategien für ein nachhaltiges Landmanagement auf der regionalen Ebene entwickelt werden müssen. Gleichzeitig müssen Übertragbarkeit der Ergebnisse, Synthese und eine Einbettung in globale Rahmenbedingungen (Szenarien) erreicht werden, um unterschiedliche Treiber wie Klimawandel, Agrarmärkte, Demographie etc. gezielt zu analysieren. Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), wird dieses Konzept im Rahmen des Programmes „Nachhaltiges Landmanagement“ umgesetzt und vom UFZ übergreifend koordiniert (http://modul-a.nachhaltiges-landmanagement.de/).

Vorgestellt wurden auf dem Side Event in Durban auch zwei Projekte zur nachhaltigen Landnutzung in Afrika: „The Future Okavango (TFO)“ und „SuLaMa“ untersuchen, wie im Einzugsgebiet des Okavangos in Angola, Botswana und Namibia bzw. auf dem Mahafaly-Plateau im südwestlichen Madagaskar Landnutzung nachhaltig gestaltet werden kann. So konnte die Relevanz von integrativen Analysen und die Möglichkeiten des Landmanagement für Klima, Mitigation und Adaption deutlich gemacht werden. Ergebnisse dieser Arbeiten des UFZ sind vor allem für die auf der Konferenz kritisierten Schlupflöcher der Anrechnung von Emissionsreduktion, z.B. aus der Landnutzung, relevant. Im Vergleich zu den vorangegangenen COPs nimmt dieses Thema einen breiteren Raum auf der Konferenz in Durban ein.

http://www.ufz.de/index.php?de=640

Mit seiner Expertise trägt das UFZ dazu bei, die Folgen des Klimawandels zu erforschen und Anpassungsstrategien zu entwickeln. So ist das UFZ beispielsweise für die wissenschaftliche Begleitung, Koordination und Synthese (GLUES) im Modul A des BMBF-Förderschwerpunktes "Nachhaltiges Landmanagement" zuständig, das auf der UN-Klimakonferenz Anfang Dezember in Durban vorgestellt wurde. Über den Stand der Verhandlungen berichtet aus Durban u.a. der Klimaökonom Prof. Reimund Schwarze für das UFZ und CSC (http://blog.ufz.de/klimawandel/ ).

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ralf Seppelt (Leiter Begleitvorhaben GLUES)
Andreas Werntze, MSc. (Koordination & Kommunikation GLUES)
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1250, -1816
http://www.ufz.de/index.php?de=13905
http://www.ufz.de/index.php?de=19263
oder über
Tilo Arnhold (UFZ-Pressestelle)
Telefon: 0160-90568173 (in Durban) bzw. 0341-235-1635 oder -1269
http://www.ufz.de/index.php?de=640
Links:
GLUES-Projekt:
http://modul-a.nachhaltiges-landmanagement.de/
BMBF-Förderschwerpunkt "Nachhaltiges Landmanagement":
http://nachhaltiges-landmanagement.de/
Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 1000 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.
http://www.ufz.de/
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit über 31.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 17 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

http://www.helmholtz.de

Tilo Arnhold | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://blog.ufz.de/klimawandel/
http://modul-a.nachhaltiges-landmanagement.de/

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