Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsstation im Nationalpark Eifel aufgebaut

15.12.2006
Jülicher Forscher auf der Pirsch

Neben Ozeanen sind auch Böden wichtige Speicher für das Treibhausgas Kohlendioxid. Werden Boden oder Vegetation durch den Menschen verändert, kann dadurch Kohlendioxid gebunden oder freigesetzt werden. Dies wiederum beeinflusst die Klimaentwicklung. Um diese Zusammenhänge in einem großen Waldgebiet zu erforschen, hat das Forschungszentrum Jülich mit dem Geographischen Institut der RWTH Aachen im Nationalpark Eifel eine Forschungsstation eingerichtet.

Mit moderner Messtechnik ist das Forschungszentrum Jülich im Nationalpark Eifel dem Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) auf der Spur. "Wir möchten herausfinden, wie sich der Kohlenstoffhaushalt eines Waldes ändert, wenn sich dieser von einem reinen Fichtenforst in Monokultur zu einem naturnahen Laubmischwald entwickelt", erklärt Dr. Thomas Pütz vom Umweltinstitut Agrosphäre des Forschungszentrums Jülich. "Dabei ist interessant, dass die Versuchsfläche im Wassereinzugsbereich eines Baches liegt, da wir so Stoffabflüsse besser bilanzieren können."

Dazu haben die Jülicher Umweltforscher in Kooperation mit der RWTH Aachen eine Forschungsstation in einem rund 60 Jahre alten Fichtenwald aufgebaut, der vom Nationalparkforstamt Eifel zu einem naturnahen Mischwald aus heimischen Laubbaumarten umgeforstet werden soll. Ein zehn Meter hoher Wettermast liefert minütlich Klimadaten über Windgeschwindigkeit, Lufttemperatur und Lichteinfall. An einem künstlichen Wehr im nahe gelegenen Bach wird unter anderem der Gehalt von verschiedenen Nähr- und Schadelementen ermittelt. Zusammen mit umfangreichen Bodenanalysen des Geologischen Dienstes NRW und einem Laserscan-Reliefmodell des Versuchsgeländes wollen die Wissenschaftler die Dynamik der Nähr- und Schadelemente im Boden abschätzen und den Wasser- und Kohlenstoffhaushalt im Waldbestand erforschen.

Im Anschluss an die Untersuchungen wird die Nationalparkverwaltung die Fichten - die natürlicherweise im Nationalpark nicht heimisch sind - roden und junge Laubbäume pflanzen, damit sich ein naturnaher Wald entwickeln kann. "Ich bin gespannt, wie sich der Wasserhaushalt des Bachlaufs und die Verteilung von z.B. Kohlenstoff, Stickstoff und anderer Elemente im Boden nach der Rodung der Fichten entwickeln", erklärt Dr. Michael Röös, Dezernent im Nationalparkforstamt Eifel. Die Untersuchungen liefern wichtige Erkenntnisse, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt im Laufe der Waldentwicklung verändert, und helfen damit bei der Planung künftiger Maßnahmen entlang von Fließgewässern, im und außerhalb des Nationalparks. Schon jetzt zeigen zahlreiche Institutionen aus dem Bereich Naturschutz, Wasserwirtschaft und praktischer Waldwirtschaft Interesse an den Ergebnissen.

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Berichte zu: Eifel Forschungsstation Kohlendioxid Nationalpark RWTH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wenn Seen ins Schwitzen kommen: Aktuelles IGB Dossier erläutert die Folgen des Klimawandels
26.04.2018 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Bestände des invasiven Kalikokrebses reduzieren und heimische Arten schützen
24.04.2018 | Pädagogische Hochschule Karlsruhe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics