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Europa erwärmt sich für den Klimaschutz

12.06.2001

WWF-Umfrage: Europäische Bürger wollen Kyoto-Protokoll auch ohne die USA

Kyoto bekommt in Europa mehr und mehr Unterstützung: Wie eine vom WWF in Auftrag gegebene Umfrage in Belgien, Italien, Spanien und Großbritannien zeigt, fordern die Bürger, dass ihre Regierungen das Kyoto-Protokoll auch ohne die USA in Kraft setzen. "Dies ist ein wichtiges Signal für das Treffen der Regierungen mit Georg W. Bush in Göteborg am 14. Juni," freut sich Regine Günther, Klimaexpertin beim WWF Deutschland.

89 Prozent der befragten Spanier sind der Meinung, dass ihr Land sich in seiner Klimapolitik nicht von der Entscheidung der USA beeinflussen lassen sollte, die anderen Länder folgen mit wenig Abstand. Außerdem sind die Befragten der Meinung, dass führende Industrieländer wie Japan und Kanada die EU auf diesem Weg unterstützen sollten. Zusätzlich fordern die Teilnehmer von ihren Regierungen, mehr im eigenen Land zu tun, um den Ausstoß klimaschädlicher Substanzen zu reduzieren (zwischen 77,6 Prozent in Belgien und 95,7 Prozent in Spanien).

"Europas Politiker können dieses Ergebnis nicht ignorieren", sagt WWF-Expertin Günther, "Nie war die Unterstützung durch die Öffentlichkeit für Kyoto größer als heute." Wenn sich die Europäer weiterhin in ihrer Entscheidung von den USA abhängig machten, dann sei das als ob man Bush für seine Energiepolitik belohnen würde.

Seit Präsident Bushs Amtsantritt, lehnt er das Kyoto-Protokoll rundweg ab. Versprechen, die Schadstoffemissionen amerikanischer Kraftwerke zu reduzieren, sind vergessen. Im Gegenteil, Bush hat einem Energieplan zugestimmt, der dafür sorgen kann, dass der Kohlendioxid-Ausstoß der USA im Jahr 2020 um 50 Prozent höher liegen wird als 1990.

"Das Kyoto-Protokoll kann auch ohne die USA zu einem Erfolg führen", so die Klimaxpertin des WWF, "Die EU sollte sich für eine Ratifizierung zur Not auch ohne die USA entscheiden. Die Bürger sind besorgt wegen der Klimaveränderungen. Sie fordern mehr Taten und weniger Reden von ihren Regierungen."

Regine Günther | ots

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