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Vom „zarten Pflänzchen“ zur größten Umweltstiftung der Welt: DBU förderte 6.000 Projekte

20.07.2005


26.000 Anträge – Über eine Milliarde Euro investiert – 2004: 296 Projekte mit 44,5 Millionen Euro bewilligt


1,28 Milliarden Euro Gründungskapital und eine Vision, aber weder Mitarbeiter noch ein Gebäude – so begann am 1. März 1991 die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück. Heute ist sie die größte Umweltstiftung der Welt. 100 Mitarbeiter haben 26.000 Förderanträge bearbeitet. Aus 6.000 davon entstanden Projekte, die mit über einer Milliarde Euro gefördert wurden und speziell auch dem Mittelstand zugute kamen. Rund 40 Prozent der Mittel flossen nach Ostdeutschland. Internationale Förderprojekte, vor allem in Mittel- und Osteuropa, machen inzwischen bis zu zehn Prozent der Stiftungsarbeit aus. Mehr als 800 Jungakademiker, davon über 200 aus Mittel- und Osteuropa, erhielten Forschungsstipendien. Diese Zahlen nannte heute bei der Vorlage des Jahresberichts 2004 DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde.

Die DBU hat 2004 in 296 Projekte fast 44,5 Millionen Euro investiert. Vorrangige Nutznießer bleiben mit rund 27,5 Millionen Euro die mittelständischen Unternehmen. Sie haben 2004 teilweise in Kooperation mit Forschungsinstituten und Universitäten vornehmlich Projekte zum produktionsintegrierten Umweltschutz umgesetzt. Bei einem Jahresergebnis von 70,7 Millionen Euro wurde das Stiftungsvermögen 2004 um 29 Millionen Euro auf 1,634 Milliarden Euro aufgestockt.


Nach einer Analyse des Fraunhofer Instituts Karlsruhe übernimmt für die Kleinunternehmen die DBU bundesweit eine „herausgehobene Rolle“. Alleinstellungsmerkmale seien dabei der Verzicht auf zu enge programmatische Vorgaben für die Unternehmen und das flexible Förderspektrum mit schneller Reaktionsfähigkeit der Geschäftsstelle. Dabei habe die DBU auch im Gegensatz zu anderen Fördereinrichtungen von Anbeginn an die Priorität für den produktionsintegrierten Umweltschutz gesehen. Brickwed-de: „Rohstoff- und Energieeffizienz sowie Emissionsminderung als Beiträge zum Klimaschutz haben für uns stets vorrangige Bedeutung gehabt.“

So hat die Stiftung emissionsfreie Beschichtungen für Solarabsorber in Sonnenkollektoren gefördert. Neben der umweltfreundlichen Produktion wird ein um zehn Prozent höherer Wärmeertrag erreicht. Nach nur wenigen Jahren hätten sie alte Techniken nahezu völlig vom Markt verdrängt. Die Entwicklung des Dieselrußpartikelfilters fördert die DBU bereits seit 1995, als das Thema Feinstaub noch nicht breit diskutiert wurde. Mess- und Anzeigegeräte, die den Energieverbrauch auf ein Fünftel senken, Wäschetrockner, die nur noch die Hälfte Strom verbrauchen sind weitere Beispiele.

In der Architektur und im Bauwesen hat die DBU bauökologische Projekte mit Niedrigenergie- und Passivhäusern verwirklicht. Brickwedde: „Mit all diesen Projekten konnten wir durch Innovationen sowohl zur Umweltentlastung als auch zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen und so das Gebot der Nachhaltigkeit optimal erfüllen.“

In der Umweltforschung sollen die Projekte komplexe Umweltprobleme in Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen lösen. Die Schwerpunkte: Holz, Bioabfall oder nachhaltige Chemie. Der Förderschwerpunkt „Biotechnologie“ habe maßgeblich zum Aufbau eines auch international Maßstäbe setzenden bundesweiten Netzwerkes innovativer Unternehmen und Forschungseinrichtungen geführt. Die DBU spiele in der „Weißen Biotechnologie“ eine führende Rolle.

Das Stipendienprogramm habe sich zu einem disziplinübergreifenden Netzwerk mit Langzeitwirkung entwickelt. Bisher wurden 576 Doktoranden und Habilitanden unterstützt. Eine zweite Initiative für das Stipendienprogramm mit Mittel- und Osteuropa wurde auf den Weg gebracht, ausgehend von Polen und ausgeweitet auf das Baltikum, Tschechien, Rumänien und Bulgarien. Brickwedde: „Hier wird in junge, überdurchschnittlich begabte Köpfe investiert und eine über lange Fristen wirkende positive Entwicklung für den Umweltschutz initiiert.“

Einen Schwerpunkt bildeten auch Förderaktivitäten für eine nachhaltige Landwirtschaft und eine umweltgerechte Landnutzung. Verringerung von Emissionen, Minderung der Bodenerosion und biologischer Pflanzenschutz sind hier die Stichworte. Der anhaltende Rückgang der Biodiversität in Agrarökosystemen sei für die DBU Anlass gewesen, die Verbundvorhaben „Lebensraum Börde“ und „Brachen als Lebensraum“ zugunsten des Naturschutzes zu initiieren. Brickwedde: „In den wichtigsten Ackerbauregionen Deutschlands werden in Kooperation zwischen Landwirten und Naturschützern tragfähige Handlungskonzepte entwickelt. Auch ist es uns ein Anliegen, die Sicherung großer, unzerschnittener Gebiete zur Bewahrung des nationalen Naturerbes zu erreichen.“ Dabei geht es um neue Nutzungen für große Flächen aus Tagebau und Militär.

In der Umweltinformationsvermittlung wurden Modellmedienprojekte initiiert. Die Initiative „Graslöwen TV“ erreichte mehrere Millionen Kinder. Zwei „Wochen der Umwelt“ mit dem damaligen Bundespräsident Johannes Rau führten 18.000 Umweltfachleute zusammen. Mehr als 100 Ausstellungsprojekte wurden unterstützt. Grundlegende Strukturen im außerschulischen Bereich seien durch das Aufbauprogramm für 42 neue Umweltbildungseinrichtungen geschaffen worden. In den neuen Bundesländern habe die DBU großen Erfolg gehabt mit den Umweltberatungsprogrammen gemeinsam mit Kammern, Gewerkschaften und Kommunen. Der Aufbau von zehn Umweltzentren des Handwerks zähle ebenso zu den positiven Resultaten der DBU-Förderung.

Viele neue Erkenntnisse zur Auswirkung von Umweltbelastungen auf Kulturdenkmäler seien erzielt und „substanzielle Verbesserungen vieler Kulturgüter erreicht worden“. Das gelte vor allem für viele Projekte in den ostdeutschen Bundesländern, vom Wörlitzer Gartenreich und den Franckeschen Stiftungen in Halle über die Thomaskirche Leipzig bis zum Meißener Dom. Brickwedde: „Der von der DBU 1993 erstmals verliehene Deutsche Umweltpreis konnte zur bekanntesten und renommiertesten Umweltauszeichnung Europas entwickelt werden.“

Für die Umweltbildung seien vorrangige Aufgaben der Zukunft methodische Innovationen bei Kinder- und Jugendprojekten, die Stärkung der Freiwilligenarbeit, Mitarbeiterqualifizierung, die stärkere Berücksichtigung globaler Aspekte, die Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung des Nachhaltigkeitsthemas sowie die Ausrichtung schulischer Umweltbildung auf aktuelle bildungspolitische Ziele.

Von den 6.000 Projekten sind etwa 5.000 abgeschlossen, fast 4.500 seien als herausragend, überdurchschnittlich oder gut bewertet worden. Tausende ehrenamtliche Gutachter – Professoren deutscher Forschungseinrichtungen – und eine Studie des Fraunhofer Instituts Karlsruhe hätten diese überaus positive fachliche Bilanz bestätigt.

Der Jahresbericht kann (auch als CD-Rom) bei der DBU, 49090 Osnabrück, An der Bornau 2, Telefon 0541/9633-0, Fax 0541/9633-190, kostenlos bestellt werden.

Franz-Georg Elpers | DBU Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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