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Know-how aus Witten macht den Saigon-Fluss sauber

07.02.2014
Professor Dr. mult. K.-U. Rudolph vom IEEM an der UW/H plant ein neues Großklärwerk in Ho Chi Minh City im Wert von 265 Mio. Dollar

Der Leiter des Institutes für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke (IEEM) hat den Auftrag erhalten, ein Großklärwerk für die Ho Chi Minh City (dem früheren Saigon) im Süden Vietnams zu planen. Das mit einem Investitionsvolumen von ca. 265 Mio. USD veranschlagte Projekt wird von der Weltbank finanziert.

„Das wird ein sehr ehrgeiziges Projekt, nicht nur weil es groß ist, sondern auch, weil die Stadt Ho Chi Minh City und die Weltbank das Klärwerksprojekt als "sehr dringlich" eingestuft haben und erwarten, dass der Vertrag zum Bau und Betrieb des Großklärwerks bereits Mitte 2015 vergeben wird“, beschreibt Professor Dr. mult. K.-U. Rudolph vom IEEM die neue Herausforderung.

Ho Chi Minh City im Süden Vietnams ist eine der Megastädte Südostasiens, in denen Industrie, Wirtschaft und Bevölkerung rapide gewachsen sind. Die Kehrseite des Wachstums und gestiegenen Wohlstands sind gravierende Umweltprobleme. Um den Saigon-Fluss vor ungeklärten Abwässern zu schützen, hat das Volkskomitee Ho Chi Minh City entschieden, ein Großklärwerk mit einer Endkapazität von 820.000 Kubikmeter pro Tag für das Stadtzentrum zu bauen. „Zum Vergleich: Eine Stadt wie Witten mit rund 100.000 Einwohnern rechnet mit 25.000 Kubikmetern pro Tag“, verdeutlicht Prof. Rudolph die Ausmaße des Projektes.

„Die besondere Aufgabe besteht darin, das Abwasser in einem drei Meter dicken Rohr 30 Meter unterirdisch, noch unter der U-Bahn, zur Anlage zu führen. Dort muss es dann 35 Meter hoch gepumpt werden. Das sind schon sehr beachtliche Dimensionen, die nicht alle Tage vorkommen“, berichtet Rudolph über die Details. Eine weitere technische Herausforderung liege darin, dass in Monsunzeiten nicht nur sehr viel Abwasser anfalle, sondern dieses auch sehr „dünn“ sei, in der Trockenzeit dagegen sei es wenig, dafür konzentriert. „Darum benötigen wir eine komplexe Messtechnik und Computersteuerung, die auf diese Schwankungen reagieren kann.“

Im Folgenden einige Kennzahlen für die Fachpresse: Die Ablaufqualität aus dem Klärwerk soll den vietnamesischen Standard A erfüllen (30 mg BSB/L; 5 mg NH4-N/L; TotalColi 3.000 MPN/100 mL). Die vorgesehene Prozesstechnik ist das Aufstau-Belebungsverfahren (SBR; Sequencing Batch Reactor Technology) mit nachgeschalteter UV Abwasserdesinfektion. Der anfallende Klärschlamm wird anaerob stabilisiert, maschinell entwässert und (einstweilen) deponiert. Das produzierte Faulgas (Biogas) soll in einem Kraftwerk verstromt werden. Außerdem wird ein "Lean Cost Concept" für die Konstruktion der Becken und Bauwerke erarbeitet, welches für die schwierigen Bodenverhältnisse in Saigon und im Mekong Delta geeignet ist.

Technologien dieser Art sowie das "Lean Cost Concept" waren im Rahmen des vietnamesisch-deutschen Forschungsprojektes AKIZ vom IEEM entwickelt und verifiziert worden.

Weitere Informationen bei Prof. Dr. mult. K.-U. Rudolph, mail@professor-rudolph.de, 02302/91 401-0

Über die UW/H:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1983 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.750 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Über das IEEM:
Das Institut für Umwelttechnik und Management an der Universität Witten/Herdecke (Institute of Environmental Engineering and Management, IEEM) verbindet die Bereiche Ingenieurwesen und Umwelt-Ökonomie zu einem anwendungsbezogenen, wissenschaftlichen Ansatz im weiten Feld der klassischen Siedlungswasserwirtschaft (Wasser, Abwasser, Abfall).

Ziel des Instituts ist es, innovative technische und ökonomische Lösungen zu erarbeiten und international umzusetzen, um ein nachhaltiges Wirtschaften und den Schutz von Umweltressourcen zu ermöglichen. Dies umfasst auch die Entwicklung moderner Managementmethoden und Organisationsstrukturen, mit denen technische und institutionelle Konzepte optimal gestaltet und effizienzorientiert umgesetzt werden.

Kay Gropp | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de

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