Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wege, das Klimaziel noch zu erreichen

04.05.2007
Nach dem IPCC-Bericht aus Bangkok: Politik und Gesellschaft müssen nun ernsthafte Schritte zur CO2-Minderung machen und die Kräfte bündeln.

Die dringenden Handlungserfordernisse zur Begrenzung des Klimawandels sind in Politik und Gesellschaft angekommen. Ziele zur Begrenzung wurden vereinbart, viele Menschen sind seitdem aktiv geworden.

Mit dem Bericht der 3. Arbeitsgruppe mahnen die Klimaexperten der Vereinten Nationen nun gezielte Maßnahmen an. Sie betonen, dass eine Begrenzung des Klimawandels noch möglich ist, wenn schnell gehandelt wird, denn die notwendigen Technologien stehen zur Verfügung oder sind in der Entwicklung und die Kosten sind tragbar. Alles hängt davon ab, wie die nächsten zwei Dekaden genutzt werden.

Konkrete Vorschläge, wie die Zielerreichung insbesondere in Deutschland und Europa gestaltet werden sollte, erarbeitet das Wuppertal Institut seit seiner Gründung. Szenarioanalysen zeigen u.a. wie die Treibhausgasemissionen der EU um mindestens 30 Prozent bis zum Jahr 2020 gesenkt werden können.(1)

In Deutschland sind unseren Erkenntnissen zufolge 80 Prozent Minderung der CO2-Emissionen bei Einhaltung des Atomausstiegs bis zur Mitte des Jahrhunderts wirtschaftlich möglich.

"Die Energieeffizienz spielt für den Klimaschutz eine Schlüsselrolle", so Präsident Prof. Peter Hennicke, "35 bis 45 Prozent Energie lässt sich einsparen, wenn nur die beste Technik genutzt würde und mit sparsamen Geräten die Nachfrage gesenkt wird." Vorschläge zu Maßnahmen, die gewinnbringend für Verbraucher, Energieunternehmen und Gesellschaft umgesetzt werden können, hat das Wuppertal Institut in einer Studie veröffentlicht.(2)

Als politisches Instrument schlagen wir die Einrichtung eines EnergieSparFonds vor.(3)

Auf der Grundlage der wirtschaftlichen Vorteile massiver Einsparungen in allen Sektoren (insbesondere auch beim Strom) müssen darüber hinaus die Erneuerbaren Energien eine immer stärkere Rolle beim Klimaschutz spielen. Wie ihr Ausbau ökologisch optimiert vorangetrieben werden kann, wurde für das Umweltministerium in verschiedenen Studien erforscht.(4) Aufbauend hierauf ist kürzlich für das Umweltministerium ein aktuelles Leitszenario erstellt worden.

In wie weit die CO2-Abscheidung und -Speicherung, von der viele Akteure einen erheblichen Klimaschutzbeitrag erwarten, tatsächlich zum Klimaschutz beitragen kann, und welche Voraussetzungen dafür zu erfüllen macht eine neuere Studie deutlich.(5)

Einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz muss auch der Verkehr beisteuern. In der Studie "Stand und Perspektiven Klimawirksame Emissionen des PKW-Verkehrs und mögliche Minderungsstrategien" werden mögliche Maßnahmen diskutiert.(6)

Für einen erfolgreichen Klimaschutz sind alle Energie verbrauchenden Sektoren gefordert. Mit seiner Orientierung auf die anwendungsorientierte Nachhaltigkeitsforschung zeigt das Wuppertal Institut konkrete Möglichkeiten auf, benennt die erforderlichen Anteile, beschreibt aber darüber hinaus auch welche konkreten Schritte seitens der Politik und der Wirtschaft für eine erfolgreiche Umsetzung erforderlich sind. Für den Klimaschutz gibt es keinen Königsweg, sondern hier zählt allein ein adäquater Technologie- und Politikmix.

Die Klimaforschung beziffert das notwendige Zeitfenster des Handelns auf 10 bis 15 Jahre. Wir können es schaffen, auf der Basis des heute verfügbaren Wissens umzusteuern. Hemmnisse auf diesem sich nicht selber tragenden Weg können überwunden werden. Den Industrieländern wie Deutschland, die entsprechende Konzepte bereits entwickelt haben, kommt dabei eine immense Bedeutung als Vorreiter zu, insbesondere beim bevorstehenden G8-Gipfel in Heiligendamm.

"Es wird mit Blick auf die erfolgreichen Exportmärkte der Zukunft und vermiedene Investitionen in Anpassungsmaßnahmen nicht zum Nachteil der Industrieländer sein. So beträgt heute schon der Weltmarkt für erneuerbare Energien mehr als 30 Mrd. Euro jährlich", betont Dr. Manfred Fischedick. "In zwei Dekaden kann mit einem Volumen von 250 Mrd. Euro und mehr gerechnet werden." Investitionen in den Klimaschutz und die Entwicklung neuer Technologien und der mit ihnen verbundenen Märkte sind demnach im doppelten Sinne Investitionen in die Zukunft.

Die genannten Studien heißen

(1) Szenarioanalysen für die EU 25. Politiken und Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen der EU um mindestens 30 % bis zum Jahr 2020

(2) Optionen und Potenziale für Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen

(3) Entwicklung eines Konzeptes für einen EnergieSparFonds in Deutschland

(4) Ökologisch optimierter Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien in Deutschland

(5) Geologische CO2-Speicherung als klimapolitische Handlungsoption - Technologien, Konzepte, Perspektiven

(5) Ökologische Einordnung und strukturell-ökonomischer Vergleich regenerativer Energietechnologien mit anderen Optionen zum Klimaschutz, speziell der Rückhaltung und Entsorgung von Kohlendioxid bei der Nutzung fossiler Primärenergien

(6) Klimawirksame Emissionen des PKW-Verkehrs und Bewertung von Minderungsstrategien

und sind auf der Homepage des Wuppertal Instituts verfügbar.

Dorle Riechert | idw
Weitere Informationen:
http://www.wupperinst.org/de/info/presse/

Weitere Berichte zu: Begrenzung Klimaschutz Optionen Szenarioanalysen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Ozeanversauerung: Wie individuell sind die Reaktionen?
06.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten