Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sommersmog: Spitzenkonzentrationen gehen zurück

13.11.2001


Bericht "Ozonsituation 2001 in der Bundesrepublik Deutschland" auch im Internet unter http://www.umweltbundesamt.de
Im Jahr 2001 gab es in Deutschland im Vergleich zu 1999 und 2000 wieder häufiger hohe Ozonwerte über 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der Trend der vergangenen zehn Jahre bleibt jedoch ungebrochen: Die Spitzenkonzentrationen des gesundheitsschädlichen Sommersmogs gehen zurück. Das zeigt auch der 19-seitige Bericht "Ozonsituation 2001 in der Bundesrepublik Deutschland" des Umweltbundesamtes. Er dokumentiert die Ozondaten der Monate April bis August des laufenden Jahres und kann im Internet unter http://www.umweltbundesamt.de als pdf-Datei heruntergeladen werden. Die Auswertung erfolgte nach der gültigen Ozon-Richtlinie der Europäischen Union (EU) von 1992 und nach den Kriterien des ehemaligen "Ozongesetzes", das bis zum 31. Dezember 1999 in Deutschland gültig war. Derzeit werden die erfassten Daten gemäß dem Gemeinsamen Standpunkt des EU-Umweltministerrates ausgewertet. Hierzu wird eine neue, schärfere EG-Ozon-Richtlinie erarbeitet, die die geltende Richtlinie ablösen soll. Der um diese Auswertung erweiterte Bericht wird Ende November im Internet verfügbar sein.

Nach der gültigen EG-Ozon-Richtlinie sind die Überschreitungen der Schwellenwerte von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³) sowie 360 µg/m³ als Stundenwerte auszuweisen. Ergebnis: Der Informationsschwellenwert von 180 µg/m³ wurde an 205 der 362 Messstellen in Deutschland überschritten. Im Verlauf der Ozonsaison gab es in Deutschland insgesamt 2567 Stunden mit einer Überschreitung von 180 µg/m³, verteilt auf 33 Tage. Der Wert zur Auslösung des Warnsystems wurde - wie schon in den vorangegangenen Jahren - nicht erreicht. Der Alarmschwellenwert in der neuen EU-Richtlinie wird von 360 µg/m³ auf 240 µg/m³ herabgesetzt. Das Erreichen von 240 µg/m³ war - neben weiteren Bedingungen - Kriterium zum Auslösen von Ozonalarm und somit für Fahrverbote nach dem ehemaligen "Ozongesetz". Um einen Vergleich zu den Vorjahren zu ermöglichen und auch mit Blick auf die neue Ozonrichtlinie,
sind die Ozondaten des Jahres 2001 nach Überschreitungen von 240 µg/m³ und den Kriterien des ehemaligen "Ozongesetzes" ausgewertet worden. Der Schwellenwert von 240 µg/m³ wurde im Sommer 2001 während 31 Stunden, verteilt auf sieben Tage, an insgesamt 16 Messstellen überschritten. Die Bedingungen zum Auslösen von Ozonalarm und somit für Fahrverbote waren im Jahr 2001 an keinem Tag erfüllt gewesen.
Dass Ozonspitzenwerte über 240 µg/m³ während der Sommersmog-Episoden im Jahr 2001 häufiger als in den Vorjahren auftraten, war in ersten Linie Folge der für die Ozonbildung günstigeren meteorologischen Bedingungen im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren. Dazu gehören zum Beispiel schwachwindige, mehrere Tage andauernde stabile Hochdruckwetterlagen mit Temperaturen großräumig über 30 Grad Celsius. Darüber hinaus führten lokale Effekte - wie Luftmassen, die sehr langsam und bisweilen sogar mehrmals über Gebiete mit hohen Emissionen der Ozonvorläufersubstanzen zogen, so dass sich in ihnen ein hoher "Ozonsockel" aufbauen konnte - zu den hohen Ozonwerten des Jahres 2001.
Die im Jahr 2001 gehäuft aufgetretenen Spitzenwerte ändern nichts Grundlegendes an dem klar abfallenden Trend der Ozonspitzenwerte in Deutschland zwischen 1990 und 2001. Dieser ist im Wesentlichen auf die Emissionsminderungen der Ozonvorläuferstoffe sowohl in Deutschland als auch in den europäischen Nachbarstaaten zurückzuführen.

Karsten Klenner | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Sauerstoffkrisen in der Adria sind nicht nur vom Menschen verursacht
28.03.2017 | Universität Wien

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Transport of molecular motors into cilia

28.03.2017 | Life Sciences

A novel hybrid UAV that may change the way people operate drones

28.03.2017 | Information Technology

NASA spacecraft investigate clues in radiation belts

28.03.2017 | Physics and Astronomy