Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie man sauberes Trinkwasser bekommt

20.04.2004


Forscher der Technischen Universität Berlin untersuchen am Tegeler See in Berlin, welcher Boden welche Schadstoffe im Wasser am besten filtert. Die Ergebnisse können weltweit auf andere Standorte übertragen werden



In Berlin wie auch in anderen Städten nutzen Wasserbetriebe seit Jahrzehnten die Uferfiltration, um sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Das Prinzip ist einfach: Man braucht einen See oder Fluss und bohrt im Uferbereich Trinkwasserbrunnen. Das Oberflächenwasser versickert in der Uferzone und gelangt ins Grundwasser. Von dort wird es hoch gepumpt. Aufgrund der natürlichen Filtereigenschaften der Bodenschichten bleiben Schadstoffe an der Bodenmatrix haften und werden im Idealfall von Mikroorganismen abgebaut. Aus dem Brunnen kommt klares, gereinigtes Wasser, dass dann nach einer minimalen weiteren Aufbereitung als Trinkwasser genutzt werden kann. Die genauen Mechanismen, die die Filterwirkung und den mikrobiologischen Abbau beeinflussen, sind jedoch noch weitgehend unbekannt. Sie hängen von der Bodenbeschaffenheit ab, von den pH-Bedingungen, dem Sauerstoffgehalt und natürlich von den vorhandenen Mikroorganismen.



Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin haben diese Prozesse im Rahmen eines zweijährigen Forschungsprojekts an Berliner Gewässern untersucht. Unter Leitung von Prof. Martin Jekel vom Institut für Technischen Umweltschutz sind sie den Spuren des Grundwassers durch die Bodenschichten gefolgt und können nun angeben, welcher Boden für welchen Schadstoff der geeignete "Filter" ist. Organische Stoffe beispielsweise werden unter aneoroben Bedingungen, also bei Abwesenheit von Sauerstoff, meist besser abgebaut als unter aeroben Bedingungen.

Ziel der Forschungen ist es, sicherzustellen, dass trotz einer zunehmenden Schadstoffbelastung der Gewässer sauberes Trinkwasser zur Verfügung gestellt werden kann. Dies gelingt nur, wenn man die Prozesse der Uferfiltration und die Transportprozesse kennt. Erst dann können die Brunnen an den optimalen Stellen gesetzt werden.

Eines der untersuchten Gebiete der TU-Forscher ist der Uferbereich rund um den Tegeler See. Zirka 130 Trinkwasserbrunnen gibt es dort. Um den Weg des Wassers zu verfolgen, haben Jekel und seine Kollegen zwischen Ufer und Brunnen mehrere Beobachtungsbrunnen mit unterschiedlichen Tiefen (10-30 Meter) gesetzt. Regelmäßig ziehen sie von dort die Proben und untersuchen, wie sich sowohl Mikroorganismen, Wasserbedingungen und Schadstoffgehalt ändern. Am Ende der Auswertungen werden die Forscher wissen, wie die Brunnen entlang eines Gewässers angeordnet sein müssen, damit man die Filtereigenschaften des Bodens optimal nutzt. Und die Ergebnisse der Berliner Gewässer, dies ist bereits klar, sind allgemein gültig. Sie können auf andere Standorte weltweit übertragen werden.

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Prof. Martin Jekel, Institut für Technischen Umweltschutz, Tel.: 030-314-23339, Fax: 030-314-23850, martin.jekel@tu-berlin.de oder Dr. Anke Putschew, Tel.: 030-314-25480, Putschew@itu203.ut.tu-berlin.de

Ramona Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de

Weitere Berichte zu: Brunnen Gewässer Mikroorganismus Schadstoff Trinkwasser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops