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Korallenriffe sind bis zu 1,2 Mio. Dollar pro Hektar wert

16.10.2009
DIVERSITAS-Konferenz bewertet Kosten beim Erhalt von Ökosystemen

Korallenriffe sind zwischen 130.000 und 1,2 Mio. Dollar pro Hektar wert. Zu diesem Schluss kommen Wirtschaftsexperten bei der heute, Freitag, in Kapstadt endenden Konferenz Programme on Biodiversity (DIVERSITAS).

"Solche Untersuchungen geben Einblicke in den realen Wert von Ökosystemen und den Leistungen, die sie für Menschen erfüllen", so Wirtschaftswissenschaftler Pavan Sukhdev, Leiter des Projekts "The Economics of Ecosystems and Biodiversity" (TEEB). Miteinberechnet werden in einer solchen Bewertung alle möglichen Faktoren von den aus dem Ökosystem gewonnenen Lebensmitteln bis hin zum Fremdenverkehr.

"Im Rahmen der DIVERSITAS-Konferenz wurde einmal mehr versucht, den ökonomischen Wert von Leistungen, die Korallenriffe für uns Menschen liefern können, einzuschätzen. Solche Berechnungen des ökonomischen Wertes von komplexen Ökosystemen sind wohl aus der Schwierigkeit entstanden, Entscheidungsträgern in der Politik den ökologischen Wert eines Ökosystems zu vermitteln", meint der Korallenexperte Christian Wild, Leiter der Coral Reef Ecology Arbeitsgruppe am GeoBio-Center München im pressetext-Interview.

Wert um eine Größenordnung gestiegen

"Das World Conservation and Monitoring Center (WCMC), eine Unterorganisation der UN-Umweltorganisation UNEP, mit Sitz im englischen Cambridge, führt solche Berechnungen schon seit einiger Zeit durch und kam in seinem 2006 veröffentlichten Report bereits auf jährlich 100.000 bis 600.000 Dollar pro Quadratkilometer Korallenriffareal", so Wild. Die nun bei der Diversitas genannten Zahlen übertreffen die bisherigen Berechnungen um mindestens eine Größenordnung.

"Hauptgründe dafür sind vermutlich ein gestiegener Wert der genetischen Diversität aus Korallenriffen, die immer mehr Eingang findet in die Herstellung von neuen Arzneistoffen, sowie eine Erhöhung der sogenannten kulturellen Werte, die mit Erträgen aus dem Tourismus verbunden sind", erklärt Wild. "Die vorgestellten Berechnungen belegen in jedem Fall, dass Korallenriffökosysteme einen hohen und zählbaren Wert für uns alle haben", so der Experte. Alle Zahlen gelten für eine nachhaltige Nutzung von Korallenriffen, betonen also, dass ein entsprechendes Riffmanagement nicht nur aus ökologischer sondern auch aus ökonomischer Sicht absolut sinnvoll.

"Nachdem es außerdem unmöglich ist, Korallenriffe direkt gegen die beiden Hauptkonsequenzen der globalen Klimaveränderung, die Erwärmung und Ansäuerung der Ozeane, zu schützen, sollte alles unternommen werden, um auf der bevorstehende UN Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen drastische CO2 -Reduktionsvereinbarungen mit Werten unter 350 ppm zu erreichen", erklärt der Experte. "Die von vielen Teilnehmern als Zielvereinbarung angepeilten 450 ppm wären ein Todesurteil für einen Großteil der wertvollen globalen Korallenriffe."

Investitionen bringen sehr hohe Erlöse

"Investitionen in den Schutz von solchen Regionen bringen extrem hohe Erlöse", so Sukhdev. Studien haben gezeigt, dass eine Investition von 45 Mrd. Dollar jährlich zwischen 4,5 und 5,2 Bio. Dollar Gewinn bringe. Sukhdev hat berechnet, dass bei der Wiederherstellung von Flusslandschaften die Kapitalrenditen bei 27 Prozent, bei Korallenriffen bei sieben Prozent, bei tropischen Wäldern bei 50 Prozent, bei Mangroven bei 40 Prozent und bei Grasländern bei 79 Prozent liegen. Die Pflanzung von Mangroven in Vietnam hat 1,1 Mio. Dollar gekostet, aber 7,3 Mio. Dollar bei der Erhaltung von Deichen einspart.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.diversitas-osc.org
http://www.teebweb.org
http://www.palmuc.de/core

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