Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Kooperation zur nachhaltigen Bodennutzung

20.12.2011
Kein menschliches Leben ohne kultivierbare Böden – darauf weist seit 2002 die Internationale Vereinigung für Bodenkunde hin. Dabei sind Böden einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt; nachhaltige Landnutzung ist deshalb das Gebot der Stunde. 29 europäische Forschungsorganisationen und Firmen haben deshalb eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um das Flächenrecycling von Industriebrachen zu forcieren.

Industriebrachen legen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überall in Europa Zeugnis von Industrialisierung und Wirtschaftswandel ab. Rund 2 Millionen solcher vermutlich belasteten Flächen gibt es in Europa; sie gefährden knappe Boden- und Grundwasserressourcen, bedrohen Ökosysteme und die menschliche Gesundheit und behindern häufig die Entwicklung umliegender Gebiete. Gleichzeitig entstehen in wuchernden Ballungsräumen die Brachflächen von morgen.

In europäischen Nachhaltigkeitsstrategien spielt die Reaktivierung und Revitalisierung von Industriebrachen eine entscheidende Rolle, um den Flächenverbrauch zu reduzieren. Europäische Forschungszentren, Experten aus der Praxis und Eigentümer von Industriebrachen haben sich deshalb zusammengeschlossen, um einen längst überfälligen Paradigmenwechsel bei der Flächennutzung herbeizuführen.

In einer gemeinsamen Absichtserklärung haben insgesamt 29 europäische Forschungsorganisationen und Firmen kürzlich vereinbart, gemeinsam die Grundlagen für diesen Paradigmenwechsel zu erarbeiten und seine Umsetzung zu begleiten. Dahinter steht die Vision eines möglichst vollständigen Flächenrecyclings, bei dem die Nutzung von bestehenden Brachen Vorrang vor der Neuversiegelung von Böden hat. Basis der Zusammenarbeit sind die derzeit aus Mitteln der EU geförderten Projekte HOMBRE – Holistic Management of Brownfield Regeneration und TIMBRE – Tailored Improvement of Brownfield Regeneration in Europe.

„Die Kreislaufnutzung von Flächen setzt ein besseres Verständnis dafür voraus, warum, wie, wo und wann Brachflächen entstehen. Nur so können wir sie zukünftig vor allem in den Bereichen städtische Besiedlung, Industrieanlagen und Bergbau von vornherein vermeiden“, sagt der Koordinator des Projekts HOMBRE Hans van Duijne vom niederländischen Forschungsinstitut Deltares.

Stephan Bartke vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, Koordinator des Projekts TIMBRE, fügt hinzu: “Unsere Zusammenarbeit dient auch der Entwicklung nachhaltiger und wirtschaftlich tragfähiger Verfahren zur Revitalisierung von Brachflächen. Dabei müssen die Belange der Umwelt, der verschiedenen Interessengruppen und der Eigentümer Eingang finden in ein integriertes Gesamtkonzept mit maßgeschneiderten Methoden und Technologien für die Neuerschließung brachliegender Flächen.“

Ausführliche Informationen zu den Projekten HOMBRE und TIMBRE sind auf den jeweiligen Internetseiten http://www.zerobrownfields.eu und http://www.timbre-project.eu verfügbar. Dort finden sich auch Forschungsergebnisse, Fallstudien und eine Übersicht über die Möglichkeiten zur Beteiligung sowie weitere vertiefende Informationen.

Kontakt:

Stephan Bartke
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Permoserstr. 15
04318 Leipzig
Tel.: +49 341 235 1683
E-Mail: stephan.bartke@ufz.de
Hans von Duijne
Deltares
P.O. Box 85467
3508 AL Utrecht, The Netherlands
Tel.: +31 88 335 77 76
E-Mail: hans.vanduijne@deltares.nl
Thomas Track
DECHEMA e.V.
Theodor-Heuss-Allee 25
60486 Frankfurt am Main
Tel: +49 69 7564-427
E-Mail:track@dechema.de

Dr. Christine Dillmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.zerobrownfields.eu/
http://www.timbre-project.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie