Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geographen arbeiten mit neuem Umweltsatelliten

27.02.2002


Vegetationsaufnahme durch Bonner Geographen in Kenia. Dieses Bild ist im Internet abrufbar unter http://www.verwaltung.uni-bonn.de/presse/Bildgalerie/kenia.jpg


In wenigen Stunden ist es soweit: In der Nacht zum 1. März wird der neue Umweltsatellit ENVISAT der europäischen Weltraumbehörde ESA an Bord einer Ariane 5-Rakete in seine Erdumlaufbahn starten. Zu denjenigen, die in dieser Nacht mitfiebern, zählen auch Geographen der Universität Bonn: Sie werden zu den ersten Wissenschaftlern gehören, die mit den Daten von ENVISAT forschen.


Die Bonner Wissenschaftler untersuchen mit Hilfe der Satellitendaten, inwiefern sich die Vegetation in Kenia sowohl im Jahresverlauf als auch langfristig ändert. Nur 3,3 Prozent Kenias können für den Ackerbau genutzt werden; zudem wächst in dem ostafrikanischen Land die Bevölkerung rapide. Der Zustand der landwirtschaftlichen Flächen ist daher von vitaler Bedeutung. Vorstudien auf Basis amerikanischer Satellitendaten haben gezeigt, dass in diesem Gebiet innerhalb der letzten 20 Jahre ein starker Nutzungswandel stattgefunden hat. Die Forscher der Arbeitsgruppe Fernerkundung unter Leitung von Professor Dr. Gunter Menz wollen zusammen mit dem Zentrum für Fernerkundung der Landoberfläche (ZFL) der Universität Bonn die Beobachtung der Vegetationsdynamik fortführen und Problemfelder herausstellen, die sich im Zusammenhang mit der Bevölkerungsentwicklung ergeben. Damit wollen sie den lokalen Entscheidungsträgern eine Grundlage für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement an die Hand geben.

ENVISAT (Environmental Satellite) wird in der Nacht vom 28. Februar auf den 1.März 2002 um 02:07 MEZ in Kourou, dem europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana, an Bord einer Ariane 5-Rakete in seine Erdumlaufbahn starten. Mit einem Gewicht von über acht Tonnen ist ENVISAT der bislang größte Satellit der europäischen Weltraumbehörde ESA (European Space Agency).


Er wurde speziell zur Umweltbeobachtung entwickelt und ist mit zehn Sensoren bestückt, die unter anderem Informationen zur Landoberfläche, der Atmosphäre und den Ozeanen liefern. Durch die kontinuierlich zur Verfügung stehenden Daten lassen sich Vegetationsveränderungen wie Waldrodungen und Wüstenbildung, aber auch Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche und Überflutungen global überwachen sowie Veränderungen der Eismassen oder Variationen des Ozongehalts messen. Fünf Jahre lang soll ENVISAT alle 100 Minuten die Erde umrunden. Dabei wird alle drei Tage die gesamte Erdoberfläche abgedeckt.

Der 2,3 Milliarden Euro teure Satellit wurde unter der Aufsicht der ESA sowohl mit optischen als auch mit Radarsensoren bestückt. Während die optischen Sensoren von ENVISAT insbesondere die Vegetationsänderungen großflächig erfassen sollen, ermöglichen die mit bis zu 30 Meter Bodenauflösung empfangenen Radardaten detailliertere Analysen. Die Radarsignale durchdringen zudem ungehindert Wolken, so dass diese Informationen eine wichtige Ergänzung zu den Daten der optischen Sensoren darstellen.


Weitere Informationen: Dipl.-Geogr. Doris Klein, Geographisches Institut der Universität Bonn, Tel: 0228/73-9705, Fax: 0228/73-9702, E-Mail: d.klein@rsrg.uni-bonn.de, oder im Internet unter http://www.rsrg.uni-bonn.de/ (Link "Research").

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.verwaltung.uni-bonn.de/presse/Bildgalerie/kenia.jpg
http://www.astrium-envisat.de/seiten/envisat_presse.htm

Weitere Berichte zu: ENVISAT ESA Geograph Satellit Sensor Umweltsatellit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger
20.10.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Den Trends der Umweltbranche auf der Spur
17.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

„Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern

20.10.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Aus der Moosfabrik

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie