Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energieeffizienz in Gebäuden: Der Aufbau eines weltweit nutzbaren Internet-Portals bigEE beginnt

15.12.2009
Bundesumweltministerium fördert Initiative des Wuppertal Instituts als Beitrag zum internationalen Klimaschutz

Auf kurze bis mittelfristige Sicht bietet die Erhöhung der Energieeffizienz das schnellste, wirtschaftlichste und größte Minderungspotenzial beim Klima- und Ressourcenschutz.

"Jedes Land auf der Erde könnte bis 2020 seinen Energieverbrauch durch wirtschaftliche Energiesparmaßnahmen um 15 bis 20 Prozent verringern", erläutert Dr. Stefan Thomas, Leiter der Forschungsgruppe Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik, "Jedoch fehlt den meisten Entscheidungsträger(inne)n in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft der Überblick, wo die wichtigsten und kostengünstigen Maßnahmen ansetzen sollten und wie sie am besten in Angriff genommen werden können."

BigEE soll hier Abhilfe schaffen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) fördert das Vorhaben "bigEE - Bridging the Information Gap on Energy Efficiency in Buildings", das das Wuppertal Institut unter der Leitung von Stefan Thomas jetzt startet. Die Förderung erfolgt im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative, die aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages eingerichtet wurde. Mit bigEE wird das weltweit vorhandene Wissen zu Energieeffizienz erfasst, auf wissenschaftlicher Grundlage vergleichbar gemacht, für Entscheidungsträger(innen) und Fachleute gut nutzbar publiziert und über ein Netzwerk von Partnern verbreitet.

Gemeinsam mit der Bundesregierung wird zudem angestrebt, mit diesem Wissensportal Beiträge zum geplanten Sustainable Buildings Network innerhalb der neuen International Partnership for Energy Efficiency Cooperation zu leisten.

China und Indien sind die ersten Partnerländer in diesem Netzwerk, später sollen mindestens drei weitere Schwellenländer hinzukommen. Mit weltweit gültigen Informationen und speziellen Seiten für diese Länder wird das Wuppertal Institut in den kommenden Jahren ein internet-basiertes Wissensportal zu "Energieeffizienz im Gebäudesektor" aufbauen. Kooperierende Institutionen sind neben dem Bundesumweltministerium voraussichtlich u. a. die Internationale Energieagentur (IEA), die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen über das Center for Sustainable Consumption and Production (CSCP). Diese und weitere Partner in fünf Schwellenländern werden die Informationen aktiv nutzen und verbreiten.

Das Vorhaben wird

- stärkere Aufmerksamkeit schaffen für den vielfältigen Nutzen von Energieeffizienz insbesondere auf der Nachfrageseite;

- konkretes Wissen über technische Lösungen, Potenziale, Nutzen und Kosten energieeffizienter Lösungen, machbare Umsetzungsstrategien und Pakete von Politiken und Maßnahmen sowie Umsetzungsergebnisse an Akteure der Zielgruppen vermitteln - kohärent, integriert und leicht verständlich;

- die Kommunikation über diese Themen stimulieren.

Primäre Zielgruppen dieses Wissensangebots sind Entscheidungsträger(innen) in der Politik. Aber auch öffentliche und private Investor(inn)en sowie Berater(innen) und sonstige Akteure zählen dazu. Informationen sollen mit Blick auf diese Zielgruppen aufbereitet und adressatengerecht zur Verfügung gestellt werden.

Für die Partnerländer werden spezifische Seiten zu Potenzialen je Sektor und Anwendungsbereich, wirtschaftlichem Nettonutzen, länderspezifischen Akteursstrukturen in den Energieeffizienzmärkten sowie bestehenden Politikinstrumenten und guten Beispielen erstellt. Diese Seiten werden den Kernbereich der Plattform mit dem weltweit nutzbaren Wissen zu Energieeffizienz in Gebäuden ergänzen.

"Für das Wuppertal Institut hat Energieeffizienz schon immer eine zentrale Rolle in der Forschung gespielt, nicht zuletzt durch das Wirken seines ehemaligen Präsidenten, Professor Peter Hennicke", betont Prof. Dr. Manfred Fischedick. Der Vizepräsident und derzeitige Leiter des Instituts fährt fort: "Wir freuen uns daher besonders, dass Peter Hennicke uns bei diesem Vorhaben als Senior Advisor unterstützen wird. Das internationale Klimaschutzprojekt dient der Gewinnung und nutzergerechten Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und entspricht damit exakt dem Grundauftrag des Instituts. Wir sind sicher, dass wir mit bigEE dazu beitragen werden, dass Energieeffizienz weltweit stärker wahrgenommen und eingesetzt wird."

Ansprechpartner:
Dr. Stefan Thomas
Tel.: +49 (0)202 2492-143
EMail: stefan.thomas@wupperinst.org

Dorle Riechert | idw
Weitere Informationen:
http://www.wupperinst.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise