Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Davos wird erste Gemeinde mit vollständiger CO2-Bilanz

12.12.2005


Forschung und Behörden arbeiten zusammen, um die Klimabelastung der höchstgelegenen Alpenstadt zu bestimmen und zu verringern



Herauszufinden, wie viel klimaschädigendes Kohlendioxid (CO2) in Davos freigesetzt und gebunden wird, ist das Ziel eines gemeinsamen Projekts der Landschaft Davos Gemeinde, des Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF sowie dessen Mutterhaus Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Die Gemeinde möchte zudem Wege zur Verbesserung ihrer CO2-Bilanz aufdecken und so einen lokalen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

... mehr zu:
»CO2 »CO2-Bilanz »Davos »Massnahmen


Im Rahmen des Kyoto-Protokolls hat sich die Schweiz verpflichtet, bis ins Jahr 2010 den CO2-Ausstoss um 8% gegenüber 1990 zu vermindern. Davos als "Energiestadt" hat sich vorgenommen, seinen Verbrauch fossiler Brennstoffe bis 2014 um 15% zu reduzieren und damit die Erreichung der nationalen und globalen Ziele zu unterstützen. Dazu muss bekannt sein, wie viel CO2 die Davoserinnen und Davoser und ihre Gäste freisetzen; und ebenso, wo wie viel CO2 gebunden wird. "Das Projekt nimmt schweizweit eine Vorreiterrolle ein: Es liefert Grundlagen, Methoden und Werkzeuge für andere Gemeinden, welche ihre CO2-Bilanz erstellen und Sparmöglichkeiten aufdecken möchten", erklärt Projektleiterin Corinne Lundström vom SLF.

Bis heute gibt es kein Instrumentarium, das eine vollständige CO2-Bilanzierung auf Gemeindeebene erlaubt. Die Landschaft Davos Gemeinde, die WSL und das zu ihr gehörende SLF ändern dies nun mit einer gemeinsamen Untersuchung, die von der KTI finanziell unterstützt wird: Vorwiegend aus bestehenden Statistiken (z.B. Energieverbrauch der gemeindeeigenen Gebäude, Emissionskataster Graubünden, Abfallstatistik, Arealstatistik, etc.) und aus bestehenden Studien (Stoffflussbilanz Davos, CO2-Bilanz alpiner Böden, CO2-Senkenwälder etc.) wird die Bilanz für den heutigen Zustand wie auch für verschiedene Szenarien erarbeitet. Ein Szenarium könnte beispielsweise sein, ob und wenn ja wie Davos CO2-neutral werden könnte. Darauf basierend kann die Gemeinde entscheiden, welche politischen Massnahmen sie treffen will.

Energiestadt und Klimaschutz

Mit dem Label Energiestadt hat sich die Gemeinde Davos zu einer konsequenten und ergebnisorientierten Energiepolitik verpflichtet. Mit der Erarbeitung einer CO2-Bilanz wird es für die Gemeinde möglich sein, diesen Beitrag in Zukunft auch bezüglich Klimarelevanz zu quantifizieren. Die Studie wird helfen, die Wirkung bereits beschlossener und auch zukünftiger Massnahmen zu prüfen und miteinander zu vergleichen. Dadurch können zum Beispiel Massnahmen, die sowohl energie- als auch klimarelevant sind, gezielt gefördert werden. Als einer der grössten Kur-, Sport- und Kongressorte der Alpen wäre Davos bei einer Klimaänderung besonders betroffen. Dessen ist sich die Gemeinde bewusst und möchte deshalb, auch in Zeiten in denen die Klimaschutzpolitik auf Bundesebene - trotz der Bekenntnisse zu Kyoto - nur harzig vorankommt, eine Vorbildfunktion übernehmen und die Treibhausgasemissionen nachhaltig reduzieren.

Wissenschaft praktisch nutzbar machen

Es gibt heute zwar viele wichtige lokale, kantonale und nationale Statistiken und unzählige wissenschaftliche Studien rund um CO2. Es fehlt aber bisher ein Instrument, welches die gesamte CO2-Bilanz einer Gemeinde erstellt. So werden in der Davoser Studie nicht nur die Emissionen berechnet, sondern auch den Senken im Naturraum besondere Beachtung geschenkt. Der Wald wird deshalb in der Bilanz eine wichtige Rolle spielen. Mit dieser Studie wird vorhandenes Wissen so gesammelt, gebündelt und zusammengeführt, dass es für Praxis und Politik nutzbar wird. Gerade dies macht die Untersuchung auch für ein Forschungsinstitut spannend: "Es geht uns darum, das bisher nicht verwertete Wissen den Umsetzern aus Gesellschaft und Politik und letztlich jeder einzelnen Person zu erschliessen" erklärt Veronika Stöckli, vom Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, die auch in der Umweltkommission der Gemeinde Einsitz hat. "Die theoretische Arbeit der Forschung wird so in Wert gesetzt und die Wissenschaft nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung wahr. Mit den entwickelten Methoden und Instrumenten können später auch andere Gemeinden arbeiten", begründet Stöckli das Engagement der Forschung für die Studie.

Birgit Ottmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.slf.ch

Weitere Berichte zu: CO2 CO2-Bilanz Davos Massnahmen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ins Herz der Blaualgenblüte: IOW-Segelexpedition „BloomSail“ geht an den Start
22.05.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Totes Holz für mehr Leben im See
18.05.2018 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Quantenverschränkung auf den Kopf gestellt

22.05.2018 | Physik Astronomie

„Spukhafte Fernwirkung“ im Physik-Gebäude: Forscher entwickeln Baustein für Quanten-Repeater

22.05.2018 | Physik Astronomie

Selbstleuchtende Pixel für eine neue Display-Generation

22.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics