Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lage der alpinen Speicherseen ist dramatisch

07.03.2007
Die Situation von Stauseen in der Alpenregion ist mittel- bis langfristig dramatisch. Durch die zunehmende Verlandung können sie ihre Aufgabe als Hochwasserregulierer nicht mehr ganz erfüllen.

Zu diesem Ergebnis kamen Experten der Wasserwirtschaft aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz bei ihrer Abschlusskonferenz des Projektes "ALPRESERV" am 6. März im Kloster Seeon am Chiemsee.

"Das richtige Regulieren der Wassermassen im Sylvensteinspeichersee hat München 2005 vor einem stärkeren Hochwasser bewahrt", sensibilisierte Dr. Sven Hartmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wasserwesen der Universität der Bundeswehr München und Hauptinitiator des Projektes für nachhaltiges Sedimentmanagement alpiner Wasserspeicher "ALPRESERV". "Durch Geröll und Steine verlanden die Stauseen jedoch immer weiter. Die Konsequenz ist, dass sie weniger Wasser aufnehmen können", fügte Hartmann hinzu. Dies habe neben dem eingeschränkteren Hochwasserschutz eine sinkende Wasserversorgung und Wasserkraftnutzung zur Folge.

Ein regelmäßiges Ausbaggern der Stauseen sei weder finanziell noch ökologisch sinnvoll und vor allem nicht nachhaltig, darin waren sich alle Experten einig. Vielmehr müsse laut Hartmann das Sediment wie Geröll und Steine um die Staumauern herumgeführt werden, damit es in den natürlichen Flusslauf transportiert werde. Dort seien die Sedimente besonders für eine stabile Uferbeschaffenheit wichtig. Eine weitere Maßnahme könne auch das kontrollierte und zeitlich begrenzte Öffnen von Stauwehren während eines Hochwassers sein. Dies habe den gleichen Effekt des Transports von Sedimenten im Flusslauf.

Das Projekt "ALPRESRV" wurde 2003 vom Institut für Wasserwesen an der Universität der Bundeswehr München initiiert und wird von der EU finanziert. In dem internationalen Projekt haben sich Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Behörden und Industrie aller Alpenländer zusammen geschlossen, um gemeinsam Lösungen für ein nachhaltiges Sedimentmanagement alpiner Wasserspeicher zu finden.

Michael Brauns
Pressesprecher
Tel.: 089/6004-2004
E-Mail: michael.brauns@unibw.de

Stephanie Linsinger | idw
Weitere Informationen:
http://www.alpreserv.eu

Weitere Berichte zu: Hochwasser Sediment Stauseen Wasserwesen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften