Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Malawi-See birgt Klimageheimnis der Erde

11.02.2002



US-Forscher wollen im ostafrikanischen See bohren

Amerikanische Wissenschaftler wollen im ostafrikanischen Malawi-See Bohrungen zur Erforschung der Klimageschichte der Erde vornehmen. Der 750 Meter tiefe See, der vor rund sieben Mio. Jahren entstanden ist, ist nach Ansicht der Forscher der Universität von Arizona das umfangreichste Klimaarchiv der Welt. Schon im kommenden Jahr wollen die Wissenschaftler mit neuentwickelten Bohrkernen das Sediment des ostafrikanischen Sees anbohren.

"Unser Ziel ist es etwas über die Klimageschichte der vergangenen 500.000 bis eine Million Jahre zu erfahren", so Andrew Cohen von der University of Arizona. Die Forscher wissen warum sie den Malawi-See als Forschungsobjekt bevorzugen: Sedimentschichten aus vergangenen Jahrtausenden finden sich am Grund des Sees. Einmal jährlich wächst die "schwarze Zone", das sind vom Regen ausgeschwemmte Sedimente, die sich am Seegrund absetzen. Dann wächst während der Trockenzeit die hellere Schicht darüber. Diese besteht aus einzelligen Algen, die während der Trockenzeit im See gedeihen. Die Hinweise auf die Klimaänderung sollen auch Aufschluss über die Evolution des Menschen bringen.

"Das wird eine risikoreiche Forschungsserie, da wir mit einer völlig neuartigen Bohrtechnologie arbeiten", so David Verardo vom US National Science Foundation´s Earth System History Programm. "Darüber hinaus ist der See tief, es gibt nur einige Stellen, die interessant zum Bohren sind und das Wetter kann unbarmherzig sein", so der Wissenschaftler.

Die Forscher planen in Zukunft auch im Tanganyika-See zu bohren. Dort gebe es noch mehr Hinweise auf Klimate vergangener Tage. Dieser See ist aber rund 1.500 Meter tief. Außerdem vermuten die Forscher, dass der Malawi-See während des Pleistozäns wahrscheinlich einmal ausgetrocknet ist. Der Tanganyika See hingegen hielt das Wasser.

Weitere Informationen: news.bbc.co.uk/hi/english/sci/tech/newsid_1804000/1804467.stm

Andrew Cohen | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://malawidrilling.syr.edu
http://www.lakemalawi.com
http://www.nsf.gov

Weitere Berichte zu: Klimageheimnis Klimageschichte Malawi-See Sediment Trockenzeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten