Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland und Frankreich wollen Zusammenarbeit im Umweltschutz weiter intensivieren

25.09.2006
15. Deutsch-französischer Umweltrat

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und die französische Umweltministerin Nelly Olin wollen der europäischen Führungsrolle im Klimaschutz neuen Schwung verleihen. "Wir erinnern daran, dass die Treibhausgasemissionen global bis 2050 um 50 Prozent reduziert werden müssen. Das heißt für die EU, dass sie ihre Emissionen um 30 Prozent bis 2020 senken muss", betonen beide Minister in der Abschlusserklärung zum 15. Deutsch-Französischen Umweltrat, der am 24./25. September 2006 in Royaumont bei Paris stattfand.

Beide Länder halten es für notwendig, dass auf dieser Grundlage weitere große Treibhausgasemittenten in die nächste Phase der internationalen Klimaschutzverpflichtungen ab 2012 einbezogen werden. Das Treffen in Royaumont diente auch der Vorbereitung des deutsch-französischen Ministerrates am 12. Oktober in Paris. Neben Bundesumweltminister Sigmar Gabriel nahm auf deutscher Seite auch die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad an den Beratungen teil.

Die Minister erörterten den Stand der Vorbereitungen der nächsten Weltklimakonferenz im November in Nairobi. Im Mittelpunkt dieses Gipfels werden die wichtigen Themen Anpassung an den Klimawandel und die Fortentwicklung der internationalen Klimaschutzpolitik nach 2012 stehen. Die Leitlinie der EU für die internationalen Verhandlungen ist das sogenannte "2-Grad-Ziel", wonach die globale Erwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts diesen Wert im Vergleich zu vorindustriellen Werten nicht übersteigen darf, um die Auswirkungen des Klimawandels auf ein erträgliches Niveau zu begrenzen.

"Dies ist um so notwendiger, als die negativen Klimafolgen (Hochwasser, Dürre, Stürme) für die europäische Bevölkerung bereits heute deutlich spürbar sind", heißt es im Abschlusskommuniqué des Treffens.

Ministerin Olin und Bundesumweltminister Gabriel sind übereinstimmend der Auffassung, dass die Anpassung an die Klimafolgen in den verschiedenen Politikbereichen der EU Berücksichtigung finden muss - sowohl in der Außenpolitik als auch in der Rechtsetzung auf EU-Ebene. Anpassung an den Klimawandel werden auch ein Thema eines internationalen Symposiums zu "Klimawandel und die europäische Wasserdimension" sein, das unter deutscher EU-Präsidentschaft vom 12. bis 14. Februar 2007 in Berlin stattfinden wird.

Ein wichtiges Thema des deutsch-französischen Umweltrates waren energiepolitische Fragen. Frankreich und Deutschland erachten eine konsistente Energiepolitik für eine effektive Klimaschutzpolitik national und in der EU für unabdingbar. Der vom Frühjahrsgipfel zu verabschiedende Aktionsplan "Energiepolitik für Europa" solle den Impuls für eine Doppelstrategie aus einer drastisch erhöhten Energieeffizienz und dem substantiellen Ausbau der erneuerbaren Energien geben. "Zudem soll die EU in die Lage versetzt werden, international bei Energiethemen mit einer Stimme zu sprechen und den Binnenmarkt für Energie konsequent weiter auszubauen. Damit kann die EU neben Klimaschutz auch ihre technologische Führungsrolle auf diesen Gebieten ausbauen und zugleich Wachstum und Beschäftigung sichern." Das von der EU-Kommission geplante Grünbuch zu marktwirtschaftlichen Instrumenten soll genutzt werden, um gemeinsam weitere Anreizmöglichkeiten zu identifizieren.

Gabriel sagte, Deutschland werde während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft der Energiepolitik eine hohe Priorität einräumen. Er kündigte für den 29.-31. Januar 2007 die "2007 European Renewable Energy Policy Conference" in Brüssel an.

Deutschland und Frankreich sprechen sich für einen Richtlinienvorschlag der Europäischen Kommission zur Erzeugung von Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien aus. Sie begrüßen konkrete Projekte wie das deutsch-französische Geothermieprojekt in Soultz-sous-Forets.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel begrüßte die erneute Initiative Frankreichs zur Weiterentwicklung des Umweltprogramms der UN (UNEP) zu einer vollwertigen Umweltorganisation (UNEO). Nach Auffassung der beiden Minister erscheint eine starke, speziell der Umwelt gewid¬mete Organisation der Vereinten Nationen angesichts der zunehmenden globalen Umweltprobleme notwendiger denn je. Sie zogen eine positive Bilanz der bisherigen Beratungen in der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Gemeinsam mit den europäischen Partnern werden sie die konstruktive Haltung vieler UNO-Mitgliedstaaten nutzen, um der Aufwertung der UNEP näher zu kommen. Präsident Chirac hat auf der UN-Generalversammlung zu einer internationalen Konferenz zur Unterstützung dieser Idee nach Frankreich eingeladen.

Weiterhin tauschten sich die Minister zu verschiedenen Aspekten der folgenden Themen aus: Alpenkonvention, biologische Vielfalt und Artenschutz, illegaler Handel mit bedrohten Arten sowie Jagd.

Deutschland übernimmt während des ersten Halbjahres 2007 die EU-Ratspräsidentschaft. Bun¬desumweltminister Gabriel betonte, dass eine gute Umweltpolitik innovative Technologien hervor¬bringt und Arbeitsplätze schafft. Schwerpunktthemen der deutschen Präsidentschaft werden neben einer Initiative für eine ökologische Industriepolitik der Klimaschutz, die Energiepolitik, nach¬haltige Mobilität und der Schutz der Biodiversität sein. Die französische Umweltministerin Nelly Olin sicherte ihm dabei die volle Unterstützung ihres Landes zu.

Das vollständige Kommuniqué ist auf der Internetseite des BMU www.bmu.de verfügbar.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de

Weitere Berichte zu: Anpassung Energiepolitik Klimaschutz Klimawandel Umweltrat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics