Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Testlauf für Tsunami-Warnsystem im Pazifik

05.05.2006


Keine Welle, aber auch keine Warnung für Tonga



Das pazifische Tsunami-Warnsystem sei viel besser, hat es nach der schrecklichen Naturkatastrophe vom 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean geheißen. Diese Woche hat es nun auch für das pazifische Tsunami-Warnsystem einen ersten echten "Testlauf" gegeben: In der Nacht vom 3. Mai hat es für den Tonga-Archipel und die benachbarten Inseln im Südpazifik nach einem 7,8 Erdbeben eine Tsunami-Warnung vom Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) in Ewa Beach/Hawaii gegeben. Glücklicherweise ist es zu keiner großen Welle gekommen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner jüngsten Ausgabe.



"Es war eine nette Übung", meinte der Geophysiker Gerard Fryer vom PTWC. Genau jenes Forschungszentrum war es auch, das eine Warnung vor dem tödlichen Tsunami im Dezember 2004 herausgegeben hatte. Allerdings war die Einrichtung viel zu weit weg vom Schuss, nur mit einer Handvoll Forschern besetzt, die mit ihren Fahrrädern ins Zentrum eilten, wenn die Warnsignale anschlugen. Zudem waren drei der sechs Signalbojen beschädigt. Eine offizielle Liste derjenigen, die im Falle eines Tsunamis verständigt werden sollten, fehlte ebenso. Die Folgen des 2004-Tsunami im Indischen Ozean waren verheerend. Die Opferbilanz wurde stetig nach oben korrigiert. Mehr als 186.000 Menschen sind ums Leben gekommen. Die Behörden hatten auf die Katastrophe rasch reagiert. Seitens der US-National Oceanic & Atmospheric Administration NOAA wurde auch viel Geld in die Verbesserung des Pazifischen Warnsystems gesteckt, das nun rund um die Uhr besetzt ist.

Am Donnerstag, den 4. Mai um 4:27 tonganischer Ortszeit (3. Mai, 15:27 GMT) haben seismische Messungen das Beben festgestellt. Eine Eilwarnung wurde ausgeschickt, da das Beben schnell als "extrem gefährlich zur Entwicklung einer Flutwelle" eingestuft wurde. 42 Stationen und 14 wissenschaftliche Bojen gaben die Informationen gebündelt an das PTWC weiter. 15 Minuten danach erfolgte die erste Warnung. Eine knappe Stunde später wurde ein Bulletin ausgeschickt, der mitteilte, dass Tonga bereits von einer Welle getroffen sein musste und diese in 90 Minuten Fidschi erreichen könnte. Ein 40-Zentimeter Tidenhub auf der 500 Kilometer östlich gelegenen Insel Niue hat dann gezeigt, dass es zu keinem Tsunami gekommen ist. Um 6:36 Ortszeit wurde schließlich Entwarnung gegeben.

"Im Großen und Ganzen ist alles gut über die Bühne gegangen, obwohl es bei der Versendung der Bulletins zu einigen Ausfällen gekommen ist", so Fryer. Die erste Warnung sei ordnungsgemäß nach Tonga gesendet worden. "Allerdings fiel im tonganischen Zentrum gerade zu dieser Zeit der Strom aus", erklärt der Forscher. Eine aufmerksame Hotelcrew hatte die Warnung weitergeleitet, nachdem sie auf CNN vom Erdbeben erfahren hatten. Die CNN-Reporter rieten den Tonganern dazu, die Informationen ins 24-Stunden-Kabel Netzwerk einzuspeisen. Das sei keine schlechte Idee, meint Fryer.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Tsunami Tsunami-Warnsystem Warnung Welle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rest-Spannung trotz Megabeben

13.12.2017 | Geowissenschaften

Computermodell weist den Weg zu effektiven Kombinationstherapien bei Darmkrebs

13.12.2017 | Medizin Gesundheit

Winzige Weltenbummler: In Arktis und Antarktis leben die gleichen Bakterien

13.12.2017 | Geowissenschaften