Kuwait plant 1.000-Meter-Wolkenkratzer

Vertikale Kleinstadt stellt hohe Anforderungen an Logistik

Der Kampf um das höchste Gebäude der Welt ist offensichtlich wieder neu entflammt: Die Fundamente für den 700-800 Meter hohen Burj-Dubai-Tower sind schon errichtet. Nun plant das Londoner Architektenbüro Eric Kuhne and Associates in Kuwait einen Wolkenkratzer mit der gigantischen Höhe von 1.001 Metern. Dieser soll alle bisherigen Gebäude im wahrsten Sinn des Wortes in den Schatten stellen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist. Derzeit ist das höchste Gebäude das 509 Meter hohe Taipei-101, das in Taiwans Hauptstadt steht.

Die ersten Entwürfe von Kuhne www.civicart.com sind bereits fertig gestellt. Nun hoffen die Architekten auf einen positiven Bescheid der kuwaitischen Behörden, die der Fachzeitschrift Architects Journal bereits von dem Vorhaben berichtet haben. Bis jetzt sind die Pläne des Madinat al Hareer – oder der „Stadt aus Seide“ – allerdings noch nicht veröffentlicht worden. Das Architekturbüro bestätigt hingegen den Auftrag. Insgesamt werden die Kosten mit 124,5 Mrd. Euro angegeben. Die Bauzeit könnte bis zu 25 Jahre betragen.

„Bei Gebäuden mit einer solchen Höhe gibt es zahlreiche Herausforderungen“, meint Mohsen Zikri, Wolkenkratzer-Experte der internationalen Architektengruppe Arup im pressetext-Interview. Probleme sieht der Experte hingegen nicht. Es gehe darum, vorhandene Technik zu perfektionieren und an diese speziellen Gegebenheiten anzupassen. „Alleine die Anzahl der Menschen, die täglich in- und aus dem Gebäude geht, stellt eine solche Herausforderung dar.“ Die Menge an Personen sei durchaus mit jener eines Dorfes oder einer Kleinstadt vergleichbar. Zikri vergleicht dies mit einer vertikalen Stadt. Die Dimension macht die Herausforderung erst perfekt: „Wie kann ich die nötige Anzahl an Aufzügen im Gebäude unterbringen und den Platzbedarf so klein wie möglich halten?“ Dazu müssten Liftanlagen mit Doppel- und Dreifach-Kabinen eingesetzt werden.

„Ein anderer problematischer Punkt ist die Verringerung der Schwingung des Gebäudes durch Wind“, so der Experte. In einigen der modernen Wolkenkratzer wurden daher Pendel eingebaut, die der Schwingung entgegenwirken sollen. Eine andere Herausforderung stellt auch der Wind dar, der an der Außenkante des Gebäudes entsteht. Dieser könne nämlich zu unerwünschten Strudel am Boden beitragen. „Zusätzlich ist die Errichtung eines solchen Gebäudes eine logistische Herausforderung“, meint Zikri. Die Beschaffung und Bereitstellung der erforderlichen Baumaterialien müsse mit militärischer Präzision erfolgen. „Alles muss exakt zur richtigen Zeit bei der Baustelle sein.“ Auf die Frage, ob die Kosten eines solchen Gebäudes sich überhaupt rentieren, meint der Experte, dass die Effizienz sich nach dem geografischen Standort richte. „Dort wo Grundstückspreise hoch sind, etwa in London oder Hongkong, rentiert sich ein solches Gebäude mit geringer Grundfläche eher als mehrere kleinere“, so der Experte abschließend.

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Wolfgang Weitlaner pressetext.austria

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