Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftliches Informationssystem für den internationalen Artenschutz

10.04.2001


Um die Orientierung im Dschungel der Artenschutzregelungen zu erleichtern, wurde vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) nun zum ersten Mal eine umfassende alphabetische Zusammenstellung
der heimischen und nicht-heimischen Tier- und Pflanzenarten zur Verfügung gestellt, die nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt oder streng geschützt sind. Die Liste enthält über 10.000 Einträge zu Tieren und Pflanzen. "Bei den vielen nationalen und europäischen Schutzbestimmungen verlieren selbst behördliche Artenschützer schnell den Überblick", sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin heute anlässlich der WISIA Präsentation. Unter www.wisia.de kann sich jetzt aber jeder Bürger selbst - ob er sich beruflich oder in seiner Freizeit mit Tieren und Pflanzen beschäftigt, die Frage beantworten: Geschützt: ja oder nein?" Die Abkürzung WISIA steht für "Wissenschaftliches Informationssystem für den internationalen Artenschutz". Häufig bringen z.B. Touristen exotische Souvenirs als bleibende Erinnerung an einen schönen Urlaub mit. Viele Touristen wissen aber nicht, dass zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie auch Produkte daraus strengen Einfuhrbestimmungen nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen - kurz CITES - unterliegen. Dies gilt für die kunstvolle Elfenbeinschnitzerei ebenso wie für die am Strand gefundene Riesenmuschel oder den wertvollen Schlangenledergürtel. Aber auch lebende Tiere, die oftmals aus falsch verstandenem Mitleid auf exotischen Märkten gekauft werden, und Pflanzen, wie Orchideen, Kakteen und Luftnelken, werden immer wieder von den Zollbehörden eingezogen. Nicht selten bringen auch Sammler, Zoohändler oder Lehrer geschützte Tiere und Pflanzen mit. Nun besteht sehr einfach die Möglichkeit, sich vorher über den Schutzstatuts zu informieren.

"Artenschutz ist nur erfolgreich, wenn jedermann über Schutzbestimmungen informiert ist und ihre Ziele nachvollziehen kann," so Hartmut Vogtmann Präsident des BfN. "Mit dieser Serviceleistung wollen wir zu einer größeren Akzeptanz und damit Wirksamkeit der gesetzlichen Vorschriften beitragen."

Für die Information der Bürgerinnen und Bürger wurden zwei Wege beschritten. Zum einen wurde im Bundesanzeiger vom Bundesumweltministerium die "Bekanntmachung der besonders und streng geschützten Tier- und Pflanzenarten gemäß § 20a Abs. 5 des Bundesnaturschutzgesetzes" als 283 Seiten starke Übersicht veröffentlicht. Parallel zur gedruckten Fassung hat das Bundesamt für Naturschutz diese Informationen auch als abfragbare Datenbank WISIA-online im Internet zur Verfügung gestellt. Im Internet können die Informationen flexibel und nach unterschiedlichen Suchkriterien recherchiert werden. Das BfN erbringt mit der Veröffentlichung dieser Liste eine wichtige Serviceleistung für alle, die sich mit Artenschutzfragen befassen.
Der Anwender erhält folgende Informationen zu den geschützten Pflanzen- oder Tierarten:

  1. den gültigen wissenschaftlichen Namen,
  2. den deutschen Namen,
  3. den Schutzstatus: besonders geschützt oder streng geschützt und
  4. die Anhangszugehörigkeit und Schutzangaben aus den verschiedenen Artenschutzregelwerken, die den strengen oder besonderen Schutz begründen.

"Mit dieser synoptischen Darstellung der einzelnen Regelwerke ist das BfN über die allgemeinen Forderungen des Gesetzgebers weit hinaus gegangen und erreicht so mehr Transparenz und Klarheit in der Frage, welche Arten wie geschützt sind und welche nicht." erläutert Professor Vogtmann stolz.
An wen richtet sich das Produkt WISIA-online?

  • Dem Zollbeamten, der am Tag eine Vielzahl von Dokumenten zu prüfen hat, wird mit dieser Übersicht ein praktisches Arbeitsmittel zur Verfügung gestellt. Über die Recherche des Artnamens kann er einfach und schnell feststellen, ob und wie die gesuchte Art geschützt ist.
  • Aber auch die Firma, die Terrarientiere verkauft, kann sich schnell einen Überblick über den Schutzstatus einzelner Arten ihres Sortiments verschaffen und beim Einkauf gegenüber dem Lieferanten auf den erforderlichen Dokumenten bestehen.
  • Der Biologie-Lehrer, der seinen Schülern im Unterricht Exemplare der geschützten Tiere zeigen will, kann recherchieren, welche dieser heimischen Tiere in der Bundesartenschutzverordnung enthalten sind und deshalb nur vorübergehend der Natur entnommen werden dürfen.
  • Auch  Orchideenliebhaber oder der Kakteenforscher, die ihre nächste Exkursion oder Forschungsreise planen, erfahren hier, welche Arten nicht ohne entsprechende Artenschutzdokumente mitgebracht werden dürfen.
  • Den Touristen, der aus dem Ausland exotische Souvenirs mitbringen will. Er kann sich vor der Reise informieren, oder während Reise übers Internet weltweit z.B. vom Hotel aus.

Hinweis:

Für weitere Informationen zur Liste der national und international geschützten Pflanzen- und Tierarten kann bei der Pressestelle des BfN ein Informationsblatt angefordert werden.

Franz August Emde |

Weitere Berichte zu: Artenschutz BfN Tier- und Pflanzenart

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Ins Herz der Blaualgenblüte: IOW-Segelexpedition „BloomSail“ geht an den Start
22.05.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Totes Holz für mehr Leben im See
18.05.2018 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics