Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Census of Marine Life entdeckt neues Leben in der Tiefsee

05.05.2006


Russ Hopcroft, University of Alaska at Fairbanks/NOAA/Census of Marine Life


Projekt will bis 2010 Leben in allen Ozeanen erfassen

... mehr zu:
»Ozean »Probe »Quallen »Tiefsee »Zooplankton

Eine dreiwöchige Entdeckungsreise im Atlantik hat zur Identifizierung von winzigen Tieren geführt, die für die Wissenschaft neu sein dürften. Dazu gehört unter anderem mit den Quallen verwandtes Plankton mit zart durchscheinenden Körpern, Hunderte von mikroskopisch kleinen Krabben und verschiedene Fischarten. Die Reise ist Teil des derzeit laufenden Projekts Census of Marine Life (CoML), das das Leben in den Ozeanen auf der ganzen Welt kartografisch erfassen wird.

Plankton bildet die Grundlage vieler Nahrungsketten im Meer. Einige Arten werden durch den Klimawandel empfindlich gestört. Bei Zooplankton handelt es sich um winzige Meereslebewesen. Viele leben als Phytoplankton auf schwebenden Pflanzen. Ein großer Teil wird von Fischen, Säugetieren und Krustentieren gefressen. Eines der Ziele des Census of Marine Zooplankton (CoMZ) ist eine weltweite Bestandsaufnahme dieser winzigen Organismen, die Wissenschaftern helfen soll durch das Klima oder andere Faktoren verursachte Veränderungen zu erkennen. Der leitende Wissenschafter der letzten Reise Peter Wiebe von der Woods Hole Oceanographic Institution erklärte gegenüber der BBC, dass aus der Tiefsee unter 1.000 Metern nur selten Proben gesammelt werden. "Es ist sehr schwierig. Man braucht Tausende Meter Seile. Wir können derzeit in Abständen von 1.000 Metern bis auf eine Tiefe von 5.000 Metern Proben sammeln."


Während der Reise wurden Tausende Proben gesammelt. In der Zwischenzeit gelang es 500 Lebewesen zu katalogisieren. Dazu gehören krabbenähnliche Ruderfüßer und Muschelkrebse, schwimmende Würmer und winzige Quallen. Die meisten sind einem Leben in der kalten Dunkelheit angepasst, wo sich die Temperaturen bei rund ein oder zwei Grad bewegen. Der Transport an die Oberfläche bedeutete für sie mit einer Temperatur von rund 27 Grad das Passieren einer viel wärmeren Wasserschicht. Sobald sie an Bord des Schiffes waren, wurden sie in gekühlten Behältern gelagert um eine Ähnlichkeit zu ihrem natürlichen Lebensraum aufrechtzuerhalten. Trotz dieser Maßnahmen verendeten viele der Tiere bevor sie studiert werden konnten.

Dieses Projekt war eines der ersten bei dem DNA auf See sequenziert wurde. Wiebe geht davon aus, dass dieses Vorgehen in Zukunft häufiger für die rasche und einfache Identifizierung von Arten eingesetzt wird. "Viele dieser Lebewesen kommen im Indischen, Pazifischen und Atlantischen Ozean vor. Man kann sie optisch nicht unterscheiden. Vielleicht werden wir aber genetische Unterschiede entdecken." Mehrere weitere Reisen zur Erforschung des Zooplanktons sind in den nächsten zwei Jahren geplant. Bis zum Ende von CoML im Jahr 2010 hoffen die Wissenschafter jede Zooplanktonart in den Ozeanen gefunden und untersucht zu haben.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.coml.org
http://www.whoi.edu

Weitere Berichte zu: Ozean Probe Quallen Tiefsee Zooplankton

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser
27.04.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie