Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kommunen geben ihre Stimme für die biologische Vielfalt

20.05.2010
Internationaler Tag der biologischen Vielfalt:
• 136 Städte und Gemeinden unterzeichnen bislang die Deklaration
„Biologische Vielfalt in Kommunen“
• Kommunen streben ein Bündnis für biologische Vielfalt an

Schon 136 Städte und Gemeinden haben bisher die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterzeichnet. Die Kernbotschaft der Deklaration lautet, Aspekte der biologischen Vielfalt als Grundlage einer nachhaltigen Stadt- und Gemeindeentwicklung verstärkt zu berücksichtigen.

Mit der Unterschrift erklären die Städte und Gemeinden, dass sie den Schutz der biologischen Vielfalt künftig stärker bei ihren Entscheidungen einbeziehen. Nicht zuletzt weil dies Synergien zu anderen kommunalen Handlungsfeldern bringt: Eine Erhöhung der Lebensqualität für die Bürger, Bewegungsräume und Erholungsmöglichkeiten, die Anpassung an den Klimawandel.

Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) hat im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) die „Kommunen für biologische Vielfalt“ zusammengebracht und für die Deklaration gewonnen. Der Anklang bei den Städten und Gemeinden ist so groß, dass sie sich in einem kommunalen Bündnis für biologische Vielfalt zusammenschließen wollen und dies zum Tag der biologischen Vielfalt veröffentlichen.

Mehr und mehr Kommunen erkennen den hohen Stellenwert der biologischen Vielfalt für das Gemeinwesen. Denn Städte mit viel Grün sind attraktiv. Städte und Gemeinden, die den Schutz von Lebensräumen und Tier- und Pflanzenarten in die Planungen einbeziehen, haben zugleich eine hohe Lebensqualität und erzeugen daher einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger.

„Die Städte und Gemeinden sind die zentrale Handlungsebene, wenn es darum geht, die 2007 von der Bundesregierung verabschiedete Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt umzuset-zen und mit Leben zu füllen“, sagte BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel bei der Vorstellung der Deklaration. Jessel erinnerte daran, dass sich Kommunen im ganzen Land sowie sehr verschiedener Größe gezielt für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

Sie begrenzen ihr Siedlungsflächenwachstum, erhalten und entwickeln naturnahe Flächen im Siedlungsbereich, verwenden standorttypische Pflanzen und tragen zur Biotopvernetzung bei, stärken genetische Vielfalt mit kommunalen Artenschutzprogrammen oder verbessern die Durchgängigkeit von Fließgewässern. Die Deklaration sei dabei nur ein erster Schritt, sagte Jessel. Mittelfristig möchten die Kommunen ausgehend von der Deklaration ein kommunales Bündnis für biologische Vielfalt ins Leben rufen, in dem der Erfahrungsaustausch unter den Kommunen organisiert wird. Das Bündnis soll engagierten Kommunen zukünftig darüber hinaus die Chance bieten, mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen, um Förderung für Projekte zu erhalten und Einfluss auf Gesetzgebungsprozesse zu nehmen.

„Wenn Kommunen zu zentralen Akteuren bei der Umsetzung nationaler Pläne und Strategien werden sollen, dann kann die Bereitschaft dieser Kommunen, sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen, nicht einfach stillschweigend vorausgesetzt, sondern muss aktiv gefördert werden“, sagte Axel Welge, Hauptreferent des Deutschen Städtetages.

„In der momentan mehr als katastrophalen Finanzlage kommunaler Haushalte, werden die Kommunen nur dann in notwendige und sinnvolle Vorhaben investieren, wenn sie auf eine verlässliche Förderstruktur seitens des Bundes aber vor allem auch der Länder zurückgreifen können“, ergänzte Ute Kreienmeier, Referatsleiterin beim Deutschen Städte- und Gemeindetag.

Unabhängig von der finanziellen Lage, zeigen Kommunen bereits seit Jahren, dass der Schutz der biologischen Vielfalt ihnen ein wichtiges Anliegen ist. Im Juli 2010 können die Kommunen im DUH-Wettbewerb „Bundeshauptstadt der Biodiversität“ beweisen, wie erfolgreich sie sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen. DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake rief weitere Kommunen auf, die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ zu unterzeichnen und den Schutz der biologischen Vielfalt im Jahr der Biodiversität 2010 ein gutes Stück voranzubringen. „Das ist der erste Schritt zu mehr Bewusstsein für die Rolle der Kommunen, die vor Ort konkrete Verbesserungen herbeiführen können und damit Stück für Stück die nationale Biodiversitätsstrategie umsetzen“, sagte Baake.

Im Anhang an diese Pressemitteilung finden Sie die Deklaration und eine Liste der Kommunen, die sie bis jetzt unterzeichnet haben.

Für Rückfragen:
Alice Kube, Bundesamt für Naturschutz, Außenstelle Leipzig, Karl-Liebknecht-Str. 143, 04277 Leipzig. Tel.: 0341 30977-36, Fax: 0341 30977 40, E-Mail: alice.kube@bfn.de
Oliver Finus, Deutsche Umwelthilfe e.V., Fritz-Reichle-Ring 4, 78315 Radolfzell.
Tel.: 07732 -9995 -54, Fax: 07732-9995-17, E-Mail: finus@duh.de
Hinweis:
Die UNO hat 2010 zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt. Damit bietet sich allen Akteuren in Bund, Ländern, Gemeinden, Wirtschaft sowie Verbänden, Stiftungen, Wissenschaft und weiteren Interessierten die Gelegenheit, während einer Phase erhöhter Aufmerksamkeit, miteinander in einen Dialog über Biodiversität zu treten.

Das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) rufen vom 20. Mai bis 20. Juni zu Wanderaktionen auf. Motto: Gemeinsam wandern – Deutschlands Vielfalt erleben!

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.wandertag.biologischevielfalt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops