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Hochwasser in Sachsen

12.08.2010
Hochwasser in Sachsen als Mahnung begreifen
Flüsse brauchen mehr Raum – Potenziale in den Ländern endlich nutzen

Die Bilder der verheerenden Hochwasser in Sachsen erinnern in erschreckender Weise an das katastrophale Hochwasser im Einzugsgebiet der Elbe vor 8 Jahren. Wie im August 2002 stehen auch jetzt wieder nach sintflutartigen Regenfällen zahlreiche Dörfer, Städte und Landstriche unter Wasser.

„Die menschlichen Tragödien und die erheblichen Schäden müssen als deutliche Mahnung verstanden werden, den Flüssen endlich wieder mehr Raum zu geben“, erklärt die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Prof. Dr. Beate Jessel anlässlich der Hochwasserereignisse im Dreiländereck.

„Technischer Hochwasserschutz, insbesondere Deichsanierungen auf den bestehenden Trassen, wird auch in Zukunft allein nicht ausreichen, um mögliche Hochwasserkatastrophen abzuwenden. Nur ausgedehnte Flussauen können als natürliche Rückhaltebecken den Abfluss großer Wassermassen stetig verlangsamen und damit das Hochwasserrisiko im gesamten Flusslauf verringern“, so die Präsidentin weiter. Dies gilt gerade auch für die betroffenen Flüsse Oder und Neisse, an denen durch Deichbau abschnittsweise mehr als 90 % der ehemaligen Überflutungsflächen verloren gegangen sind.

Nach Auffassung des Bundesamtes für Naturschutz sollte der verständliche Ruf der Länder nach Bundeshilfe auch dazu führen, dass die Potenziale für die Rückgewinnung von Überschwemmungsflächen und für die Renaturierung von Flussauen bundesweit gemeinsam erschlossen werden: Neben die bislang überwiegend technisch ausgerichteten Maßnahmen müssen vermehrt wirksame Maßnahmen eines naturverträglichen Hochwasserschutzes treten. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels und der zunehmenden Häufigkeit und Intensität von Niederschlägen und Hochwasserereignissen ist die Umsetzung entsprechender in vielen Aktionsplänen bereits verankerten Planungen dringend erforderlich.

Hintergrund
Der Ende 2009 vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt , Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) vorgelegte bundesweite Auenzustandsbericht zeigt, dass zwei Drittel der ehemaligen Überschwemmungsflächen an den Flüssen in Deutschland vernichtet worden sind. Nicht nur an Oder und Neisse, sondern auch an Rhein, Elbe und Donau sind durch den Bau von Hochwasserschutzdeichen an vielen Abschnitten sogar nur noch 10 bis 20 Prozent der ehemaligen Auen vorhanden. Zudem befinden sich nur 10 Prozent der noch vorhandenen Flussauen in Deutschland noch in einem naturnahen Zustand. 90 Prozent der Auen sind auf Grund der intensiven Nutzung, ausbleibenden Überflutungen und Gewässerausbau deutlich bis sehr stark verändert.
Weitere Informationen:
BfN-Homepage: http://www.bfn.de/0324_gewaesser_u_auen.html

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de/0324_gewaesser_u_auen.html

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