Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gefälschte Pestizide in der Landwirtschaft bedrohen Gesundheit

07.11.2006
Organisation will Pflanzenschutzmittel ins Visier nehmen

Nicht nur die gefälschten Arzneimittel, sondern auch gefälschte Pestizide für den Einsatz am Feld, stellen für die Gesundheit und Industrie eine Bedrohung dar. Die europäische Saatgutschutz- Organisation ECPA hat dieses Problem in eine monetäre Größe gebracht und die Schäden mit jährlich bis zu 510 Mio. Euro beziffert. Das sind zwischen fünf und sieben Prozent des gesamten Marktwertes. Beim jährlichen Treffen der British Crop Protection Association wurden nun die neuen Strategien gegen Chemikalienfälschungen in der Landwirtschaft vorgestellt, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe.

Nicht alle Fälschungen auf diesem Sektor sind gut, manche sind einfach billige Imitate, andere hingegen bestechen durch enge Angleichung an Originalprodukte, berichtet das Branchenmagazin Chemistry and Industry http://www.chemind.org . Tatsächlich vergleichen die Experten die Fälschungen der landwirtschaftlichen Chemikalien mit den gefälschten Medikamenten in der Humanmedizin. Besondere Vorsicht gelte hier in Asien, denn dort überschwemmen nicht nur gefälschte Malariapräparate den Markt, sondern auch nicht lizensierte Pestizide. In Europa schätzen Experten den Anteil an gefälschten Arzneimitteln auf weniger als ein Prozent.

Den Vergleich mit Medikamenten findet Johann Glauninger, Leiter des Instituts für Pflanzenschutz an der Wiener Universität für Bodenkultur http://www.boku.ac.at im pressetext-Gespräch allerdings unpassend. "Allein zwischen den Preisen von Medikamenten und Pflanzenschutzmitteln liegen Welten," so der Experte. "Medikamente kosten um ein Vielfaches mehr als Pflanzenschutzmittel. Außerdem werden moderne Pestizide in sehr geringen Mengen, die genau kontrolliert werden, ausgebracht", meint der Fachmann. Ein solches Problem sei ihm von Österreich oder Deutschland nicht bekannt. Was in den neuen EU-Ländern oder in Asien passiere, das könne er nicht genau sagen. "Das Problem ist aber bekannt", so Glauninger. Experten schätzen, dass in Polen bis zu zehn Prozent aller eingesetzten Pestizide falsch sein könnten, in der spanischen Region Almeria sogar 25 Prozent, berichtet der ECPA-Campaigner Rocky Rowe. "Die Landwirtschaft in Almeria ist fest in Händen von kriminellen Organisationen", subsumiert Rowe. Daher wären diese beiden Länder im Visier von ECPA.

Die Probleme durch gefälschte Pestizide sind aber im Vergleich zu jenen von Medikamenten nicht so offensichtlich. Nach Angaben der ECPA gibt es unter den falschen Chemikalien allerdings doch einige sehr problematische, weil nicht zugelassene Stoffe, die dann in Lebensmitteln wie etwa Obst und Gemüse im Supermarkt landen könnten. Zudem laufen auch die Bauern Gefahr, wenn sie diese anwenden. "Es habe bereits Fälle gegeben, wo Bauern ihre gesamte Ernte durch den Einsatz derartiger Substanzen verloren haben", meint Rowe. In Mitteleuropa gehe es aber in erster Linie um verletzte Patentrechte, weist Bernd Gerling von BASF hin.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: ECPA Medikament Pestizid Pflanzenschutzmittel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Die Zerschneidung der Tropenwälder steigert den Ausstoß von Treibhausgasen um weiteres Drittel
30.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht Energieträger: Biogene Reststoffe effizienter nutzen
29.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE