Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Kommission verlangt strengen Fördergrenzwert für Dieselruß-Partikelfilter

29.11.2004


Angesichts einer drohenden uneinheitlichen Förderung rußfreier Diesel-Pkw in Europa hat die EU-Kommission nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) eine für alle Staaten verbindliche so genannte "Pre-Norm" von 5,0 mg Rußpartikel pro km beschlossen.

Während das von der Deutschen Umwelthilfe koordinierte Bündnis "Kein Diesel ohne Filter" einen Grenzwert von 2,5 mg forderte und die Automobilindustrie nur 8,5 mg akzeptieren wollte, orientierte sich die EU-Kommission am "Stand der Technik" beim Partikelfilter und an der Tatsache, dass sich bereits drei EU-Staaten Italien, Österreich und die Niederlande für einen Fördergrenzwert von 5,0 mg/km entschieden haben.

In den nächsten Tagen wird nach Informationen der DUH mit der Bekanntgabe des zwischen den Generaldirektionen Wirtschaft und Umwelt abgestimmten Fördergrenzwertes von 5,0 mg/km für saubere Diesel-Pkw gerechnet. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat laut Stuttgarter Nachrichten diese Festlegung zwischenzeitlich akzeptiert und beharrt nicht länger auf dem ursprünglich von VW-Chef Bernd Pischetsrieder geforderten mangelhaften Wert von 8,5 mg/km. Die DUH begrüßt die "späte Einsicht" der deutschen Automobilindustrie, die sich aufgrund der jahrelangen Blockadehaltung einzelner Firmen gegen saubere Diesel-Pkw in eine Außenseiterposition gebracht hatte.

Die Deutsche Umwelthilfe fordert nun Bund und Länder auf, unverzüglich die angekündigte steuerliche Förderung rußfreier Diesel-Pkw umzusetzen. "Bundeskanzler Gerhard Schröder hat im Sommer die steuerliche Förderung des Partikelfilters für Anfang 2005 zugesagt. Wir fordern Bund und Länder auf, nun Worten Taten folgen zu lassen. Eine schnelle Entscheidung wird sich belebend auf die Konjunktur auswirken und zu einer Verstärkung des Absatzes sauberer Diesel-Pkw führen", so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Angesichts ab 2005 drohender Verkehrsbeschränkungen und Straßensperrungen für ungefilterte Diesel-Pkw fordert die Deutsche Umwelthilfe zudem die schnelle Umsetzung eines Förderkonzeptes zur Nachrüstung von dieselgetriebenen Alt-Fahrzeugen. In den EU-Mitgliedstaaten werden ab 2005 Innenstädte und stark belastete Straßenabschnitte für ungefilterte Diesel-Fahrzeuge bei erhöhten Immissionswerten gesperrt. Auch in Deutschland werden derartige Verkehrsbeschränkungen in vielen größeren Städten unumgänglich. So soll die Belastung mit Feinststaub (PM10) reduziert werden. Die ultrafeinen Partikel stehen im Verdacht, allein in Deutschland jedes Jahr 10.000 bis 18.000 Menschen zu töten.

Alle betroffenen Gemeinden und Städte müssen bis Ende Dezember entsprechende Maßnahmenpläne ausgearbeitet haben. Wo dies nicht erfolgt, wird die DUH mit Hilfe von Musterklagen kommunale Luftreinhaltepläne erzwingen.

Seit langem ist klar: Praktisch alle Diesel-Pkw können mit Partikelfilter nachgerüstet werden. "Die Automobil-Zulieferindustrie hat entsprechende Nachrüstfilter fertig entwickelt. Was allein fehlt, ist das angekündigte Förderkonzept für Altfahrzeuge", so Resch. Dieses müsse gemeinsam mit der Festlegung der Förderkriterien für Neufahrzeuge verabschiedet werden.

"KEIN DIESEL OHNE FILTER" ist ein breites Aktionsbündnis aus Umwelt- und Verbraucherverbänden, Verkehrs- und Automobilclubs, Gesundheitsexperten und Kinderschutzbund. Wissenschaftliche Berater ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Nach seiner Gründung im Herbst 2002 hat sich das Bündnis zum Ziel gesetzt, durch eine breit angelegte Aufklärungskampagne Druck auf die Automobilindustrie und die Politik zur durchgängigen Einführung des Dieselrußfilters auszuüben, und die Verbraucher über die Gefahren von Dieselruß und verfügbare Filtertechnologien aufzuklären.

Jürgen Resch | Deutsche Umwelthilfe e.V.
Weitere Informationen:
http://www.duh.de

Weitere Berichte zu: DUH Diesel-Pkw Fördergrenzwert Partikelfilter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein neuer Index zur Diagnose einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Cockpit für Kühlgeräte

20.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Der Hausschwamm als Chemiker

20.01.2017 | Biowissenschaften Chemie