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Internationale Walfang-Konferenz in Italien - dramatische Rückschläge bei internationalen Walschutz

20.07.2004


Mehrheit für Pro-Walfang-Länder wäre ein „Drama für die grauen Riesen“


Jagd auf die grauen Riesen



Der WWF kritisiert die passive Haltung vieler europäischer Länder beim internationalen Walschutz. Zwar spricht sich die Europäische Union für den Schutz der Meeressäuger aus. Doch nur 14 der 25 EU-Staaten sind bisher der seit Montag morgen im italienischen Sorrent tagenden Internationalen Walfang Kommission (IWC) beigetreten – es fehlen Griechenland, Luxemburg und neun Beitrittsländer. „Zu viele Staaten schauen dem möglichen Ausverkauf des internationalen Walschutzes zu“, so WWF-Artenschützer Volker Homes. Hintergrund: Die Walfangnationen um Japan, Norwegen und Island könnten erstmals seit Jahrzehnten eine Mehrheit erreichen.

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Japan hat auch für das diesjährige IWC-Treffen wieder neue Mitglieder wie Tuvalu und Surinam geködert - wahrscheinlich mit Entwicklungshilfegeldern. „Japan will die Lizenz zum Töten“, so Homes. „In den nächsten Tagen drohen dem internationalen Walschutz dramatische Rückschläge. Die Erfolge der letzten 20 Jahre stehen auf dem Spiel.“ Bisher sieht es nach einer Mehrheit von 29 zu 28 Stimmen für die Walfangbefürworter aus. Allerdings haben nur die Länder Stimmrecht, die auch die Beiträge bezahlen. Wie sich das Stimmverhältnis auf der IWC gestaltet, wird sich bei den ersten Abstimmungen, die heute nachmittag oder morgen früh stattfinden, zeigen.

Mit einer Mehrheit könnten sich Japan und Island ihre unter dem Deckmantel des „Wissenschaftlichen Walfangs“ praktizierte Jagd auf die grauen Riesen von der IWC absegnen lassen. „Japan will einen Persilschein für die Rückkehr in die Zeiten, wo das Töten der Wale noch eine Selbstverständlichkeit war und seine Fangquoten wohl weiter anheben“, warnt der WWF-Experte.

Auch die erst im letzten Jahr mit der „Berliner Initiative“ erreichte Ausweitung des IWC-Mandates auf einen umfassenden Walschutz könnte wieder gekippt werden. „In dem Moment, in dem wir mehr als je zuvor über die Gefährdung der Wale durch Beifang, Lärm, Meeresverschmutzung und Klimawandel wissen, droht die IWC zu einem Walfang-Klub zu verkommen“, fürchtet Homes.

Volker Homes | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

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