Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Prüfung von Abfallmaterial zur Plasmabearbeitung

08.08.2005


Eine breite Vielfalt an Abfallmaterialien wurde zur Bearbeitung mit Hilfe von plasmaverarbeitenden Verfahren ausgewählt. Darüber hinaus wurden diese Einspeisungsmaterialien, Nebenprodukte und Endprodukte analysiert, um ihre Übereinstimmung mit den Umweltbestimmungen der EU sicherzustellen.



Giftige medizinische und industrielle Abfallmaterialien beinhalten Schwermetalle, Furane und Dioxine, die ein erhöhtes Potenzial der Auslaugung ins Wasser aufweisen. Zusätzlich dazu werden gefährliche Industriechemikalien, ölverunreinigte Abfälle und Pestizide in der Regel unter kontrollierten Lagerbedingungen entsorgt.



Mit seinem Schwerpunkt auf der nachhaltigen Abfallwirtschaft richtete sich das WASTILE-Projekt auf die Behandlung gemischter Abfallströme, bestehend aus gefährlicher Abfallasche und giftigen Chemikalien. Durch die Nutzung moderner Plasmatechnologien führt der Behandlungsprozess zur Produktion von Baumaterialien wie beispielsweise Kacheln.

Die Forschung untersuchte die Möglichkeiten einer breiten Vielfalt von Abfallmaterialien zur Einspeisung. Diese umfassten Flugasche aus medizinischen Prozessen, die Nadeln und Glasteile enthält, sowie Flugasche und Kohlefilterablagerungen eines Kraftwerks. Die Tests schlossen auch Industrieschlämme (Post-Chromium) und Klärschlamm aus einem kommunalen Klärwerk ein.

Sowohl die Asche als auch der Schlamm wurden in spezifische Fraktionen abgespalten und wiesen ein hohes Anwendungspotenzial für die thermische Plasmaverglasung auf. Die getesteten Einspeisungen zeigten eine variable Zusammensetzung, zeichneten sich jedoch alle durch einen großen Anteil an glasbildenden Oxiden aus, der sie zur Anwendung tauglich machte.

Die weitere Analyse umfasste die Herstellung von plasmabearbeiteten Verglasungsprodukten sowie die Charakterisierung und Prüfung hinsichtlich Feuchtigkeitsgehalt, pH-Wert und Masseverlust. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse von Auslaugungstests für Einspeisungsmaterialien und Verglasungsprodukte mit den in der EU-Richtlinie pr EN 12457-3 für gefährliche Abfälle vorgeschriebenen Grenzwerten verglichen.

Die Einspeisungsmaterialien wie Zink und Kadmium überschritten die vorgeschriebenen Konzentrationen, insbesondere medizinische Asche gilt aufgrund der darin enthaltenen Schwermetalle nachweislich als das gefährlichste Material. Andererseits erwiesen sich Verglasungsprodukte aus medizinischer Asche, die nach einer Übergangsperiode als Inertabfälle in Betracht gezogen wurden, als sicher.

Im Allgemeinen konnte den Verglasungsprodukten eine gute chemische Stabilität, eine homegene Struktur und eine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit nachgewiesen werden. Die Endprodukte, einschließlich Schaumglas und Kacheln, wurden geprüft und zeigten eine Übereinstimmung mit den Standardanforderungen. Die Ausnahme bildeten rot gefärbte Kacheln, in denen das Kadmium oberhalb des standardisierten Grenzwertes lag.

Es werden weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Partnern gesucht, die an der Nutzung gefährlicher Abfallströme beteiligt sind oder in den Ausbau der Plasmabearbeitung oder der Produktion von Baumaterialien investieren.

Krystyna Cedzynska | ctm
Weitere Informationen:
http://www.p.lodz.pl/english/aindex.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mit Urzeitalgen zu gesundem Wasser: Wirtschaftliches Verfahren zur Beseitigung von EDC im Abwasser
27.04.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie