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Mikrochips schützen Alpacas in Peru

01.04.2005


Hightech gegen drohenden Gen-Verlust


Foto: Radka Turcajová



Um den drohenden Verlust der für die Andenbewohner Perus so wichtigen Alpacas zu stoppen, werden den Wolllieferanten nun Mikrochips eingepflanzt. Für Tausende kleine Gemeinden in den luftigen Höhen des südamerikanischen Landes bilden die Tiere eine lukrative Einnahmequelle, allerdings gehen viele der Alpacas verloren - sie wandern über die "grüne Grenze" nach Bolivien oder Chile, oftmals aber nicht ganz freiwillig, berichtet BBC-Online.

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Dass die Alpacas freiwillig den Weg auf sich nehmen, daran glauben die Andenbewohner nicht. Vielmehr hat sich ein spezialisierter Handel mit dem wertvollen Rohstofflieferanten entwickelt, denn Berichten zufolge landen viele der Alpacas nach der "Entführung" in Australien oder den USA. Der Wert eines solchen Tieres beträgt mehrere Tausend Dollar, denn die Wolle zählt zu den besten weltweit. Für arme peruanische Bauern stellt sich daher die Frage, ob sie ein Tier für mehrere Hundert Dollar im Land verkaufen oder in die Nachbarstaaten bringen, wo es mindestens das Doppelte bringt. Die Folge davon ist aber der Verlust des Genpools. Wenn immer mehr der besten Alpacas verschwinden, wird die Wolle in Peru immer schlechter und das führt zu Preiseinbrüchen bei der Wolle.

Nun wollen der Staat und auch Alpaca-Experten dem illegalen Handel einen Riegel vorschieben: Die wertvollsten Tiere müssen im Land bleiben, denn nur so kann dem drohenden Preiskollaps entgegengewirkt werden. Daher sollen den Tieren Mikrochips in die Ohren eingepflanzt werden, um ihren zukünftigen Weg genau zu überwachen. Das gesamte Unterfangen scheint auf den ersten Blick einfach zu sein. Aber die meisten der Bauern leben in einfachen Lehmhütten mit Strohdächern, die meisten Straßen sind selbst während der Trockenzeit kaum passierbar. Das peruanische Landwirtschaftsministerium sieht in der Einpflanzung dieser Chips die einzige Hoffnung, den drohenden Schwund der Tiere zu stoppen. "In der Vergangenheit wurden die Tiere zu speziellen Märkten gebracht und dort unkontrolliert weiterverkauft. Mit den Chips soll dies nun nicht mehr so einfach möglich sein", meint Fabiola Munoz, Generalsekretärin des Landwirtschaftsministeriums. Klar ist den Behörden aber heute schon, dass die Grenzen des 400.000 Quadratkilometer großen Staates weiterhin durchlässig bleiben. Daher soll zusätzliche Aufklärungsarbeit das Unterfangen erleichtern. Den Bauern muss erklärt werden, dass die Vorteile, die Alpacas weiter zu behalten, auf lange Sicht besser sind als ein Verkauf.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk

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