Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berlin - Hauptstadtfluss soll sauberer werden

13.09.2012
Start der Pilotanlage des Projekts SPREE 2011

In den zwanziger Jahren erfreuten mehr als 30 Badeanstalten an der Spree die Herzen der Berliner, die sich in den Sommermonaten eine Abkühlung gönnten. Doch aufgrund einer starken Wasserverschmutzung, durch Industrieabwässer verursacht, wurde das Baden im Fluss 1925 endgültig verboten.


Die TU Berlin wird den Betrieb des Mischwasserspeichersystems wissenschaftlich unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Barjenbruch vom Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft begleiten.
© Kober

Der Traum vom Baden in der Spree könnte aber bald wieder wahr werden. Denn am 14. September 2012 wird eine fast 50 Meter lange Pilotanlage, die das Mischwasser daran hindern soll, in die Spree zu fließen, am Osthafen in der Nähe der Oberbaumbrücke eingeweiht. Die TU Berlin wird nach dem Startschuss den Betrieb der Anlage wissenschaftlich begleiten.

Starke Regenfälle bringen die Berliner Kanalisation regelmäßig zum Überlaufen. Über die Notausläufe gelangt das dreckige Mischwasser, das sich aus Regenwasser, Abwässern, Fäkalien und Straßenschmutz zusammensetzt, in die Spree und trägt stark zur Verschlechterung der Wasserqualität bei.
Die Pilotanlage der Firma LURI.watersystems.GmbH der Initiative SPREE 2011 wird direkt an eine Mischwasserentlastungsstelle unterhalb der Wasserlinie angeschlossen und soll das Mischwasser, das eigentlich in die Spree eingeleitet wird, zwischenspeichern. Wenn die Kanalisation wieder ausreichend Aufnahmekapazität besitzt, kann das Wasser zurück in die Kanalisation gepumpt und im Klärwerk gereinigt werden.

Das Mischwasserspeichersystem aus Glasfaserrohren und Stahlträgern hat ein Speichervolumen von rund 460 Kubikmetern und besteht aus drei parallel liegenden Strängen, die jeweils aus vier Modulen zusammengesetzt sind. Die Konstruktion besteht aus Röhren, die in einer Stahlrahmenkonstruktion fixiert sind. Die gesamte Anlage ist 48,5 Meter lang, 9,2 Meter breit und 4,3 Meter hoch. Das System lässt sich schnell konstruieren und ist kostengünstiger als der Bau zusätzlicher unterirdischer Behälter.
Zwei Jahre lang soll die Anlage getestet werden. Die Spree fließt sehr langsam, was die Verschmutzung fördert. Im Extremfall kommt es zu Fischsterben. Um die Spree zwischen Allianz-Gebäude am Treptower Park und Mühlendamm in Berlin Mitte wieder zum Badefluss zu machen, wären 14 Anlagen mit der neuen Technologie nötig.

Die TU-Fachgebiete Siedlungswasserwirtschaft, Baustoffe und Baustoffprüfung, Grundbau und Bodenmechanik sowie Wasserwirtschaft und Hydroinformatik waren an der Vorbereitung des Projekts beteiligt. Die TU Berlin wird den Betrieb der Anlage wissenschaftlich unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Barjenbruch vom Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft begleiten und zum Beispiel die Einstellungen der Spülklappen, welche für die Reinigung der Anlage verantwortlich sind, optimieren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Stiftung Zukunft Berlin fördern das Projekt. An der Entwicklung der Anlage waren neben der TU Berlin die Berliner Wasserbetriebe, das Kompetenzzentrum Wasser Berlin und acht Ingenieurbüros beteiligt.
Im Rahmen des Projekts SPREE 2011 hat das Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der TU Berlin außerdem das Actiflo®-Verfahren der Firma Veolia Krüger Wabag getestet. Es ist ein weitergehendes Verfahren bei der Mischwasserbehandlung und beruht auf einer mikrosandunterstützten Flockung mit anschließender Sedimentation, also dem Ablagern am Boden.

Fotomaterial zum Download
www.tu-berlin.de/?id=124123

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Paul Kober, Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft der TU Berlin, Tel.: 030 / 314 - 72038, E-Mail: paul.kober@tu-berlin.de

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de
http://www.tu-berlin.de/?id=124123

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser
27.04.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie