Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hohe Platin-Konzentrationen in straßennahen Böden

22.04.2004


Autos stoßen auch Edelmetalle aus



Wissenschaftler der Leobener Montanuniversität haben erstmals in Untersuchungen festgestellt, dass in Böden entlang von Straßen hohe Konzentrationen von Edelmetallen wie Platin, Palladium und Rhodium sowie Iridium vorkommen. Diese Elemente werden in Katalysatoren eingesetzt, um Schadstoffe wie Stickoxid und Kohlenmonoxid in unschädlichere Verbindungen umzusetzen. Welche Auswirkungen diese Schadstoffe auf die Umwelt haben, ist aber bisher nicht geklärt.



"Die Einführung der Katalysatorenpflicht im Jahr 1987 hat zwar den Ausstoß von Stickoxid und Kohlenwasserstoffen reduziert, gleichzeitig aber die Freisetzung einer neuen Schadstoffgruppe herbeigeführt", so Projektleiter Thomas Meisel von der Abteilung Allgemeine, Analytische und Physikalische Chemie an der Montanuni Leoben. Durch chemische Vorgänge im Katalysator werden diese Edelmetalle ausgestoßen und neben der Fahrbahn "gelagert". Ein Kraftfahrzeug setzt etwa 0,5 Mikrogramm Platin pro Kilometer frei. Die höchsten Konzentrationen stellten die Wissenschafter an der A14 bei Rankweil mit 134 Nanogramm Platin pro Gramm fest, die niedrigsten in einem vom Verkehr unbelasteten Referenzstandort im Lungau.

"Über mögliche Auswirkungen der Edelmetall-Konzentrationen weiß man noch zu wenig", erklärt Meisel. Aus diesem Grund gebe es auch keine festgelegten Grenzwerte. "Diese Untersuchung ist zumindest der Start zu einem Monitoring über diese neue Schadstoffgruppe." Da die Edelmetalle aber nicht abgebaut werden, ist eine weitere Zunahme der Einlagerungen in den Böden zu erwarten. "Kollegen haben schon, wenn auch nicht ganz ernst gemeinte, Überlegungen angestellt, Straßenstaub zur Gewinnung von Edelmetallen zu sammeln", führt der Experte aus.

Der Nachweis von Edelmetallen in straßennahen Böden, mit der Methode der Isotopenverdünnung durchgeführt, war ein Forschungsauftrag des Umweltbundesamtes. Insgesamt wurden Bodenproben von acht Standorten zwischen Vorarlberg und Wien untersucht. Die Studie, die auch als Diplomarbeit vorliegt, ist die erste in Österreich durchgeführte systematische Untersuchung der Emission von Edelmetallen durch Kraftfahrzeuge.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unileoben.ac.at

Weitere Berichte zu: Edelmetalle Konzentrationen Platin Schadstoff Schadstoffgruppe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten