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Europäische Füchse übervölkern Tasmanien

28.09.2007
Kampf gegen Bioinvasoren in Australien

Tasmanien rüstet zum Kampf gegen eine Invasion von europäischen Füchsen. Rund 43 Mio. Dollar lässt sich das Land die Schlacht gegen die Eindringlinge kosten, berichtet BBC-Online.

Ökologen befürchten nämlich, dass die Füchse, die hier nicht heimisch sind, große Schäden an der heimischen Fauna anrichten können. Besonders lokal vorkommende Kleinsäugetiere und Vögel könnten den Füchsen schnell zum Opfer fallen.

Die genaue Zahl der Füchse in Tasmanien ist unbekannt. Schätzungen der Regierung gehen von 50 bis 200 Tieren aus. Daher wird für jeden geschossenen Fuchs eine Abschussprämie bei Vorlegen des getöteten Tieres ausbezahlt. Skeptiker gehen schon jetzt davon aus, dass Jäger am australischen Festland Füchse jagen und sie in Tasmanien abgeben, um die Prämien zu kassieren. Am Festland Australien leben geschätzte 30 Mio. Füchse, die von europäischen Siedlern im vorigen Jahrhundert mitgebracht wurden. Ökologen glauben, dass diese eingeschleppten Tiere für das Aussterben von mindestens 23 australischen Tierarten mitverantwortlich sind.

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Wie genau die Füchse nach Tasmanien gelangt sind, darüber gibt es nur Spekulationen. Sie könnten an Bord von Schiffen versehentlich dorthin gelangt oder aber von Schmugglern absichtlich dort ausgesetzt worden sein. Um der drohenden Gefahr entgegenzutreten, wurde eine spezielle Task Force eingerichtet, die den Füchsen den Garaus machen sollen. Bisher gibt es zwar zahlreiche Zeugenaussagen von Sichtungen, drei im Straßenverkehr getötete Füchse und zahlreiche Spuren. Unklar ist allerdings, ob es trächtige Weibchen oder sogar schon Jungtiere gibt. Skeptiker glauben, dass es sich um reine Panikmache seitens der Regierung handelt. Ökologen sehen in den Bestrebungen die Füchse in Tasmanien auszurotten, allerdings dringenden Handlungsbedarf.

Tasmaniens Tierwelt ist ebenso wie die des gesamten australischen Kontinents durch artfremde eingeschleppte Arten massiv bedroht. In den vergangenen Jahren stand etwa die südamerikanische Aga-Kröte (Bufo marinus), die sich in Nord-Australien ausgebreitet hat, im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit, da sämtliche Versuche die Tiere zurückzudrängen, fehlgeschlagen sind (pressetext berichtete: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=060619022 ). Die Aga-Kröten leben eigentlich in Südamerika und wurden in den 1930-er Jahren gegen Schädlinge in den Zuckerrohrplantagen eingeschleppt. Angesichts der fehlenden Fressfeinde konnten sich die bis zu 26 Zentimeter langen und bis zu 2,5 Kilogramm schweren Tiere großräumig ausbreiten - jährlich gewannen die Kröten rund 50 Kilometer Terrain.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bbc.co.uk

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