Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel in der Kühltruhe: Neue F-Gas-Verordnung reduziert langfristig Treibhausgasemissionen

11.06.2014

Deutsche Umwelthilfe fordert Bundesregierung auf, bei öffentlichen Bauten klimaschädliche F-Gase zu verbieten und den Einsatz von Klimaanlagen mit natürlichen Kältemitteln verbindlich vorzuschreiben

Am 9. Juni 2014 ist die überarbeitete Verordnung (EU) Nr. 517/2014 über fluorierte Treibhausgase in Kraft getreten. Fluorierte Treibhausgase, auch F-Gase genannt, tragen in erheblichem Maße zur Klimaerwärmung bei.

Sie kommen als Kältemittel in Klimaanlagen und Kältemaschinen (z. B. in Supermärkten) zum Einsatz, aber auch als Treibmittel in Schäumen. Neu in der ab Januar 2015 wirksamen Verordnung ist insbesondere die schrittweise Begrenzung der Verkaufsmengen von teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen (HFKW) bis 2030 auf ein Fünftel der heutigen Mengen.

Zusätzlich werden die Verwendung und das Inverkehrbringen von Anwendungen verboten, die F-Gase mit einem hohen Klimafaktor enthalten. Darunter fallen diverse stationäre Anlagen zur Kühlung und Klimatisierung.

Nach Auffassung der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) bleibt diese Verordnung weit hinter den klimapolitischen Notwendigkeiten zurück.

Denn für alle Einsatzzwecke bestehen bereits Alternativen. Daher müsse die Bundesregierung den Umstieg auf natürliche und umweltschonende Kältemittel schnellstmöglich vorantreiben. Die DUH fordert die Bundesregierung auf, in öffentlichen Bauten den Einsatz von Klimatechnik auf der Basis von F-Gasen zu verbieten und stattdessen den Einsatz natürlicher Kältemittel vorzugeben.

"Die Deutsche Umwelthilfe sieht die neue Verordnung als einen Schritt in eine F-Gas-freie Zukunft. Die Gefahr durch klimaschädliche Gase ist mit der Revision der Verordnung jedoch nicht gebannt. Wir brauchen rasch einen Wechsel hin zu natürlichen Kältemitteln - und zwar ohne Umwege.

Im Automobilsektor haben wir gesehen, dass chemische Substitute wie das Kältemittel 1234yf neue Gefahren mit sich bringen und den Transformationsprozess unnötig aufhalten", betont Dorothee Saar, Leiterin des Fachbereichs Verkehr und Luftreinhaltung der DUH.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert die Bundesregierung zudem auf, die neuen Anforderungen in den nationalen Vorschriften ehrgeizig umzusetzen. Notwendig ist hierbei auch eine effektive Marktüberwachung durch die Länder. Das gilt nicht nur für die Einhaltung der Verbote, sondern auch für eine verantwortungsvolle Entsorgung von Altanlagen.

Von den Anlagenherstellern fordert die DUH eine Zusage, künftig ausschließlich Produkte mit natürlichen Kältemitteln auf den Markt zu bringen. Ein Beispiel hierfür sind die aktuell besonders beliebten mobilen Raumklimageräte, die meist noch mit dem F-Gas R-410A (Treibhausgasfaktor 2.088 im Vergleich zu CO2) befüllt werden. Die von einzelnen Herstellern angebotenen Geräte mit Propan als Kältemittel stellen eine umweltfreundliche und effiziente Alternative dar.

Seit den neunziger Jahren gibt es F-Gase als Ersatzstoff für fluorierte Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), welche die Ozonschicht schädigen und im Rahmen des Montreal Protokolls 1989 verboten wurden.

Jedoch besitzen sie gegenüber CO2 einen bis zu 24.000fach höheren Treibhausfaktor. Eine Umfrage der DUH unter deutschen Lebensmitteleinzelhändlern hat gezeigt, dass natürliche Kältemittel in vielen Fällen schon heute Anwendung finden. 

Weitere Informationen zum Thema F-Gase finden Sie unter www.duh.de/f-gase.html.

Pressekontakt:

Dorothee Saar, Leiterin des Fachbereichs Verkehr und Luftreinhaltung

Tel.: 030 240 867-72, Mobil: 0151 1622 5862, E-Mail: saar@duh.de 

Pressestelle: Tel.: 030 240 867-21, E-Mail: marggraf@duh.de

Dorothee Saar | DUH Presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Artenschützer schlagen Alarm: Papageien noch bedrohter als befürchtet
15.09.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit dem Umzug ins Baufritz-Haus kehrte die Gesundheit zurück

19.09.2017 | Unternehmensmeldung

Parasitenflirt: Molekulare Kamera zeigt Paarungszustand von Bilharziose-Erregern in 3D

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten