Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jetzt kann der Regen weiterziehen - COPS ist zu Ende

24.08.2007
Zum Abschluss des weltweit größten Messexperiments zur Niederschlagsforschung: Ehrung von COPS-Wetter-Scouts und Start des letzten COPS-Wetterballons mit Möglichkeit zum wissenschaftlichen Hintergrundgespräch auf einem Schwarzwaldgipfel

Donnerstag, 30. August 2007, 11:00 Uhr, Hornisgrinde, Schwarzwaldhochstraße, 77889 Seebach

Am 30. August 2007 gehen die Messphasen im COPS-Projekt zu Ende. Das weltweit größte Forschungsprogramm zur Niederschlagsforschung, unter Federführung der Universität Hohenheim sowie des Forschungszentrums und der Universität Karlsruhe, bricht seine "Zelte" im Schwarzwaldraum ab. Nun gilt es, die gesammelten Daten auszuwerten, um Wetter- und Klimamodelle zu verfeinern. Bereits jetzt lässt sich aus den Ergebnissen ableiten, dass die Daten auch für die Hochwasservorhersage von Bedeutung sind.

In diesem Sommer war der Schwarzwald nicht einfach nur ein beliebtes Ferienziel, sondern das weltweit größte Freiluftlabor zur Niederschlagsforschung. Drei Monate lang setzten Forscher aus acht Nationen weltweit einzigartige und teilweise neue Forschungsgeräte sowie eine internationale Flugzeugflotte ein, um die grundlegenden Prozesse zu verstehen, die für Niederschläge verantwortlich sind und sie samt ihrer komplizierten Wechselwirkung berechenbar zu machen. Sogar Privatpersonen unterstützten die COPS-Forscher mit eingeschickten Wolkenfotos in ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Die Einsender der schönsten Wetterfotos werden am 31. August 2007 geehrt, und die COPS-Wissenschaftler haben die Gelegenheit, sich persönlich bei den Wetter-Scouts zu bedanken.

Die Ergebnisse aus den Messphasen sollen dazu dienen, Wetter- und Klimaprognosen zu verbessern. Die zusätzlichen Messungen während COPS liefern die entscheidenden Hinweise, welche Prozesse nicht korrekt in den Modellen wiedergegeben werden. "Wir sehen den Einfluss des COPS-Gebietes bei vielen starken Niederschlägen in Deutschland in diesem Sommer, die auch mit Überschwemmungen verbunden waren. Die Modelle waren in vielen Fällen nicht in der Lage, die Modifikation und Verstärkung der Niederschläge durch die Mittelgebirge zu simulieren. Der COPS-Datensatz ist ein Schatz für die Atmosphärenforschung, um die relevanten Prozesse zu verstehen und simulieren zu können", so Prof. Dr. Volker Wulfmeyer von der Universität Hohenheim zu ersten Erkenntnissen aus den Messungen.

Die Forscher zeigen sich auch sehr zufrieden mit dem Sommerwetter, "an Regen und Unwettern hat es uns in diesem Sommer wirklich nicht gefehlt und wir konnten Unmengen an interessanten Daten sammeln, die es in der kommenden Zeit auszuwerten gilt", so Dr. Andreas Behrendt, der Koordinator von COPS. Man könne tatsächlich fast glauben, dass es extra für das COPS-Projekt geregnet hat, denn "ein heißer Sommer ohne Regen wäre fatal für unsere Messexperimente gewesen", so Prof. Dr. Christoph Kottmeier von Forschungszentrum und Universität Karlsruhe. Das Messexperiment ist vorbei, der Regen wird nicht mehr benötigt, also wären damit doch die idealen Vorraussetzungen für einen sonnigen September gegeben.

Hintergrund COPS:
Die Messkampagne COPS (Convective and Orographically-induced Precipitation Study) ist Teil des Weltwetterforschungsprogramms der Vereinten Nationen (World Weather Research Programme der World Meteorological Organisation). Beteiligt sind alle rund 20 meteorologischen Institutionen Deutschlands und die führenden Forschungszentren für Meteorologie aus Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz und den USA. Die Messkampagne COPS ist Teil des Schwerpunktprogramms 1167 "Quantitative Niederschlagsvorhersage" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und wird mit dem Messprogramm TRACKS der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und dem Weltwetterforschungsprogramm Forecast Demonstration Projekt D-PHASE koordiniert. Eine wichtige Messstation bei COPS ist die US Atmospheric Radiation Measurement Program (ARM) Mobile Facility (AMF). Die Messkampagne ist eingebettet in eine europäische, einjährige Beobachtungsphase, die General Observations Period (GOP).
Weltwetterforschungsprogramm der World Meteorological Organization: www.wmo.int/pages/prog/arep/
COPS: www.uni-hohenheim.de/cops/
DFG-Schwerpunktprogramm: www.meteo.uni-bonn.de/projekte/SPPMeteo/
DFG-Schwerpunktprogramm: www-fzk.imk.uni-karlsruhe.de/417.php
GOP: gop.meteo.uni-koeln.de/gop/doku.php
Antwortfax unter http://www.uni-hohenheim.de/presse/admin/dyn_docs/Aw070830.pdf
Wegbeschreibung unter http://www.uni-hohenheim.de/presse/admin/dyn_docs/Aw070830.pdf
Kontaktadresse:
Florian Klebs, Pressesprecher, Universität Hohenheim, 70599 Stuttgart
Tel.: 0711 459-22003, E-Mail: presse@uni-hohenheim.de
Dr. Joachim Hoffmann, Leiter Öffentlichkeitsarbeit, Forschungszentrum Karlsruhe, Hermann-von-Helmholtz-Platz 1, 76344 Eggenstein-Leopoldshafen

Tel.: 07247 82-2860, E-Mail: joachim.hoffmann@oea.fzk.de

Johanna Lembens-Schiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de/

Weitere Berichte zu: COPS Messexperiment Messkampagne Niederschlagsforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mitochondrien von Krebszellen im Visier

14.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Grazer Forscher stellen Methode zur dreidimensionalen Charakterisierung vulkanischer Wolken vor

14.12.2017 | Geowissenschaften

Leibniz-Preise 2018: DFG zeichnet vier Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftler aus

14.12.2017 | Förderungen Preise