Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Datenbank für Ökoinventare - ecoinvent bricht auf zu neuen Ufern

06.08.2014

ecoinvent hat mit seiner Ökoinventar-Datenbank diesen März den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Trägerinstitutionen des neu gegründeten Vereins sind mit der Empa, Agroscope, EPF Lausanne, ETH Zürich und dem Paul Scherrer Institut jene Institutionen, die seit den Anfängen vor über einem Jahrzehnt massgeblich zum Erfolg von ecoinvent beigetragen haben.

An der Empa haben Ökoinventare eine lange Tradition; genau vor dreissig Jahren wurden die ersten derartigen Analysen der Empa durch das Bundesamt für Umweltschutz – dem heutigen Bundesamt für Umwelt (BAFU) – unter dem Titel «Ökobilanzen von Packstoffen» veröffentlicht.


Eine Ökobilanz beurteilt den Einfluss von Produkten auf die Umwelt. Dabei sind auch die (teils sehr weiten) Transportwege wichtig – ecoinvent liefert auch hierzu die relevanten Daten.

Empa

Schon früh sensibilisiert, verwenden Grossverteiler heute in der Schweiz für Konsumgüter in der Regel optimierte Verpackungen: Sie sind nicht nur leicht, sondern auch für das Recycling oder zumindest für eine problemlose Entsorgung mit dem Hausmüll konzipiert. Heute erfolgen solche Berechnungen mit Hilfe von ecoinvent, eine Datenbank, in die diese Ökoinventardaten Anfang des Jahrtausends überführt wurden.

Mit Hilfe von Ökobilanzen lässt sich die Umweltverträglichkeit eines Produktes in seiner Gesamtheit und über dessen gesamten Lebensweg unter die Lupe nehmen: von der Extraktion der für die Produktion benötigten Rohstoffe im Bergwerk, über den Land- und Wasserverbrauch bis hin zu den Abfällen. Dafür ist allerdings eine enorme Menge entsprechender Daten, so genannte Ökoinventare, notwendig.

Bei der Bereitstellung von zuverlässigen Ökoinventardaten nimmt der Verein ecoinvent eine zentrale Rolle ein und ist seit seinen Anfängen eine treibende Kraft. 1998 als Forschungsprojekt «ecoinvent 2000» gestartet, um eine einheitliche Ökoinventardatenbank für die Hochschulen und Forschungsinstitutionen des ETH-Bereichs zu entwickeln, hat sich ecoinvent mittlerweile zu einem unentbehrlichen Partner für all jene entwickelt, die selber Ökobilanzen erstellen.

Anhand von mehreren tausend Datensätzen in der ecoinvent-Datenbank können Nutzerinnen und Nutzer für ihre Produkte und Dienstleistungen die für sie relevanten Daten beschaffen. Diese Art von Daten bildet die Basis für Ökobilanzierungsprojekte, Öko-Design oder Produkt-Umweltinformationen.

Anfang Juli ist die jüngste Ausgabe der Ökoinventar-Datenbank in der Version 3.1 erschienen. Sie bietet Nutzerinnen und Nutzern mit seinen Hunderten von neuen, internationalen, qualitätsgesicherten und transparenten Daten aus den Bereichen Holzproduktion, Transport, Trinkwasser und weiteren Industriesektoren noch deutlich mehr Anwendungsmöglichkeiten als die Vorgängerversionen. Dank der Aktualisierung bestehender Datensätze kann zudem ein realistischeres Bild von regionalen Unterschieden in der Herstellung und Bewirtschaftung der Produkte aufgezeigt werden.

ecoinvent wird die Datenbank in Zukunft noch weiter ausbauen. Die Zuverlässigkeit der Daten sowie deren Transparenz tragen zum anhaltenden Erfolg bei. Zudem können alle, die ecoinvent nutzen, gleichzeitig als Datenlieferanten durch das Einspeisen eigener Datensätze aus aller Welt etwas zur weiteren Internationalisierung der Datenbank beisteuern. Auch die Empa und die anderen Trägerinstitutionen werden hier aktiv bleiben und somit ihre zentrale Rolle im Wachstum dieser weltweit einzigartigen Datenbank wahrnehmen.

Über ecoinvent
ecoinvent ist ein Verein mit Sitz in Zürich, der von den Trägerinstitutionen Agroscope, Empa, EPF Lausanne, ETH Zürich und Paul Scherrer Institut gegründet wurde. Die Ökoinventar-Datenbank ecoinvent bildet die Basis für Ökobilanzierungsprojekte, Öko-Design oder Produkt-Umweltinformationen. Unternehmen, Politiker und Konsumenten haben seit 2003 dank ecoinvent die Möglichkeit, ihre Produkte mehr im Einklang mit der Umwelt herzustellen, neue Richtlinien umzusetzen oder ihr Konsumverhalten ökologischer zu gestalten. Mit mehreren tausend Ökoinventar-Datensätzen und fast 7000 Nutzerinnen und Nutzern ist ecoinvent die weltweit führende Ökoinventar-Datenbank.

Weitere Informationen unter
www.ecoinvent.org  und www.ecoinvent.org/database/ecoinvent-version-3/introduction

Weitere Informationen:

http://www.empa.ch/plugin/template/empa/3/149792/---/l=1

Rémy Nideröst | EMPA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik stimuliert Bakterien im Meer
17.04.2018 | Universität Wien

nachricht Wälder beeinflussen den globalen Quecksilber-Kreislauf maßgeblich
13.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics