Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biologisch abbaubare Materialien europaweit von Deponien fernhalten

05.12.2007
Herkömmliche Mülldeponien gehören weltweit zu den größten Erzeugern von Klimagasen

„Für den Klimaschutz kommt es darauf an, in ganz Europa biologisch abbaubare Materialien von Deponien fernzuhalten und Bioabfälle getrennt zu erfassen und zu verwerten. Das ist derzeit das wichtigste Ziel für die europäische Abfallwirtschaft“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller, heute in Bonn zur Eröffnung einer Fachtagung zur Kosten- und Ressourceneffizienz in der Abfallwirtschaft.

Berechnungen des Öko-Instituts im Auftrag des Bundesumweltministeriums sind bereits im Jahr 2005 zu dem Ergebnis gekommen, dass der Verzicht auf die Deponierung von Hausmüll in 15 untersuchten europäischen Ländern Treibhausgasemissionen einsparen würde, die rund 74 Millionen Tonnen CO2 entsprechen. „Das wäre ein enormer Beitrag zum Klimaschutz“, sagte Müller. Insgesamt könne das Reduzierungspotenzial der 15 betrachteten Staaten im Bereich der Siedlungsabfälle bis zum Jahr 2020 nahezu 134 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente erreichen. Das entspräche immerhin 11 Prozent der von der EU bis zum Jahr 2020 vorgesehenen Treibhausgasminderung.

„Was für Europa gilt, trifft natürlich auch im globalen Maßstab zu. Weltweit gehören Siedlungsabfalldeponien zu den größten Emittenten Klima schädigender Gase. Deshalb sollte die herkömmliche Ablagerung von nicht-vorbehandelten Abfällen möglichst rasch der Vergangenheit angehören“, so Müller.

Zur Vorbehandlung von Siedlungsabfällen stehen die Abfallverbrennung und die mechanisch-biologische Behandlung zur Verfügung. Durch beide Verfahren wird erreicht, dass Umsetzungsprozesse in Deponien, bei denen Klima schädigende Gase entstehen, wirksam unterbunden werden. „Die Abfallwirtschaft in Deutschland kann noch mehr zum Klimaschutz beitragen, auch wenn durch die Beendigung der Ablagerung unbehandelter Abfälle seit Juni 2005 bereits rund 46 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr eingespart werden. Das ungenutzte Potenzial bei der Sammlung von Bioabfällen liegt beispielsweise immer noch bei rund 3 Millionen Tonnen pro Jahr“, sagte Müller.

Auch wenn der Trend bei der Nutzung von Bioabfällen künftig verstärkt zur Vergärung der Abfälle gehen wird, wird sich das Bundesumweltministerium nicht überhastet von der Kompostierung der Abfälle verabschieden. „Bioabfallkompost ist ein anerkannt hochwertiger Humuslieferant und kann damit der vielfach drohenden Humusverarmung von Böden entgegenwirken“, betonte Müller. Das Bundesumweltministerium will daher untersuchen lassen, welche Verwertungswege für die einzelnen Bioabfall-Ströme bei einer Gesamtbetrachtung ökologisch sinnvoll sind. Ziel ist, hieraus Empfehlungen für die Verwertung der Bioabfall-Ströme abzuleiten.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/presse

Weitere Berichte zu: Abfall Abfallwirtschaft Deponie Klimaschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Mit der Filtermembran auf den Weltmarkt
12.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie